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Mehr Leistung, weniger Gewicht - moderne Kipper erfüllen höchste Ansprüche.

Die Kunst des Kippens

12.03.2021

Geringes Eigengewicht, hohe Nutzlast, robuste Konstruktion, einfache Bedienbarkeit – das sind die Tugenden, die von einem modernen Kipper erwartet werden. Der folgende Marktüberblick stellt ­interessante neue Modelle renommierter Kipper-Hersteller und Aufbau-Spezialisten vor. 

Schwarzmüller: Baukastensystem

Die Lkw-Aufbauten aus dem Portfolio der oberösterreichischen Schwarzmüller Gruppe werden auf die verschiedensten Lkw-Typen gebaut, wobei Schwarzmüller keinen Hersteller favorisiert. Jeder Aufbau erfolgt nach den detaillierten Vorgaben des Kunden, die verschiedenen Aufbautypen können zunächst aus einem Baukastensortiment gewählt werden. Je nach Lkw wird nach dieser Entscheidung ein Konzept entwickelt, das die Kundenanforderungen erfüllt. Besonders gefragt sind derzeit Kippaufbauten in 3-Seitenausführungen sowie Hinterkippmulden. Auf Kundenwunsch werden Kippaufbauten samt Ladekran oder als Schnellwechselanlage angefertigt. Zur Wahl stehen sämtliche Radformeln inklusive 5-Achs-Lkw-Aufbauten, die Schwarzmüller in die Schweiz liefert. Trotz der Leichtbauelemente büßen die Kipper von Schwarzmüller nichts an Zuverlässigkeit ein. So kommen beispielsweise bei Stahlmulden die außergewöhnlich verschleißfesten Hardox-Bleche zum Einsatz, die sich im anspruchsvollen Baustellen-Einsatz bewähren. Aluminium wird optional dort verwendet, wo das Eigengewicht des Nfz möglichst niedrig gehalten werden soll. So wählt der Kunde je nach Einsatzzweck und Zielgewicht eine Alu- oder Stahlmulde. Aufgrund steigender Nachfrage finden sich im Schwarzmüller-Portfolio außerdem Kipper mit Thermoisolierung sowie Gesteinskipper mit Fernbedienung. Nähere Infos: www.schwarzmueller.com

Meiller: Kippen in Rekordzeit

Beim großen Kippsattel-Vergleichstest des deutschen Fachmagazins Verkehrsrundschau trumpfte die Alu-Kastenmulde von Meiller mit den schnellsten Kippzeiten auf. Darüber hinaus überzeugte der Auflieger des bayerischen Kipperspezialisten mit seinem stabilen Rahmen und einer sauberen Verarbeitung. Auch das problemlose Fahrverhalten und die Qualität der Lackierung wurden im Vergleichstest mit insgesamt acht Sattel-Kippaufliegern lobend erwähnt. Verbesserungspotenzial sah die Jury beim Thema Kabelverlegung sowie den Reinigungsmöglichkeiten des Unterfahrschutzes. „Wir freuen uns sehr, dass wir beim Vergleichstest so gut abgeschnitten haben“, sagt Michael Eicheldinger, Leiter Produktmanagement bei Meiller. Dafür verantwortlich macht er unter anderem die gelungene Gewichtsreduzierung der Aufbauten, die technischen Innovationen wie Tailored Blanks und die Optimierung der Muldenform mit einer Senkung der Beladehöhe. „Es ist schön, von unabhängiger Stelle bestätigt zu bekommen, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat“, ist auch Manfred Vöst, Vertriebsleiter Deutschland, über die Anerkennung erfreut. Die österreichische Meiller-Niederlassung wurde Anfang 2020 am neuen Standort Oed-Oehling im Bezirk Amstetten in Niederösterreich eröffnet und wartet mit einer hochmodernen Lackieranlage mit integrierter Sandstrahlanlage und Infrarot-Trockenkabinen auf. 
Nähere Infos: www.meiller.com

