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Klimaschutz lässt die Kasse klingeln

25.09.2014
CSR

Noch kümmern sich die wenigsten Autohäuser um das Thema Energieeffizienz – und verschenken damit bares Geld. Das Autohaus Harmtodt im steirischen Grafendorf bei Hartberg zeigt vor, wie sich schon mit einfachen Maßnahmen Energie und Kosten sparen lassen. 

M it 78 Jahren denkt Elfriede Harmtodt noch keineswegs an den Ruhestand, im Gegenteil. „Es gibt noch viel zu tun, um die Energiekosten weiter zu senken“, zeigt sich die rüstige Seniorchefin des gleichnamigen Autohauses entschlossen. Seit 55 Jahren ist sie nun im Unternehmen im steirischen Grafendorf bei Hartberg tätig, und die ständig steigenden Strompreise sind der kühl kalkulierenden Unternehmerin seit jeher ein Dorn im Auge.
Mit tatkräftiger Unterstützung von Geschäftsführer Roland Kockert versucht Elfriede Harmtodt nun seit rund drei Jahren jene Löcher in ihrem Betrieb zu stopfen, durch die Energie und damit auch bares Geld sinnlos verpuffen. Der Lohn der Mühe bisher: Eine Energieeinsparung von jährlich 22.300 Kilowattstunden und damit etwa eines Fünftels des Gesamtenergieverbrauchs. Außerdem die Auszeichnung als Vorzeigebetrieb der klima:aktiv Initiative von Bundesminister Nikolaus Berlakovich. Eine Win-Win-Situation für die Unternehmerin und das Weltklima, denn der drastisch verringerte CO2-Ausstoß erspart dem Betrieb Ausgaben von rund 2.800 Euro im Jahr. 

Tipps vom Energiedetektiv

Seit 54 Jahren ist das Autohaus Harmtodt BMW-Vertragshändler, seit 18 Jahren vertritt es auch die Marke Seat. 26 Mitarbeiter sind am Standort Grafendorf beschäftigt, sie wickeln den Verkauf von rund 400 Neu- und Gebrauchtwagen pro Jahr ab. Ebenso werden alle Service- und Reparaturarbeiten inklusive Spengler- und Lackierarbeiten durchgeführt. „Der Gesamtenergieverbrauch hat eines Tages bereits an der 100.000 Kilowattstunden-Marke gekratzt – da musste etwas geschehen“, erzählt Seniorchefin Elfriede Harmtodt. Sie beauftragte das Grazer Ingenieurbüro Weigl, Einsparpotenziale zu finden. „Energiedetektiv“ Werner Trummer machte sich an die Arbeit und ortete Leckagen im Druckluftsystem, ineffiziente Beleuchtungsanlagen, einen schlechten Wirkungsgrad des Heizkessels sowie Stromverluste im Standby-Modus der Computer und Bürogeräte. Die Maßnahmen, die Energiedetektiv Trummer vorschlug, waren verblüffend einfach umzusetzen und mit einmaligen Investitionskosten von rund 4.500 Euro, gemessen am Einsparungseffekt, auch äußerst kostengünstig:

  • Druckluft: Da sich der Kompressor auch in der Nacht einschaltet, um Leckverluste auszugleichen, wird er nun nach Betriebsschluss einfach abgeschaltet. Undichte Druckluftkupplungen wurden ausgetauscht, die Befestigungsschellen an den Schläuchen werden nun von den Mitarbeitern regelmäßig gewartet und geprüft.
  • Beleuchtung: Die ineffizienten T8- Leuchtstofflampen mit konventionellen Vorschaltgeräten fielen durch lange Einschaltzeiten und einen hohen Stromverbrauch auf. 158 ineffiziente Lampen wurden auf ein Adaptersystem mit T5-Leuchtstofflampen mit 35 W Nennleistung und elektronischen Vorschaltgeräten umgerüstet. Bei den meisten Leuchtstofflampen wurden zudem hochreflektierende Aluminium-Reflektoren montiert und dadurch die Lichtausbeute weiter erhöht.
  • IT, Bürogeräte: Die 23 Computer samt diverser Peripheriegeräte werden nun nach Betriebsschluss mittels schaltbarer Steckerleisten komplett vom Stromnetz getrennt.
  • Heizung/Lüftung/Klimatisierung: Das beim Ölwechsel anfallende Altöl wurde früher in einem Heizkessel mit anschließender Rauchgasfilterung mit relativ schlechtem Wirkungsgrad verfeuert. Eine Umstellung auf Heizöl brachte sofort einen deutlich höheren Wirkungsgrad, das Altöl wird nun fachgerecht entsorgt. Mit der Bilanz der bereits durchgeführten Maßnahmen sind Elfriede Harmtodt und Roland Kockert zwar durchaus zufrieden, doch ist der Blick einmal geschärft, tauchen am Horizont schon die nächsten Energiesparpotenziale auf. „Derzeit stellen wir die Außenscheinwerfer für das Gebäude sowie für den Neu- und Gebrauchtwagenplatz von Halogen auf LED um“, erklärt Kockert.

Fazit: Bei gleicher Lichtausbeute benötigen die neuen Lampen rund 85 Prozent weniger Strom. Außerdem wird die bereits installierte Photovoltaikanlage am Dach des Schauraumes auf ihre Effizienz geprüft und bei Bedarf erweitert. „Photovoltaikstrom ist für einen Kfz-Betrieb deutlich besser nutzbar als für ein Einfamilienhaus“, erklärt Roland Kockert. „Wir verbrauchen den Strom, wenn die Sonne ihn produziert und ersparen uns dadurch einen teuren Zwischenspeicher.“

 

Autor/in:
Peter Seipel
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