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Arbeitsplatzevaluierung leichtgemacht

20.11.2019

Die Bundesinnung Fahrzeugtechnik und die AUVA erarbeiten gerade einen LEITFADEN zur korrekten Arbeitsplatzevaluierung für Betriebe in der Kfz-Branche. Die KFZ Wirtschaft hat erste Details erfahren.

Die Arbeitsplatzevaluierung ist für jeden Betrieb ein Aufwand, da sie für jeden Betrieb individuell durchzuführen ist. Die dafür notwendigen Unterlagen sind auf unterschiedlichen Plattformen zu finden, und auch die Arbeitsinspektorate haben einen nicht branchenspezifischen und vor allem unterschiedlichen Wissensstand. „Es war uns daher ein Anliegen, hier eine Art Wissensgleichstand zwischen Arbeitsinspektorat und Betrieben herzustellen. In Kooperation mit AUVA und Sozialministerium wird nun eine Hilfestellung für unsere Mitglieder erarbeitet, bei der alle möglichen Gefahrenstellen in einem Autohaus aufgezeigt werden. Das umfasst nicht nur die klassische Werkstatt, sondern auch Lackiererei, Spenglerei, Verkaufsraum, Mitarbeiterraum oder auch Ersatzteillager“, sagt Roman Keglovits-Ackerer. Durch eine Matrix könne sich jeder seinen Anwendungsfall individuell zusammenstellen. „Wir sind in den letzten redaktionellen Sitzungen. Wahrscheinlich können wir im ersten Quartal 2020 mit dem Leitfaden erscheinen“, fügt Keglovits-Ackerer an

„Wahrscheinlich können wir im ersten Quartal 2020 mit dem Leitfaden erscheinen.“ ROMAN KEGLOVITSACKERER

DIE ZIELGRUPPE Der Leitfaden richtet sich an Arbeitgeber, die Arbeitnehmer in einem Dienstverhältnis beschäft igen. Er dient als Information über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und zur Unterstützung bei der Ermitt lung und Beurteilung von Gefahren und Belastungen am Arbeitsplatz sowie der Festlegung von geeigneten Maßnahmen. Neben der Verpfl ichtung zur Arbeitsplatzevaluierung müssen Arbeitgeber Präventivfachkräft e (PFK), das sind Sicherheitsfachkräft e (SFK) und Arbeitsmediziner (AM), bestellen (§§ 73 und 79 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz [ASchG]). Die vorgeschriebene sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung erfolgt in Arbeitsstätten bis 50 Arbeitnehmern durch Begehungen mindestens: ▶ alle zwei Jahre – bei einem bis zehn Arbeitnehmern ▶ alle drei Jahre – bei einem bis zehn Arbeitnehmern und ausschließlich Büroarbeitsplätzen sowie Arbeitsplätzen mit Büroarbeitsplätzen vergleichbaren Gefährdungen und Belastungen ▶ jedes Jahr – bei elf bis 50 Arbeitnehmern Die Begehungen können kostenlos bei AUVAsicher angefordert werden, sofern die Arbeitgeber insgesamt nicht mehr als 250 Arbeitnehmer beschäft igen. Alternativ kann eine solche Betreuung auch durch eine interne (angestellte) oder externe Präventivfachkraft oder auch ein sicherheitstechnisches bzw. arbeitsmedizinisches Zentrum erfolgen. Ansonsten sind PFK entsprechend der Präventionszeit gemäß § 82a ASchG zu beschäft igen.

LEITFADEN IN ZWEI TEILEN Der Leitfaden besteht aus zwei Teilen, einem Informations- und einem Dokumentationsteil. Im Informationsteil werden spezifi sche Informationen zu einzelnen Themen gegeben, die für Sicherheit und Gesundheitsschutz an Arbeitsplätzen von besonderer Relevanz sind. Im Dokumentationsteil werden Dokumente, Leerformulare und Beispiele zur Arbeitsplatzevaluierung zur Verfügung gestellt, die eine Hilfestellung für die betriebsbezogene Arbeitsplatzevaluierung bieten sollen.

RECHTLICHE GRUNDLAGE Die rechtlichen Grundlagen für die Evaluierung bilden das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) und die dazu erlassenen Verordnungen. Das ASchG beinhaltet den gesetzlichen Auft rag an Arbeitgeber, Gefahren in Zusammenhang mit der Arbeit in Eigenverantwortung zu ermitt eln, zu beurteilen und in Folge Maßnahmen zu deren Beseitigung oder weitestgehenden Reduzierung festzulegen, zu dokumentieren und durchzuführen. Ziel ist eine laufende Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die zu einer Vermeidung von Arbeitsunfällen und einer Minimierung von arbeitsbedingten Krankenständen führen soll.

Autor/in:
Philipp Bednar
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