Direkt zum Inhalt

Geeintes und starkes Auftreten

24.03.2014

Der österreichische Pkw-Markt ist im Jänner 2014 eingebrochen. Was nun nach den Kfz-Steuererhöhungen zu erwarten ist und wie es in Europa und im Rest der Welt aussieht.

Die internationalen Pkw-Märkte haben sich im Jänner unterschiedlich entwickelt. Der europäische Markt verbuchte ein Plus von rund 5 Prozent. China erreichte mit 1,7 Mio. abgesetzten Neuwagen einen neuen Monatsrekord. Auch in Japan stieg die Pkw-Nachfrage im Jänner deutlich (+31  Prozent). Der Light-Vehicles-Absatz in Brasilien lag leicht über dem Vorjahr. Negativ entwickelte sich hingegen der Light-Vehicles-Markt in den USA. In Russland und Indien war die Nachfrage nach Neuwagen ebenfalls rückläufig.

Plus 5,5 % EU-Weit
Der europäische Pkw-Markt kommt langsam in Fahrt. Im Jänner kletterten die Neuzulassungen laut europäischem Herstellerverband ACEA in der Europäischen Union um 5,5 Prozent auf 935.640 Fahrzeuge und legten damit den fünften Monat in Folge zu. Rückgänge gab es nur in fünf von 28 EU-Ländern, am schlechtesten lief es in Österreich mit einem Minus von 13,6 Prozent.
Jeweils ein Plus gab es in den fünf größten Märkten. Deutschland, Großbritannien und Spanien erreichten jeweils mehr als 7 Prozent Zuwachs, Frankreich schaffte immerhin ein knappes Plus von 0,5 Prozent. Selbst in Italien, wo der Markt lange stagnierte, war ein Aufschwung bemerkbar.

Phase der Belebung
Damit stehen nach Meinung von Analysten jedoch noch keine rosigen Zeiten bevor – der Jänner 2014 war trotz der Steigerungen immer noch der zweitschwächste Jahresauftakt seit Beginn der Aufzeichnungen vor zehn Jahren. Von einem Wiederanspringen des Marktes könne noch nicht die Rede sein, gab IHS Automotive in einer Aussendung an.

„Nach einer Zeit, in der Überleben für viele Hersteller zum Schlüsselwort wurde, kommen wir endlich in eine Phase der Belebung“. In guten Zeiten seien in der EU ohne Weiteres im Jänner mehr als eine Million Neuwagen zugelassen worden. Davon sei man weit entfernt.
„Die gute Nachricht ist: Der Abwärtstrend in Europa ist gestoppt!“, meldete die Unternehmensberatung Ernst & Young. Bis der europäische Absatzmarkt allerdings wieder annähernd das Vorkrisenniveau erreiche, dürften noch viele Jahre vergehen. Für 2014 erwarte man einen Anstieg der Neuzulassungen im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Österreich
In Österreich wird nun abzuwarten sein, wie sich die neuen Steuern, insbesondere die NoVA, beim Autokauf auswirken. Hier konnte in letzter Minute ja noch zumindest in einigen Punkten nachgebessert werden. So werden die Freibeträge bei Benzin und Diesel 2014 erhöht und ab 2015 angeglichen. Eine Deckelung wurde wieder eingeführt, auch eine akzeptable Regelung für Leasingfahrzuge ins Gesetz aufgenommen.
Der Ökobonus für umweltfreundliche Fahrzeuge wurde um ein Jahr bis 2015 verlängert. Das ändert zwar nichts daran, dass Steuererhöhungen per se abzulehnen sind und dass die Umsetzungsfrist viel zu kurz war, allerdings hat das BMF und die Bundesregierung spät aber doch gezeigt, dass schlussendlich kein Weg daran vorbei führt, mit der Autobranche zu verhandeln und dass Kompromisse möglich sind.

automotivebranche = leitbranche
Der Februar ist im Autohandel natürlich positiv gelaufen, es bleibt abzuwarten, wie sich der weitere Jahresverlauf entwickelt und ob Bewegung in die einzelnen Segmente kommt.
Allerdings hat sich die budgetäre Situation des Staates – Stichwort Hypo – nicht verbessert und wir werden wohl auch künftig Versuche erleben, den Autofahrer weiter zu belasten. In den Verhandlungen zur NoVA hat sich gezeigt, dass ein geeintes, starkes Auftreten der Industrie, Importeure und Handel schlussendlich doch etwas bewirkt hat. Diese Awareness, die automotive Branche als Leitbranche anzuerkennen und nicht weiter zu belasten, muss noch stärker in den Köpfen der politischen Entscheidungsträger verankert werden, und dafür werden wir kämpfen.

Autor/in:
Christian Pesau
Werbung

Weiterführende Themen

Aktuelles
14.09.2016
Aktuelles
16.06.2016
Aktuelles
14.04.2016
Aktuelles
07.04.2016
Werbung