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Ab 1. Jänner 2020 dürfen §57a-Überprüfungen nur mehr an modernen Rollenprüfständen durchgeführt werden.

Die neue Bremsenprüfung kommt

17.10.2019

Ab 1. Jänner 2020 gilt die neue BREMSENPRÜFSTANDSRICHTLINIE für alle Werkstätten mit §57a-Berechtigung. Viele alte Prüfstände, die den neuen Anforderungen nicht genügen, mussten ausgetauscht werden.

Dem rasanten Fortschritt der Automobiltechnik folgend, müssen nun alle Bremsenprüfstände, auf denen die gesetzliche §57a-Pickerlüberprüfung durchgeführt wird, ab dem neuen Jahr einer neuen EU-Richtlinie entsprechen. Genügte es früher, ein Fahrzeug am Prüfstand abzubremsen und festzustellen, ob es nach rechts oder links zieht, um die Verkehrstüchtigkeit zu kontrollieren, entspricht dieses Verfahren heute nicht mehr dem Stand der Technik. Nach Information der deutschen Prüfgesellschaft Dekra muss der Prüfer in Zukunft nicht nur die Gleichmäßigkeit der Bremsleistung zwischen links und rechts ermitteln, sondern auch die Bremsbalance zwischen Vorder- und Hinterachse. Und er muss die notwendige Pedalkraft für die maximal erreichbare Bremskraft am Rad messen und mit Referenzwerten des Herstellers abgleichen. Ziel dieses Aufwands ist ein höheres Sicherheitsniveau aller Fahrzeuge. Die neuen Prüfstände müssen dazu über eine automatische Erkennung von Allradfahrzeugen und über eine standardisierte Prüfsoftware mit einer genormten Schnittstelle (ASA-Livestream) verfügen, mit der die Daten auf den Laptop des Prüfers übertragen werden. Damit soll ausgeschlossen werden, dass die Daten manipuliert werden. „In Deutschland gibt es sehr genaue Vorgaben, was ein moderner Prüfstand können muss“, erklärt ÖAMTC-Techniker Andrej Prosenc. In Österreich genüge es dagegen, einen Prüfstand auf dem aktuellen Stand der Technik zu verwenden, um von den Magistratsbeamten der Landesregierungen die Ermächtigung für eine Prüfstelle zu erhalten. „Da die Hersteller nicht extra für Österreich eigene Geräte anbieten, erfüllen die auf dem Markt erhältlichen Prüfstände die strengen deutschen Normen“, erklärt Prosenc.

 

 

Dazu stellte die KFZWirtschaft 3 Fragen an Josef Puntinger, Bundesinnungsmeister der KFZ-Techniker.

 

Haben sich die heimischen Kfz-Betriebe schon auf die ab 1. Jänner 2020 gültige neue Bremsenprüfstandsrichtlinie eingestellt, oder gibt es noch Nachzügler?
Meines Wissens nach sind bereits alle Werkstätten, in denen §57a-Überprüfungen durchgeführt werden, fit für 2020. Die Richtlinie wurde ja schon vor acht Jahren beschlossen, da hatten sie genug Zeit, sich darauf einzustellen. Im neuen Jahr sind nun nach einer Übergangsregelung alle Plattenprüfstände verboten, es dürfen nur noch Rollenprüfstände verwendet werden.

Gab es Unmut in der Branche über die notwendigen Investitionen in neue Bremsenprüfstände?
Nein, denn die alten Plattenprüfstände, die ja recht einfach und praktisch sind, können durchaus weiter für interne Messungen verwendet werden. Nur für die Pickerlüberprüfung wird ein moderner Rollenprüfstand benötigt.

Ist die Investition in einen neuen Bremsenprüfstand nun eine nachhaltige Lösung, oder könnten diese bald wieder veraltet sein, wenn eine neue Richtlinie kommt?
Die Entwicklung der Werkstatttechnik macht natürlich rasante Fortschritte, ebenso wie jene der Automobiltechnik. Es werden immer wieder neue, noch bessere Prüfstände auf den Markt kommen, doch aus EU-Perspektive und juristischer Sicht erfüllen die heute aktuellen Prüfstände noch viele Jahre lang alle Vorgaben.

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