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Alles neu bei Renault

14.01.2021

Die Groupe Renault baut sich unter dem neuen CEO Luca de Meo komplett um. Und: Ein Kultauto feiert sein Comeback.

Luca de Meo, Vorstandsvorsitzender der Groupe Renault, hat große Pläne. Mit dem Strategieplan "Ranaulution" stellt er den fränzosischen Hersteller komplett um. Dabei will der ehemalige Seat-CEO in drei Phasen vorgehen: 

  • Erholung - bis 2023 liegt der Fokus auf der Verbesserung der Margen und der Cash-Generierung
  • Erneuerung - bis 2025 sollen neue Fahrzeugsegmente erschlossen werden. Das Ziel: die Rentabilität steigern
  • Revolution - ab 2025 soll sich das Geschmäftsmodell vermehrt auf Technologie, Energie und Mobilität ausrichten. Ziel: Die Renault Gruppe zu einem Verreiter in der neuen Mobilität mache

Luca de Meo erklärt das Vorhaben so: "Bei der Renaulution geht es darum, das gesamte Unternehmen von Volumen auf Wert umzustellen. Es ist mehr als ein Turnaround, es ist eine tiefgreifende Transformation unseres Geschäftsmodells. Wir haben ein stabiles, gesundes Fundament für unsere Performance geschaffen. Wir haben unsere Prozesse verschlankt, angefangen bei der Entwicklung, unsere Größe angepasst, wenn es nötig war, und unsere Ressourcen in Produkte und Technologien mit hohem Potenzial gelenkt. Diese gesteigerte Effizienz wird unsere künftige Produktpalette beflügeln: technologiegetrieben, elektrifiziert und wettbewerbsfähig. Und dies wird unsere Marken stärken, jede mit ihrem eigenen klaren, differenzierten Gebiet; verantwortlich für ihre Profitabilität und Kundenzufriedenheit. Wir werden uns von einem Autokonzern, der mit Technologie arbeitet, zu einem Tech-Unternehmen entwickeln, der mit Autos arbeitet und bis 2030 mindestens 20 Prozent seines Umsatzes mit Dienstleistungen, Daten und Energiehandel erzielt."

Die neue Marschrichtung hat auch ein ökoligischen Ziel im Auge: Bis 2050 soll der CO2-Fußabdruck von der Renault Gruppe in Europa auf Null sinken.

Finzanzziele

Bis 2023 soll eine operative Konzernmarge von mehr als 3 Prozent erreicht werden und ein kumulativer operativer Free Cashflow im Automobilbereich von etwa 3 Milliarden Euro (2021-23). Die Investitionen (Forschung und Entwicklung) sollen auf etwa 8 Prozent des Umsatzes sinken. Bis 2025 soll eine operative Konzernmarge von mindestens 5 Prozent erreicht werden, ein kumulativer operativer Free Cashflow im Automobilbereich von etwa 6 Milliarden Euro (2021-25) und eine Verbesserung der Kapitalrendite (ROCE) um mindestens 15 Punkte gegenüber dem Jahr 2019.

4 Business Units

Der Strategieplan stützt sich auf zwei Säulen: Zum einen auf die verbesserte Effizienz der Funktionen, die für Wettbewerbsfähigkeit, Kosten, Entwicklungszeit und Time-to-Market verantwortlich sind. Zum anderen auf die Schaffung von vier Business Units mit starker Identität und Positionierung: Renault, Dacia-Lada, Alpine und Mobilize.
Die verbesserte Effizienz der Funktionen umfasst drei Schwerpunkte:

  • Entwicklung und Fertigung: Reduzierung der Zahl der Fahrzeugplattformen und der Antriebsstränge; alle Modelle, die auf den bestehenden Plattformen eingeführt werden, werden in weniger als 3 Jahren auf dem Markt sein. Anpassung des Produktionsvolumens von 4 Millionen Einheiten im Jahr 2019 auf 3,1 Mio. Einheiten im Jahr 2025 (Harbour-Standard); erhöhte Effizienz mit Lieferanten
  • Lenkung der internationalen Präsenz in Richtung margenstarkes Geschäft
  • Strikte Kostendisziplin: Senkung der Fixkosten und der variablen Kosten sowie der Investitionsausgaben

Diese Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns stärken und die Gewinnschwelle (Break-even) bis 2023 um 30 Prozent senken. Die Schaffung von vier Geschäftsbereichen (Renault, Dacia-Lada, Alpine und Mobilize) mit starker Identität und Positionierung möchte die Basis für ein neu ausbalanciertes und profitableres Produktportfolio schaffen. Geplant sind 24 Neueinführungen bis 2025 - die Hälfte davon in C/D-Segmenten - und mindestens 10 vollelektrische Fahrzeuge. Die neue wertorientierte Organisation möchte in Verbindung mit der Produktoffensive zu einem besseren Preis- und Produktmix führen.

