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Mercedes-Benz Actros 1863 4x2 Gigaspace

12.11.2019

170 Testkilometer in gewohnter Umgebung erbrachten viele interessante Erkenntnisse. Mit dem Actros starten wir in ein neues Kapitel auf unserer Verbrauchsrunde.

Mittlerweile ist es bereits unser drittes Rendezvous mit dem neuen Actros. Im Spätsommer 2018 durften wir die Funktion der die konventionellen Außenspiegel ersetzenden „MirrorCams“ bei der Weltpremiere in Berlin selbst hinter dem Lenkrad erfahren und viele weitere Fahrerassistenz-Systeme am Beifahrersitz kennen lernen. Im Mai konnten wir das komplette Technik-Programm dann auf ausgewählten Routen rund um Barcelona erproben. Jetzt nahmen wir mit einem Actros 1863 unsere bewährte STRAGÜ-Verbrauchsrunde in Angriff.

Mehr Assistenz

Bei dieser Testfahrt haben wir uns auch für eine Änderung der Durchführung entschieden. Ab sofort kommt die höchst mögliche Anzahl an Fahrassistenten des jeweiligen Testwagens zum Einsatz. Das Lkw-Flaggschiff von Mercedes ist als Technologieträger auf der Reise in die Zukunft aktuell ohnedies in der Pole-Position. Auch bei den zukünftigen Testautos der anderen Hersteller ist von immer mehr Fahrerunterstützung auszugehen, deren Funktionsweise ebenfalls einem Praxis-Check unterzogen werden soll. Kleine Einschränkung: Zwei Testberichte nach der bisherigen Vorgangsweise – bei der lediglich der vorausschauende Tempomat PCC zum Einsatz kam – folgen noch in den kommenden beiden Ausgaben.

Etwas Eingewöhnung

Der Blick in die Bildschirme der Mirror Cams, statt in konventionelle Außenspiegel, ist dem Autor dieser Zeilen nicht schwer gefallen. Hilfreich vor und nach Überholvorgängen sind zudem die optischen Signale des Tote-Winkel-Assistenten im Display. Von sämtlichen zur Verfügung stehenden Komfort- und Sicherheits-Features des überkomplett ausgestatteten Testautos profitiert man sicher nach eingehender Beschäftigung damit am meisten. Je nach Technik-Affinität des Chauffeurs erschließt sich manche Funktion mehr oder weniger intuitiv. Dem STRAGÜ-Tester ist das beispielsweise beim eher banalen Vorgang des Wechselns des Radiosenders nicht gelungen. Die Bedienung am Multifunktionslenkrad mit Touch-Control-Pads, auch Finger-Navigation-Pads genannt, ist vermutlich nicht jedermanns Sache. Hilfreich sind dafür die „Schnelleinsprungtasten“ unter dem Mitteldisplay, die bei häufig genutzten Funktionen aufwendige Ausflüge in diverse Untermenüs verhindern helfen.

Entspannte Testfahrt

Am Testtag herrschten strahlender Sonnenschein und eine spätsommerliche Temperatur von 23 Grad. Im Rahmen der „freundlichen Übernahme“ durch den Active Drive Assist (siehe Kasten) haben wir die Systeme PCC und Abstandshilfe-Assistent aktiviert. Als Geschwindigkeitsvorgabe haben wir im „A-Economy“-Modus 85 km/h (+4/-6) gewählt. Auf den Wiener Stadtautobahn-Abschnitten mit Tempo 60 haben wir die Geschwindigkeit manuell angepasst, da das System das geänderte Tempolimit nicht übernommen hat (was es früher beim Einfahren ins Ortsgebiet getan hat). Prinzipiell hat der Active Drive Assist aber zur vollsten Zufriedenheit funktioniert und für eine besonders entspannte Testfahrt gesorgt. Auch das selbstständige Anfahren auf einem kurzen Stop-and-go-Abschnitt auf der Südosttangente verlief reibungslos (nach einem Stillstand von mehr als drei Sekunden ist ein leichter Gasbefehl des Fahrers nötig).
Eine absolut positive Überraschung ergab sich dann beim Ausfüllen des Testprotokolls nach dem Tanken: Punkto Verbrauch (25,48l/100 km) und Durchschnittsgeschwindigkeit (76,52 km/h) liefert der Actros mit dem stärksten 15,6-l-Motor (625 PS bei 1.600/min, 3.000 Nm bei 1.100/min) absolut beeindruckende Werte. 

Gigaspace-Fahrerhaus

Ein großes Lob gilt auch dem Fahrkomfort in der geräumigen Gigaspace-Kabine. Layout, Materialauswahl und Verarbeitungsqualität gewährleisten einen hohen Wohlfühlfaktor. Mit dem Namen der Lackfarbe gönnt sich Mercedes zum Abschluss noch einen schönen Kontrast zu so viel modernster High-Tech im neuen Actros: „Antikrot metallic“ ist ein angenehm altmodischer Name für die Lackierung dieser derart fortschrittlichen Sattelzug­maschine. 

Testbericht von Andreas W. Dick


ACTIVE DRIVE ASSIST

Eine spektakuläre Actros-Innovation ist der neue Active Drive Assist ADA, der dem Fahrer erstmals in einem Serien-Lkw teilautomatisiertes Fahren in allen Geschwindigkeitsbereichen bietet. Neu dabei sind die aktive Querführung und die Verbindung von Längs- und Querführung in allen Geschwindigkeitsbereichen durch das Zusammenspiel von Radar- und Kamerainformationen.

Der ADA baut auf dem Abstandshalte-Assistent mit Stop-and-go-Funktion sowie dem Spurhalte-Assistent auf und bremst den Lkw ab, wenn er einem vorausfahrenden Fahrzeug zu nahe kommt und beschleunigt ihn wieder bis zu einer festgesetzten Geschwindigkeit. Zudem hält er das Fahrzeug aktiv in der Spur. Droht das Fahrzeug die Spur unabsichtlich zu verlassen, greift der Active Drive Assist ein und lenkt selbständig zurück in die Spur.

 

Original erschienen am 12.11.2019: Straßengüterverkehr.
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