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Die Öko-Dienstwagen kommen

03.02.2020

Bei der Gestaltung des Fuhrparks spielen immer öfter ökologische Aspekte eine Rolle. Wir haben einige Experten nach Digitalisierung, Kosten und Nachhaltigkeit gefragt.

Welches Einsparungspotenzial lässt sich durch ein professionelles Fuhrparkmanagement realisieren? 

Je nachdem, wieviel Dienstleistung übertragen wird, gibt es verschiedene Einsparungsmöglichkeiten. Kostenseitig betreffen sie etwa den Fahrzeugeinkauf, Treibstoffrabatte, aber auch die Rechnungskontrolle auf notwendige Service- und Reparaturleistungen. Darüber hinaus sparen sich die Kunden Zeit. Sie erhalten monatlich eine Sammelrechnung statt vieler Belege, die zu bearbeiten sind. Auch das Schadenmanagement nimmt viel Zeit in Anspruch.  Vor allem bei KMU werden wertvolle Kapazitäten gebunden, die im eigenen Betrieb sinnvoller eingesetzt werden können. Je nach Bewertung können die Einsparungen bis zu 10 % betragen.

Ab wieviel Fahrzeugen lohnt sich für ein KMU ein Fuhrparkmanagement?

Wir empfehlen bereits ab einem Fahrzeugbestand von drei Fahrzeugen, das Fuhrparkmanagement auszugliedern.

 

Hans-Peter Strasser, Geschäftsführer Flottenmanagement, EBV-Leasing


Was bringt die digitale Erfassung der Fuhrpark-Daten dem Unternehmen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Arbeitsalltag mit Hilfe digitaler Tools zu vereinfachen. Bestes Beispiel hierfür ist das Online-Monitoring mit dem Fuhrpark-Informations-System (FIS) der Porsche Bank. Neben Vertrags- und Fahrzeugdaten erhalten die Unternehmen unter anderem detaillierte Infos zu den Kilometerständen, zum Treibstoffverbrauch, zur CO2-Entwicklung im Fuhrpark, den Wartungskosten und fälligen Servicearbeiten. FIS informiert zudem über notwendige Anpassungen des Fuhrparks sowie über Vertragsausläufer und ermöglicht den Datenexport individueller Auswertungen.

Lassen sich mit der Datenauswertung vorausschauend Ausfälle vermeiden?

Durch die Analyse der Daten können vor allem Verschleißerscheinungen frühzeitig erkannt und behoben werden. Egal ob Bremsen- oder Reifenverschleiß, mit dem Fuhrpark-Informations-System hat der Fuhrparkleiter den genauen Zustand der eigenen Flotte immer im Blick. Kosteneinsparungspotentiale ergeben sich aber auch durch die effiziente Nutzung der Treibstoffkarte und ein durchdachtes Versicherungs- und Schadensmanagement. Auf mögliche Probleme kann somit frühzeitig reagiert und Ausfälle vermieden werden.

 

Roland Leitner, Leiter Flottenmanagement Porsche Bank


Welche Möglichkeiten zur Steigerung der Nachhaltigkeit bietet das Flottenmanagement?

Der Fokus liegt auf der Optimierung von Routen. Durch den Einsatz einer Fuhrparksoftware wie Vimcar Fleet werden Außendienstfahrten optimal aufeinander abgestimmt und Leerfahrten vermieden. Durch die effektive Nutzung von Corporate Carsharing  kann zudem der Fuhrpark bestmöglich ausgelastet werden. Die Funktion des digitalen Fahrtenbuches reduziert zusätzlich den Papierverbrauch.

Welche Anforderungen an die Rechtssicherheit ergeben sich für Unternehmen beim Flottenmanagement?

