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Das Volvo-Flaggschiff setzt sich gekonnt in Szene.

Stärkste Karte im Lkw-Quartett

20.08.2015

Mit Superlativen in fast allen Disziplinen positioniert sich der Imageträger aus Schweden als derzeit stärkster Serien-Lkw auf dem Markt.

STRAGÜ-Tester Andreas W. Dick rastet am Beifahrersitz des Volvo FH-750.
Die Farbakzente bei Sitzen und Vorhängen sind dem FH16-750 vorbehalten.

Beim Autoquartett ist der Volvo FH16-750 – nahezu – unschlagbar: 552 kW/750 PS bei 1.600 bis 1.800 U/min sowie ein maximales Drehmoment von 3.550 Nm zwischen 950 und 1.400 U/min markieren 2015 die absolute Spitzenposition bei in Europa erhältlichen Serien-Lkw. Einzig bei der Zahl der Zylinder und der Größe des Hubraums hätte der Volvo mit seinem R6-Motor (16.120 ccm) bei dem eingangs erwähnten Kartenspiel das Nachsehen. Ein schwedischer Mitbewerber hält ja bekanntlich auch in der Euro 6-Epoche die V8-Fahne hoch und hat ein Spitzenmodell mit 16.400 ccm und 730 PS im Angebot … 

Image & Prestige

Transportunternehmer kaufen und betreiben ihren Fuhrpark aber bekanntlich nicht zum Quartett spielen, sondern zum Geld verdienen. Sicherlich erlaubt das Topmodell der FH-Baureihe auch bergauf und mit voll ausgeladenem Auflieger beeindruckende Geschwindigkeiten, der FH16-750 wird aber abseits von Spezialanwendungen im Schwertransport zumeist eher als einzelner Imageträger für eine Volvo-Flotte oder als „Chef-Auto“ eines selbstfahrenden Unternehmers zum Einsatz kommen.

Assistententeam

Unterwegs verwöhnt der 750er nicht nur mit Kraft in allen Lebenslagen. Der Test-Lkw war zudem mit dem vollen Programm an Komfort- und Sicherheits-Features vom Abstandsregeltempomaten mit Kollisionswarnung und Notbremsfunktion bis zur Spurwechselunterstützung mit Toter-Winkel-Warnung ausgestattet. Mit der fleißigen Mitarbeit dieses kompetenten Assistententeams war unsere Testrunde eine sehr entspannte Angelegenheit.
Zur Portionierung des enormen Drehmoments kommt das bewährte 12-Gang-I-Shift mit automatisiertem Gangwechselsystem zum Einsatz. Das Doppelkupplungsgetriebe I-Shift Dual Clutch mit Doppelkupplung ist derzeit ja noch den D13-Motoren mit 460, 500 (Test im Juli-STRAGÜ) oder 540 PS vorbehalten. Im Top-Modell aus Göteborg gelten selbstverständlich auch bei der Verzögerung Superlative: Die stärkste Version der Volvo Engine Brake VEB+ stellt hier eine maximale Bremskraft von 470 kW/639 bei 2.200 U/min bereit. 
Bei günstigem Verkehr und durchwegs schönem Wetter erzielten wir auf unserer gewohnten Teststrecke mit dem FH-750 zwei Monate nach der Fahrt mit dem FH-500 mit Doppelkupplung (Werte dafür in Klammer) eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 78,28 km/h (75,84 km/h) – auf den Wiener Autobahnabschnitten der STRAGÜ-Testrunde gilt für Lkw über 7,5 Tonnen eine Beschränkung auf 60 km/h – und einen durchschnittlichen Dieselkonsum von 27,74 Liter auf 100 km (28,24 Liter). Auch beim AdBlue-Verbrauch war der FH16-750 mit 1,11 l/100 km besser als der FH-500 Dual Clutch mit 2,56 l/100 km. Fairerweise anzumerken ist der Wegfall von zwei Baustellenbereichen mit Tempolimit beim Test des FH16-750. 

Fazit

Das Topmodell der FH-Baureihe ist ein faszinierender Vertreter der Champions League im aktuellen Lkw-Bau. 
Mit seinen auf die Spitze getriebenen Talenten ist er aber für das im Fernverkehr übliche Tagesgeschäft etwas überqualifiziert.

Autor:
Redaktion Straßengüterverkehr
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