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ARBÖ-Generalsekretär Gerhard Kumnig ist gelinde gesagt not amused über die Vorgehensweise beim Lobautunnel.

ARBÖ schießt gegen Ministerin und Asfinag

15.12.2021

Das neue Bauprogramm der Asfinag schließt die S1 mit dem Lobautunnel aus. Für den ARBÖ grenzt das an „Realitätsverweigerung“ und es wirft Fragen auf. 

„Es ist einfach unglaublich, wie eine einzelne Person, in diesem Fall Verkehrsministerin Leonore Gewessler, die Lebensqualität einer gesamten Region mit mehr als 2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zunichtemacht“, ist Gerald Kumnig, ARBÖ-Generalsekretär, verärgert. Der Autofahrerclub regiert mit einer Presse-Aussendung auf die Tatsache, dass im neuen Bauprogramm der Asfinag die „so wichtige S1 mit dem Lobautunnel“ nicht mehr vorgesehen ist.

Der Tonfall dabei ist ziemlich scharf: „Der Aufsichtsrat beschloss das neue Bauprogramm, womit die grünen Ökoträumereien weitergehen und Millionen Euro an Steuergeld für jahrzehntelange Vorarbeiten im Rahmen einer einzigen Sitzung vernichtet werden“, heißt es vonseiten des ARBÖ.

Für ihn ist das Bauprojekt nämlich die Lösung und nicht das Problem der Verkehrsbelastung, wie Kumnig bestätigt: „Natürlich steigt in neuen Siedlungs- und Stadterweiterungsgebieten das Verkehrsaufkommen, allein schon durch den Liefer- und Anrainerverkehr. Genau deshalb braucht es aber flankierende leistungsstarke Straßeninfrastruktur, damit die Wohngebiete entlastet und Emissionen vermieden werden. Im Falle der S1 profitiert eine ganze Millionenmetropole vom Bau, weil täglich um rund 70.000 Autos weniger mitten durch die Stadt über die Südosttangente fahren würden.“

„Steuergeldvernichtung“

Die Entscheidung, den Lobautunnel aus dem Bauprogramm nehmen zu lassen, sei für den Mobilitätsklub „absolut inakzeptabel“. Zudem merkt Kumnig an: „Man muss sich schon die Frage stellen, wer diese Steuergeldvernichtung zu verantworten hat. Jahrzehntelang wurde geplant und Vorarbeiten geleistet, und jetzt, wo das Verkehrsministerium und damit der Eigentümer der Asfinag unter grüner Führung steht, ist der Lobautunnel plötzlich nicht mehr zeitgemäß und wird ersatzlos gestrichen? Das muss die Verkehrsministerin den Menschen in der gesamten Ostregion erklären.“

Der ARBÖ fordert jedenfalls die Einhaltung des Bundesstraßengesetzes, in dem die S1 verankert ist und eine Realisierung vom Nationalrat, also der Volksvertretung, beschlossen wurde. „Auch wenn die S1 nicht in die ideologiegetriebene Politik der grünen Verkehrsministerin passt, hat sie sich trotzdem an Gesetze zu halten“, sagt Kumnig.

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