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Skoda Österreich Geschäftsführer Max Egger

„Die Marke Škoda hat sich weiterentwickelt.“

10.06.2015

Im Rahmen der Škoda Superb-Präsentation sprachen wir mit Max Egger, Škoda Österreich Geschäftsführer, über Herstellervorgaben für heimische Autohändler und das Potenzial des neuen Flaggschiffs.

Bei der Škoda Superb-Präsentation sprach man ohne große Zurückhaltung vom Beginn einer neuen Ära. Zu Recht, wie ich finde, denn der Neue ist in allen Belangen ein tolles, nobles, durchdachtes und leistbares Auto geworden. Was sofort positiv auffällt: Das großzügige Raumangebot (Škoda spricht vom größten Innenraum und größten Kofferraum seiner Klasse), die sehr gute Verarbeitung und das dezent sportliche Außendesign. Der neue Superb ist ein schönes Auto geworden, der von jeder Perspektive aus eine gute Figur macht. Das war, mit Verlaub, nicht immer so. Der Innenraum ist halt von konzerntypischer Nüchternheit geprägt, das ist etwas schade, denn der Superb hätte sich durchaus auch beim Interieur etwas mehr Eigenständigkeit verdient. Pfiffig: Simply Clever nennt man im Hause Škoda gewitzte Detaillösungen und die findet man im Superb überall – 29 an der Zahl: In den beiden vorderen Türen sind Regenschirme integriert, die Tablethalterung in der zweiten Sitzreihe an der Mittelarmlehne oder an der Kopfstütze des Beifahrersitzes ist praktisch und schick, die Seitenfächer können Trinkfalschen bis zu 1,5 Litern fassen, der Beifahrersitz lässt sich von hinten verstellen – alles Kleinigkeiten, die das Reisen im Superb schöner machen. Wahlweise gibt es Nobeltschechen als Vorder- oder Allradler, die Euro6-Motorenpalette besteht aus je drei Benzin- als auch drei Dieselmotoren. Die Leistung reicht je nach Ausstattung von 88 kW (120 PS) bis 206 kW (280 PS). Besonders gut passt dem Superb das 150 PS bzw. 190 PS-Dieselaggregat in Verbindung mit dem zu Recht hochgelobten DSG-Getriebe. Damit lässt sich bequem gleiten als auch rasanter räubern. Apropos räubern: Der Superb ist primär ein Langstreckengleiter, aber dank des neuen adaptivem Fahrwerks „DCC“ und den bis zu 75 Kilogramm weniger Gewicht, lässt sich der große Tscheche sehr präzise und ungewöhnlich flink, aktiv bewegen – sehr zur Freude des Fahrers. Fazit: Der Superb ist so gut gelungen, dass man sich bei den anderen Konzernmarken warm anziehen muss, denn zum Einstandspreis von 26.680 Euro bekommt man hier verdammt viel Auto für sein hartverdientes Geld. 

KFZ Wirtschaft: Herr Egger, wann wurde zuletzt die CI geändert bzw. wie lange wird die derzeit eingeführte CI mindestens bleiben? 

Max Egger: Bei Škoda wurde 1995 die zurzeit noch gültige CI eingeführt. Damit waren Standards wie z.B. Schauraumgröße definiert. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Marke Škoda weiterentwickelt und nimmt zurzeit in Österreich Rang zwei ein. Es war dringend nötig einen frischeren und dynamischeren Stil auch in unseren Autohäusern umzusetzen.

Viele heimische Autohändler stöhnen unter den enormen Vorgaben der Hersteller. Was sagen Sie Ihren Händlern zu diesem Thema? 

Einige konnten es kaum erwarten und haben bereits 2013 das neue Erscheinungsbild umgesetzt. Bis auf ganz wenige sind alle bereit gemeinsam mit Škoda die Wachstumsstrategie zu realisieren. Alle Händler, die mehr als die geforderten Standards umsetzen, unterstützen wir auch finanziell. Wir haben unseren Händlern die Produkte der Zukunft präsentiert. Dies hat vielen Partnern Motivation gegeben in eine erfolgversprechende Zukunft zu investieren. 

Verstehen Sie die Kritik der heimischen Autohändler, dass beispielsweise die neue Fliesenfarbe im Schauraum oder die neue Holztäfelung an der Wand nicht ein Auto mehr verkauft? 

Ja, das kann ich sehr gut verstehen. Es geht in erster Linie um Managementkapazitäten als Erfolgsgaranten. Wo die nicht vorhanden sind helfen auch keine neuen Fliesen. Ein attraktiver Auftritt der Personen, Betriebe und Autos ist uns aber überaus wichtig, diese Verantwortung trägt jeder Betrieb für sich vor Ort. 

Kommen wir zum neuen Superb: Welche Stückzahlen möchten Sie noch heuer auf den heimischen Markt bringen? 

Wir planen auf Grund der flach anlaufenden Produktionskurve je 400 Limousinen und 400 Combis. 

Wie groß schätzen Sie den Flottenanteil vom neuen Superb ein? 

Beim Superb haben wir einen Anteil von 77% gewerblicher Kunden. Der neue Superb hat jedoch Potenzial den Privatkundenanteil zu steigern. 

Glauben Sie, dass der neue Superb dem VW Passat und dem Audi A4 den Rang ablaufen könnte? 

Wir leiten unsere Entscheidungen nicht vom Glauben ab sondern von belegbaren Fakten. Diese zeigen, dass die Markenpositionierung im Konzern hervorragend funktioniert.

Autor/in:
Philipp Bednar
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