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Die neuen Hybrid-Alternativen

10.05.2013

Druckluft und Schwungrad heißen die kostengünstigen Alternativen zur Elektro-Unterstützung beim Hybridantrieb. PSA Peugeot Citroën stellt die innovative Antriebstechnologie „Hybrid Air“ vor, die TU Graz entwickelt einen serienreifen Schwungradspeicher.

E in Spritverbrauch von weniger als drei Litern war bisher die Domäne von Hybridfahrzeugen, bei denen ein Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor kombiniert wird. Die von PSA Peugeot Citroën gemeinsam mit Bosch entwickelte „Hybrid Air“ Technologie setzt dagegen auf Druckluft als Energie-Zwischenspeicher. Die Antriebseinheit besteht aus einem Benzinmotor,  zwei hydraulischen Motorpumpen und einer automatischen Übersetzung mit Umlaufgetriebe. Unter dem Mitteltunnel zwischen den Vordersitzen ist ein Druckluftspeicher untergebracht, in dem Stickstoff beim Bremsen sowie bei Fahrten mit hoher Geschwindigkeit komprimiert wird. Die gespeicherte Energie wird beim Anfahren oder Bergauffahren wieder freigesetzt. Die Hybrid-Air-Fahrzeuge wechseln vollautomatisch je nach Leistungsanforderung zwischen drei Betriebsmodi – reiner Benzinmotorantrieb, Mischbetrieb und reiner Druckluftbetrieb. Letzterer ist emissionsfrei sowie fast lautlos und macht daher vor allem im Stadtverkehr Sinn. Auf dem Genfer Autosalon wurde die Hybrid Air Technologie in einem Prototyp des Citroën C3 gezeigt, der damit einen Rekordverbrauch von 2,9 l/100 km und 69 g CO2/km erreicht – das ist eine Reduktion um 45 Prozent verglichen mit einem herkömmlich motorisierten C3. PSA Peugeot Citroën will die durch 80 Patente geschützte Hybrid Air Technologie vor allem in Modellen der Segmente B und C sowie in Nutzfahrzeugen einsetzen. Dazu Klaus Oberhammer, Geschäftsführer von Citroën Österreich: „Die Entwicklung dieses zukunftsweisenden Konzeptes wird intensiv weiterverfolgt. Wie wir in Genf gesehen haben, rollen die ersten Prototypen bereits. Eine Marktreife dieses den höchsten ökologischen Ansprüchen genügenden Hybrid Air-Projektes ist aus heutiger Sicht für 2016 geplant.“

Bremsenergie im Schwungrad

Eine andere interessante Hybrid-Alternative zur technisch aufwändigen Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor ist die sogenannte Schwungrad-Technologie. An der Technischen Universität Graz wird derzeit ein Prototyp für die Serienanwendung in Elektro- und Hybridfahrzeugen entwickelt. Ein Einsatz der Technologie des mechanischen KERS (Kinetic Energy Recovering System) wird derzeit auch in der Formel 1 erwogen, da hier der kurzfristige hohe Energiebedarf beim Beschleunigen ein zentrales Thema ist. Dr. Gert Holler von der TU Graz leitet die Entwicklungsarbeiten im Rahmen des Elektromobilitätsprojekts „Clean Motion Offensive“ des Automobil-Clusters Oberösterreich. „Unser Flywheel ist auf eine lange Lebensdauer ausgelegt, wir verzichten außerdem auf Faserwerkstoffe und arbeiten an der Optimierung in Bezug auf einen akzeptablen Preis in der Serie.“ Seit kurzem befindet sich das Flywheel auf dem Prüfstand. Der Schwungradspeicher könnte auch in Elektrofahrzeugen als Ergänzung für eine Batterie eingesetzt und dabei helfen, die bekannten Schwächen der Akkus wie Tiefentladung und thermische Empfindlichkeit auszugleichen. Ein weiterer überzeugender Vorteil des mechanischen Energiespeichers gegenüber elektrischer Akkus: Eine deutlich längere 
Lebensdauer.

Autor/in:
Peter Seipel
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