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"Auch Elektroautos brauchen Reifen"

09.04.2015

GDHS-Retail-Manager Josef Liebhart spricht im Interview mit der KFZ Wirtschaft offen über die Schwierigkeiten im Reifengeschäft und deutet Auswege aus der Krise an. 

KFZ Wirtschaft: Herr Liebhart, wie geht es der Reifenbranche aus Ihrer Sicht? 

Josef Liebhart: Es ist kein großes Geheimnis, dass es der Kfz-Branche generell nicht sonderlich gutgeht, aber die Reifenhändler haben es noch schwerer. Das liegt auch daran, dass immer mehr freie Werkstätten und Autohäuser ihr Heil im Reifengeschäft suchen und damit den reinen Reifenhändlern das Geschäft zusätzlich erschweren. 

Stimmt das wirklich, denn manche Reifenhändler wirken nicht sonderlich arm?

Doch es stimmt schon. Ich rede ständig mit Reifenhändlern, und erst neulich haben mir drei von vier Ansprechpartnern erzählt, dass sie ernsthaft über eine Schließung nachdenken. Natürlich kommt hinzu, dass einige noch der guten alten Zeit nachtrauern und den Wechsel in das moderne Reifengeschäft verschlafen haben. Aber die, die diesen Wechsel mit modernem Denken und Weitblick geschafft haben, stehen gut da. Das Geschäft ist durch den Internethandel um einiges härter geworden, aber das wissen wir nicht erst seit gestern. 

Wird es zu einer Marktbereinigung im Reifenfachhandel kommen? 

In den nächsten zehn Jahren teilweise ja, teilweise nein. Die Kunden werden auch noch mit Elektroautos Reifen brauchen. Das ist ein Vorteil für uns und unsere Partner. Aber man muss seine Produkte, in dem Fall die Reifen, auch richtig präsentieren und dem Kunden mit all seinen Facetten verkaufen und nicht nur über den Preis argumentieren. Gutes Personal ist unabdingbar genauso wie ausführliche Kundeninformation. Die Industrie ist in diesem Rahmen gefordert, innovative Produkte zu entwickeln und unseren Partner vorzuleben, wie man das Hightechprodukt Reifen gezielt und zu einem fairen Preis an den Kunden verkaufen kann. Ein guter Reifenhändler mit gutem Personal muss nicht den Internetpreis bieten oder gar unterbieten können. Die Leistung des Reifenhändlers und dessen Service ist mit einem höheren Reifenpreis zu rechtfertigen. Das muss uns endlich allen klar werden.

Zieht die Motorsportvermarktung noch? 

Ja, definitiv, weil es die einzige Plattform ist, um genau aufzuzeigen, was unsere Hightechprodukte wirklich alles können. Und wenn man seinem Kunden erklären kann, wie viel Know-how in so eine Reifenentwicklung einfließt, dann wird der Kunde auch verstehen, warum der eine schwarze, runde Reifen mehr kostet als der andere, der nicht so ausgefeilt entwickelt und getestet wurde. 

Wie kann die Reifen­industrie dem regionalen Handel bei dieser Überzeugungsarbeit helfen?

Indem wir versuchen, die Kunden früher auf den Hof zu bringen. Die Industrie wird auch zukünftig mit dem Handel Hand in Hand arbeiten müssen. Die Goodyear Dunlop Handelssysteme (GDHS) verzeichnen derzeit 44 Partner und 80 Standorte österreichweit. Das ist angesichts unser hohen Qualitätsansprüche an unsere Partner eine beachtliche Anzahl. Wir bieten dafür Schulungen und viele praxisorientierte Unterstützungen im Geschäftsalltag. Das fängt bei Reifeneinkäufen an, erstreckt sich bis über Flottendienstleistungen und endet bei der Unterstützung in Sachen Marketing und Homepagegestaltung. Einzelne Reifenhändler ohne einen Verbund im Rücken werden es in Zukunft schwer haben. Und wer heute noch glaubt, dass es ohne anständigen Internetauftritt noch geht, der irrt gewaltig. Aber genau darum gibt es GDHS, um hier zu unterstützen und dadurch den lokalen Wirtschaftsstandort Österreich im Allgemeinen und den regionalen Reifenfachhandel im Speziellen weiter zu stärken.

Autor/in:
Philipp Bednar
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