Fliegl: Weniger Gewicht, mehr Nutzlast 

Um die Vorzüge seines Sattelkippers DHKA 390 „Revolu­tion“ zu unterstreichen, lässt der deutsche ­Fahrzeugbauer Fliegl den Fuhrunternehmer Albin Pechtold aus Sonneberg in Thüringen zu Wort kommen. Pechtold ist von seinem neu erworbenen Revolution Kipper so begeistert, dass er gleich noch einen zweiten bestellt hat. „Wir werden nach Tonnage bezahlt, da zählen jede 100 Kilo, die wir pro Fahrt mehr transportieren können“, sagt er. Die Kontrollen sind streng, Fahrzeuge mit mehr als 40 Tonnen Gesamtgewicht dürfen den Hof beim Kunden nicht verlassen. Zwischen 15.000 und 20.000 Tonnen feinkörniges Schüttgut lädt Pechtold pro Jahr, seine Lkw legen damit rund 80.000 Kilometer zurück. „Etwa alle 14 Tage spare ich durch die höhere Nutzlast eine Fahrt ein“, berichtet Pechtold. Zusätzlich zur Serienausstattung ließ der Fuhrunternehmer bei Fliegl eine Aufstiegsmöglichkeit samt Handlauf in die Heckklappe montieren, da die Fahrer die Mulde vor jeder Tour reinigen müssen. Zum niedrigen Leergewicht tragen unter anderem die leichten Dura-Bright-Alufelgen von ­Alcoa bei. Die Seitenwände der Fliegl-Aluminium-Mulde bestehen aus 30 mm starken Hohlkammerprofilen und sind bei der 25-Kubikmeter-Variante nur 1.450 mm hoch. Damit ist der Kippauflieger niedriger als das Fahrerhaus. Dies sorgt ebenso für einen geringeren Luftwiderstand wie das Schiebeverdeck „Cabriole“, welches verhindert, dass sich der Fahrtwind bei leerer Mulde an der Heckklappe fängt. Nähere Infos: www.fliegl-fahrzeugbau.de

Leitner: Spezialist mit Tradition

Seit mehr als 50 Jahren liefert das Familienunternehmen Leitner Fahrzeugbau GmbH & CoKG aus Lengau in Oberösterreich nach Kundenwunsch individuell gefertigte Aufbauten. 1968 von Johann und Hildegard Leitner als Bau- und Kunstschlosserei gegründet, hat sich das Unternehmen seither zu einem spezialisierten Betrieb für Kran- und Kipperaufbauten entwickelt. Als 2007 der ursprüngliche Standort in Straßwalchen in Salzburg zu klein wurde, übersiedelte Leitner nach Lengau und errichtete ein neues Firmengebäude für den Fahrzeug- und Kipperbau, das 2012 um eine zusätzliche Konstruktionsabteilung erweitert wurde. Seither verlassen rund 80 Neuaufbauten pro Jahr das Firmengelände. Als eine von zahlreichen Referenzen stellt Leitner seinen aufwendigen Aufbau für die Georg Bernsteiner KG aus Piesendorf vor. Beide Seitenwände sind ebenso wie die Rückwand hydraulisch abklappbar. Ein Umrüstsatz auf Sattelbetrieb, eine Funkfernbedienung sowie die Metallic-Lackierung gehören zu den Highlights, die dem Kipper aus dem Hause Leitner zu einem spektakulären Auftritt auf der Baustelle verhelfen. Nähere Infos: www.leitner-fzb.at

