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ContiCabana

21.07.2014

Während die Welt über das runde Leder spricht, haben wir bei Continental hinter die Kulissen geblickt und uns die Hightech-Welt der runden schwarzen Gummis erklären lassen. Mit verblüffenden Erkenntnissen.

Mitten in Norddeutschland, genauer in Hannover, ist der Reifen- und Zubehörriese Continental beheimatet. In einem gigantischen Gebäudekomplex aus roten Ziegelbauten wuseln Hunderte Techniker umher mit dem Ziel die besten Reifen zu entwickeln. Das ist ambitioniert, denn einerseits sind Reifen extrem komplex und andererseits fristen sie in der Kundenwahrnehmung oft nur ein Schattendasein. Die oft gehörte Devise lautet nämlich: Hauptsache günstig und langlebig.

Unfassbare Technologie

Um den Kunden die Augen öffnen zu können, muss man jedoch selbst erlebt haben, mit welch schierem Aufwand heutzutage Straßenreifen entwickelt werden. Darum lud Continental/Semperit Ende Juni über 100 heimische Autohaus-Mitarbeiter nach Hannover in die ContiCabana ein. Es war ein Kunden- und Fußballevent gleichermaßen. Denn als Hauptsponsor der Fifa Fußballweltmeisterschaft – und als deutsches Paradeunternehmen – regiert König Fußball auch bei den Reifenexperten in Hannover. Die Idee des Events: Die Conti-Kunden sollen die Produkteigenschaft hautnah selbst erleben, erfühlen, erspüren können. Daher ging es auf dem Contidrom – dem hauseigenen Testgelände unweit vom Firmensitz entfernt – gleich richtig zur Sache: Trockenhandlingtestfahrten mit reinrassigen Sportboliden. Mitfahrgelegenheit in einem High-End-Porsche samt erfahrenem Racer am Lenkrad. Ausweichmanöver mit unterschiedlichen Luftdrücken und, einem absoluten Highlight, dem Nasshandling-Parcours. Denn, um die gewaltigen Entwicklungssprünge erlebbar zu machen, hat Conti einen zehn Jahre alten Reifen neu gebacken und auf moderne 1er BMWs gesteckt. Als Vergleichsfahrzeuge standen alte 3er BMWs aus den 1990er-Jahren auf brandneuen Conti-Gummis. Der Vergleich war erstaunlich: Während die frischgebackenen aber technisch alten Gummis bereits recht früh an ihre Grenzen kamen, fuhren die neu entwickelten Sportreifen auf den alten Kisten förmlich Kreise um die aktuellen BMWs. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Erkenntnis: Sowohl alte als auch neue Autos profitieren von modernen Reifen und sind damit um ein Vielfaches sicherer zu bewegen, gerade bei Nässe oder schwierigen Fahrsituationen.

Neue Testanlage

Absolut einmalig ist eine neue Reifentestanlage inmitten des Contidroms, genannt AIBA (Automated Indoor Braking Analyzer). Die 300 Meter lange und bis zu 30 Meter breite Testhalle ist komplett klimatisierbar und somit sowohl für Winter- als auch Sommertests geeignet. Auf einer verschiebbaren Teststrecke werden die Testwagen vollautomatisch und schienengeführt in nur vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, um anschließend von einem Roboter per Vollbremsung gestoppt zu werden. Durch die enorme Präzision der Anlage sind sehr valide Testurteile des jeweiligen Reifens möglich. Außerdem kann die Anlage 24 Stunden lang durchgehend betrieben werden, mit bis zu fünf Fahrzeugen gleichzeitig. Kein Testfahrer könnte ähnlich konstant und lange arbeiten. Continental kann  dank AIBA pro Jahr bis zu 100.000 Reifen auf deren Bremseigenschaften auf trockener, nasser und vereister Fahrbahn überprüfen. Zwar werden nach wie vor Bremstests auch von professionellen Testfahrern erledigt, aber durch AIBA hat sich die Entwicklung maßgeblich beschleunigt. Und Zeit ist Geld – auch in der Reifenbranche.

Nachhaltigkeit

Außerdem gewährte Continental Einblicke in ihre Nachhaltigkeitsstrategie. So wird Naturkautschuk immer noch primär von tropischen Gummibäumen gewonnen und dann über die halbe Welt transportiert. Doch nach intensiver Forschung hat man herausgefunden, dass gewöhnlicher russischer Löwenzahn, wie er fast überall wächst, ebenfalls Naturkautschuk produziert, nur eben in deutlich kleineren Mengen. Laut Continental-Technikern wäre es bereits in absehbarer Zeit möglich, rund 40 Prozent der Gewichtsanteile eines Reifens nachhaltig zu produzieren. Derzeit wären die Produkte dazu bereits verfügbar, jedoch sind die Preise noch zu hoch. Dies könnten sich aber durch weitere Forschung bald ändern und umweltschonendere Reifen zum gleichen Preis wie jetzt ermöglichen. Na, wenn das nicht eine gute Nachricht ist. Und da der Umweltgedanke auch bei Endkunden immer präsenter wird, hat Continental speziell für Hybridfahrzeuge den neuen Conti.eContact vorgestellt. Ein Reifen, der sich dadurch auszeichnet, sowohl im Nassgriff als auch im Rollwiederstand beim EU-Reifenlabel die Klasse A erreicht zu haben.

Autor/in:
Philipp Bednar
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