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Bitterer Honig

01.12.2016

Jetzt haben sie’s offensichtlich doch geschafft: Mit einem faulen Kompromiss haben die Grün-dominierten Tiroler Gebirgs-Lkw-Jäger Brüssel den sektoralen Honig ums Maul geschmiert und damit die fällige Einstweilige Verfügung ausgehebelt. Euro 6-Lkw scheinen jetzt plötzlich dauerhaft vom Sektoralen Fahrverbot (und nicht wie angekündigt nur bis 2018) ausgenommen zu sein.

Das glaube ich allerdings erst, wenn es tatsächlich nach 2018 so ist. Euro 5- bzw. EEV-Fahrzeuge sind definitiv (weil bereits verordnet) bis 30. April 2017 vom Sektoralen Fahrverbot ausgenommen. Allerdings nur bis dahin: Wie es dann weitergeht, ist fraglich. Denn unseren Recherchen (und Einschätzungen) zufolge, entsprechen gut die Hälfte der Fahrzeuge, die den Brenner transitieren, noch nicht der Euro 6-Norm. Definitive Zahlen zu den Tirol-transitierenden Lkw gibt es nämlich nicht. Auch die Tiroler Landesregierung hat diese nicht. Doch dort ist und bleibt der Lkw – ob mit oder ohne Zahlenmaterial (längst ist nämlich bewiesen, dass der Pkw-Luft-Hunderter die Umwelt deutlich mehr entlastet als das Sektorale Fahrverbot) – einfach nur das erklärte Feindbild … 

„FAHR MIT EURO 5!“

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid: Jene, die bereits kräftig in Euro 6-Lkw investiert haben, werden in der Lkw-feindlichsten Region Europas also bevorzugt. Im restlichen Österreich allerdings nicht mehr wie gehabt: Denn bei diesen Fahrzeugen bewegen sich die Mauttarife wie berichtet ab 1. Jänner kräftig nach oben. „Wie sollen wir eine 14-prozentige Erhöhung an die Kunden weitergeben?“, so der weit verbreitete Tenor. Oder: „Jetzt sagen unsere Kunden, warum hast in Euro 6 investiert? Fahr mit Euro 5!“ Mit Verlaub, diese Argumentation hinkt: Erstens, soll kein Auftraggeber laut sagen, dass er nicht mit der umweltfreundlichsten Technologie transportieren will. Derartige „Kunden“ gehören am besten gleich in die nächstbeste Ausgabe einer Tageszeitung. Dort freut sich man sich über so etwas. Und zur Erhöhung: Natürlich ist das ein gewaltiger Schub! Bislang hieß es jedoch immer, dass eine deutlich erkennbare Erhöhung bei den Mauttarifen leichter an Auftraggeber weiter zu verrechnen sei, als eine geringe. Schließlich handelt es sich um eine gesetzliche Anpassung und keine willkürliche eines einzelnen Unternehmers. Also, entsprechend selbstbewusst auftreten und sachlich argumentieren. 

PAKET-PREIS

Nicht vergessen werden darf dabei, dass es sich bei der jetzigen Mauttarif-Steigerung um ein Paket handelte. Die „Externen Kosten“ wären ohne diesem Paket bereits früher eingeflossen – fast genau vor einem Jahr titelte ich an dieser Stelle: „Externe Keule erst 2017“! 
„Neben der tatsächlich günstigen Lösung für 2016 beinhaltet das Maut-Paket aber auch die Einberechnung der Externen Kosten ab 2017 – die Tarife werden kräftig nach oben schnellen“, war hierorts zu lesen. Das nur zur Erinnerung. Damals, nämlich zum 1. Jänner 2016, sind die Mautsätze um lediglich ein Prozent (!) gestiegen. 

Dass die Mauttarife grundsätzlich – schon allein aufgrund der daraus resultierenden, jährlichen Dividenden-Zahlung der Asfinag an den Staat – zu hoch angesetzt sind, ist eine andere Sache. Aber das ist politischer Wille. Genauso wie die jetzige Erhöhung.
Zum Schluss noch etwas Positives – freuen Sie sich auf die Fachmesse AutoZum in Salzburg. Ist meine Lkw-Werkstatt auf die digitalen Herausforderungen, Vernetzung, Elektromobilität etc. vorbereitet? Wenn auch Sie sich diese Frage bereits gestellt haben, werden wir Ihnen im Rahmen der STRAGÜ-Podiumsdiskussion am 18. Jänner Antworten liefern. Mehr dazu im Dezember! 

Autor:
Marco Dittrich
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