Ressenig: Der Maßschneider

Das Kärntner Familienunternehmen ist auf maßgeschneiderte Aufbauten für Lkw des Baugewerbes und Kommunal-Fahrzeuge spezialisiert. Die jüngste Innovation ist der Drei-Seiten-Thermokipper 2.0 mit Thermoisolierung für den Transport von Asphalt und anderen Mischgütern. Die Schiebeplane kann mittels Fernbedienung zurückgeschoben werden, sodass der Kipper auch im Baustellenbetrieb eingesetzt werden kann. Mit einem Aufbaugewicht von 4.100 kg hat er ein Ladevolumen von rund 13,65 m³. Das Mischgut-Temperatur-Management besteht aus Controller, Display im Fahrerhaus, Thermodrucker und Funk-Thermofühlelementen. Nähere Infos: www.ressenig.at

Schmitz Cargobull: Neue Konstruktion

Der deutsche Hersteller von Sattelaufliegern, Aufbauten und Anhängern, Schmitz Cargobull, hat seinen Sattelkipper S.KI grundlegend überarbeitet. Fazit: Die Neukonstruktion des Rahmenbaukastens in Abhängigkeit von Baulänge und Rahmenausführung bringt Gewichtseinsparungen von bis zu 180 Kilogramm, die nun der Nutzlast zugute kommen. Für die S.KI-Rahmengeneration in verzinkter Ausführung sichert Schmitz Cargobull den Kunden zehn Jahre Gewährleistungen gegen Durchrostung zu. Der neu entwickelte Unterfahrschutz erfüllt schon heute die zukünftigen gesetzlichen Vorgaben der Richtlinie ECE-R58.03. Aufgrund zahlreicher Nachfragen hat Cargobull auch seinen Zentralachs-Kipper Z.KI als Dreiseitenkipper wieder ins Programm genommen. Die konstruktiv überarbeitete Kippmulde fasst rund 10 m³ Ladevolumen und ist in Paletten breiter Ausführung erhältlich. Im Vergleich zum Vorgängermodell konnte das Eigengewicht um etwa 60 Kilogramm reduziert werden, was für den Transporteur ein Mehr an Zuladung bedeutet. Schmitz Cargobull bietet zudem seinen Motorwagen-Kippaufbau M.KI Thermo jetzt auch mit Thermo-Isolierung an. Die thermoisolierte Mulde mit 18 Kubikmeter Fassungsvermögen ist zum Beispiel für den Transport kleinerer Asphaltmengen ausgelegt. Das Fahrzeug weist durch die Thermo-Isolierung ein nur geringes Mehrgewicht von rund 195 Kilogramm auf. Nähere Infos: www.cargobull.com

Peischl: Aluminium pur

Gewichtsoptimierung, Standsicherheit und ein ästhetisch ansprechender Auftritt zeichnen den neuen Vollaluminiumkipper aus dem Hause Peischl aus. Das im Jahre 1820 gegründete Fahrzeugbauunternehmen mit Sitz in Stegersbach im Burgenland gilt als ältestes Fahrzeugbau-Unternehmen Österreichs und als eines der ältesten in ganz Europa. Heute wird es in der achten Generation von Ernst und Markus Peischl geleitet. Der Familienbetrieb setzt mit seiner Innovationsbereitschaft neue Standards in puncto Wirtschaftlichkeit und Qualität. „Wirtschaftlichkeit im Aufbaubereich ist ein Ergebnis aus Flexibilität und Kundennähe“, verrät Markus Peischl sein Erfolgsrezept. Dazu kommen ständige Produktionsverbesserungen und der Einsatz neuer Materialien, wodurch der Kunde sicher sein kann, den letzten Stand der Technik zu bekommen. „Dass dabei die Optik ganz vorne steht, ist eines unserer Markenzeichen“, ergänzt Markus Peischl. So verwendet der Aufbau-Spezialist einen nach eigenen Entwürfen gepressten hochfesten Aluminium­außenrahmen sowie einen selbst konstruierten und in Gesenk-Schmiedetechnik gefertigten Peischl-Kipperverschluss. Fazit: Peischl-Alukipper gelten auf dem Markt als robuste und formschöne Leichtgewichte. Nähere Infos: www.peischl-fahrzeugbau.at

 

Autor/in:
Peter Seipel
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