Die Renault-Strategie

Mit einer Produktoffensive möchte Renault die bis 2025 den grünsten Antriebsmix aller Hersteller in Europa anbieten. Dazu sollen vor allem Elektro- und Wasserstofflösungen führen, 14 neue Modelle werden eingeführt, davon sieben Modelle vollelektrisch. Von allen Neuheiten wird eine Elektro- und Hybridversion geben. Die Prototypenstudie des neuen Renault 5 soll dabei einen Ausblick geben, wie sich Renault die Zukunft vorstellt. Im Technologiebereich wird Renault künftig auf die sogenannte "Software République" setzen - ein offenes kooperatives Ökosystem, das sich mit Software, Daten, Cybersicherheit und Mikroelektronik befasst. Dies soll das Renault-Angebot an vernetzten Diensten erweitern.

Die Dacia-Lada-Strategie

Dacia und Lada werden künftig verstärkt die neue, hochflexible CMF-B-Plattform der Allianz nutzen und die Zahl der Fahrzeugplattformen von vier auf eine und die Zahl der Karosserietypen von 18 auf elf reduzieren. Die durchschnittliche Produktion steigt von 0,3 Millionen Einheiten/Plattform auf 1,1 Millionen Einheiten/Plattform. Dacia wird Dacia bleiben, soll jedoch mehr Coolness bekommen. Bei der strategischen Ausrichtung bis 2025 setzt die Marke wie bisher auf einen klaren, kostendisziplinierten „Design-to-Cost“-Ansatz in der Produktentwicklung. Das soll eine wettbewerbsfähige Produktpalette erlauben, die 2021 in Europa mit dem neuen Sandero und dem Dacia Spring neu aufgestellt wird. Bis 2025 sollen drei weitere neue Dacia-Modelle hinzukommen. Insgesamt plant die Business Unit Dacia-Lada die Einführung von sieben neuen Modellen bis 2025, davon zwei im C-Segment. Im Bereich alternativer Antriebe sollen beide Marken Konzern-Technologien nutzen können, dabei ist LPG für Dacia- und Lada-Modelle vorgesehen, für Dacia-Modelle auch die E-Tech-Technologie.

Die Alpine-Strategie

Unter dem Dach der neuen Business Unit Alpine sollen künftig die Bereiche Alpine Cars, Renault Sport Cars und Renault Sport Racing ihre Kräfte bündeln. Neben dem Fokus auf die Formel 1 und den Motorsport will Alpine neue leistungsstarke, innovative und rein elektrische Sportwagen entwickeln. Dabei wird die neue Alpine-Business Unit auf das komplette technische Know-how der Renault Gruppe und der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi zurückgreifen. In Kooperation mit Lotus soll ein rein elektrischer Nachfolger der Alpine A110 entwickelt werden. Ziel von Alpine ist es, im Jahr 2025 profitabel zu sein, einschließlich der Investitionen in den Motorsport.

Die Mobilize-Strategie

Der neue Geschäftsbereich soll neue Geschäftsfelder aus Daten-, Mobilitäts- und Energiedienstleistungen entwickeln und bis 2030 mehr als 20 Prozent des Konzernumsatzes generieren. Die neue Marke bündelt alle Aktivitäten der Renault-Gruppe in den Bereichen Mobilität, Energie und datenbasierte Lösungen. Dabei nutzt Mobilize unter anderem die Expertise von RCI Bank & Services. Über das Automobil hinaus soll Mobilize eine breite Palette an innovativen Dienstleistungen in den Bereichen Mobilität, Energie und Daten anbieten. Die neue Einheit wird über ein eigenes Engineering-, Qualitäts- und Designteam sowie ein eigenes Dienstleistungsangebot in den Bereichen Energie, Konnektivität und Mobilität verfügen. Im Rahmen der Renaultion-Strategie wurde auch ein Shared-Mobility-Prototyp, der Mobilize EZ-1, präsentiert, der an den Renault Twizy erinnert. 

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