Die Anforderungen sind vielfältig und in den Unfallverhütungsvorschriften zusammengefasst. Beispielsweise ist der Fahrzeughalter verpflichtet, bei Übergabe eines Dienstwagens eine Erstunterweisung durchzuführen. Auch die tägliche Fahrzeugkontrolle und das Aufsetzen eines Dienstwagenüberlassungsvertrags sind wichtige Aspekte der Rechtssicherheit. Ein weiterer Faktor ist die steuerliche Behandlung von Poolfahrzeugen, hier muss das finanzamtkonforme Führen der Fahrtenbücher gewährleistet werden.

 

Andreas Schneider, Geschäftsführer von Vimcar


Ist die Nachhaltigkeitsdebatte bereits beim Firmenfuhrpark angekommen?

Ein klarer Trend ist die verstärkte Nachfrage nach alternativen Antrieben. Immer mehr Firmen setzen aufgrund der umweltfreundlicheren Fortbewegungsart auf E-Mobilität. Hinzu kommen sinkende CO2-Obergrenzen, schwankende Treibstoffpreise oder steuerliche Begünstigungen, wodurch die Einführung von Elektro- und Hybridfahrzeugen in den Fuhrpark auf der Agenda vieler Unternehmen steht. Ebenso steigt das Interesse an Poolfahrzeugen, die innerbetriebliches Carsharing ermöglichen. Dabei werden mehr umweltfreundliche Modelle eingesetzt, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Spielen Marke, Prestige und PS noch eine wesentliche Rolle?

Der Dienstwagen ist für viele Mitarbeiter ein hoher Motivationsfaktor. Neben Fahrkomfort und Sicherheit spielen natürlich auch Kaufkriterien wie Prestige und Außenwirkung eine Rolle. Wir merken jedoch, dass das Thema Umweltschutz in den Vordergrund rückt und ökonomische und ökologische Gesichtspunkte an Bedeutung gewinnen. Die Auswahl hängt aber auch davon ab, ob im Unternehmen eine Car Policy definiert wurde. Nichtsdestotrotz bleibt das Thema Auto sehr emotional, und die Marke spielt auch weiterhin eine wichtige Rolle.

 

Martin Kössler, Geschäftsführer ALD Automotive Österreich


Wie leicht ist es heute, einen Fuhrpark weitgehend emissionsfrei aufzustellen?

Der Übergang von konventionellen auf elektrische Antriebe ist ein anspruchsvolles Thema, hier macht professionelle Unterstützung durch Fuhrparkmanager Sinn. Entscheidend ist es, den individuellen Einsatzzweck und das Fahrprofil der jeweiligen Fahrzeuge zu kennen. Raiffeisen-Leasing kann das Fahrprofil mittels GPS-Logger analysieren. Damit wird bestimmt, ob und welche E-Fahrzeuge die benötigte reale Reichweite haben. Ein weiteres Thema ist die Konzeption der Ladeinfrastruktur und des Lastenmanagements auf dem Firmengelände. Für das Hochgeschwindigkeitsladen unterwegs braucht es ebenfalls eine passende Ladekarte. Ein wirtschaftlich wichtiges Thema sind auch die zahlreichen Fördermöglichkeiten, die vielfach wenig bekannt sind.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen im Fuhrpark?

Wir haben uns durch unsere Pionierarbeit und langjährige Erfahrung eine klare Ausnahmestellung am Markt erarbeitet. Unsere Firmenkunden schließen daher schon zu rund 20% Verträge für E-Fahrzeuge ab. 2020 wird die Nachfrage insbesondere nach Plugin-Hybrid Fahrzeugen sprunghaft ansteigen. Denn sie sind notwendig, damit die Fahrzeughersteller ihre CO2-Flottenziele einhalten können. Dabei werden die Kunden in ihren Mobilitätsbedürfnissen nicht eingeschränkt und können sich zusätzlich den niedrigeren Sachbezug sichern, der bei batterieelektrischen Fahrzeugen sogar komplett entfällt.

 

Renato Eggner, Geschäftsführer Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

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