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Die gezeigten Lackdosen haben den Gegenwert eines Kleinwagens.Anwendungstechniker Walter Kremsier zeigt den Schülern, wie man die teuren Farbtöne richtig anmischt.Mit viel Gefühl und Gleichmäßigkeit wird die erste Farbschicht aufgetragen.Keine Sorge, jeder kommt dran. Auch beim zweiten Farbanstrich kommt es auf Feinheiten an.Jetzt übernimmt wieder der Meister Walter Kremsier und trägt die Schicht mit dem Striker auf.Am Ende glitzert und funkelt die Test- karosse wie ein teurer McLaren. Das Ergebnis wird genau kontrolliert und inspiziert.

Auf höchstem Niveau

15.06.2015

Einen McLaren-Sportwagen lackiert man nicht alle Tage. Es braucht Erfahrung, Schulung und das gewisse Etwas. Sechs Lackierer von Denzel waren bei Akzo Nobel und wurden in der hohen Schule der McLaren-Einfärbung unterrichtet.

Die englischen Edelsportwägen von McLaren kennen die meisten nur aus der Formel 1. Derzeit ist der Traditionsrennstall in einem Formtief, obwohl sie mit Fernando Alonso und Jenson Button zwei Toppiloten unter Vertrag haben. Deutlich besser ergeht es McLaren beim Absatz ihrer Straßensportwägen, die sich seit Jahren wachsender Beliebtheit erfreuen. Wem Porsche, Lamborghini und Ferrari zu kommerziell sind, der greift eben zu einem echten Exoten und fährt mit einem McLaren vor. Vertrieben werden die Britflitzer von Denzel in Wien. Und da auch McLaren-Fahrer nicht vor Parkremplern oder überschätzten Fahrkönnen gefeit sind, muss das Denzel-Lackierteam in Wien wissen, wie man die teuren Edelrenner richtig repariert – für den Fall der Fälle. Seit 2013 ist Akzo Nobel der exklusive Lackpartner von McLaren. Da eine McLaren-Lackierung aber nicht tagtäglich vorkommt, haben sich die Anwendungstechniker von Akzo Nobel die fleißigen Mannen von Denzel in Wien geschnappt und ihnen in einem zweitägigen Seminar die Besonderheiten und Geheimnisse der McLaren-Einfärbung gezeigt. Auffällig: die lockere, enorm gute Stimmung.

Von mclaren orange bis volcano yellow

Die Chemiker von Akzo Nobel haben den Lack für McLaren zwar nicht neu erfunden, aber sich extra viel Mühe gegeben. Schon die Farbnamen klingen so bunt wie die Lacke in der Sonne schimmern: Volcano Yellow, McLaren Orange, Papaya Spark oder Agrigan Black – da schlägt das Lackiererherz doch etwas schneller. Insgesamt stehen rund 24 Farbtöne zur Verfügung. Sonderfarben sind – wie in dieser Preisklasse üblich – gerne machbar. Was ist nun das besondere bei einer McLaren-Einfärbung? „Sowohl das Material als auch die Verarbeitung“, verrät uns Walter Kremsier, Technischer Leiter Region Nord aus Deutschland und McLaren-Spezialist. Nicht nur, dass aufgrund des seltenen und teuren Materials sehr sorgfältig gearbeitet werden muss, der Knackpunkt liegt auch in der Farbtonbestimmung. „Um diese Tiefenwirkung zu erzeugen, arbeiten wir mit einem speziellen Klarlack in dem ein so genannter Striker enthalten ist. Der Striker ist eine spezielle Mixtur, die aus dem zweischichtigen Basislack eine Spezialtinte während der Trockenphase in den Klarlack zieht“, erklärt Kremsier weiter. Anschließend werden nochmals zwei Schichten Klarlack ohne Striker aufgespritzt. Insgesamt werden sechs Lackschichten pro Karosserieteil aufgetragen. Für eine McLaren-Komplettlackierung werden 8 Liter Farbe benötigt. Nur für das Material werden Kosten in der Höhe einen Kleinwagens fällig. Ohne Arbeitszeit.

Fingerspitzengefühl

Um den Farbton gerade bei einer Reparatur perfekt zu treffen, braucht es daher viel Erfahrung, gute Augen und eine ruhige Lackiererhand. Eine Spotrepair gibt es bei McLaren übrigens nicht. Hat der Schweller einen kleinen Steinschlag, dann wird das ganze Bauteil lackiert. Nachdem Geld bei McLaren-Fahrern vermutlich weniger eine Rolle spielt, zählt vor allem die 100-prozentige Genauigkeit im Handwerk, wie uns die sechs Schulungsteilnehmer verraten haben. Die Kunden sind anspruchsvoll und bezahlen dafür. Werden Unterschiede zu anderen Kundenfahrzeugen gemacht? „Nein, eigentlich nicht. Wir sind Handwerker aus Überzeugung. Ob wir einen McLaren oder einen gebrauchten Hyundai lackieren, wir geben immer unser Bestes“, ließ uns ein Teilnehmer im Vieraugengespräch wissen. Trotzdem grinsten alle Teilnehmer etwas mehr bei der McLaren-Schulung. Vielleicht weil sie genau wissen, dass nicht jeder Lackierer das kann, was sie gerade erlernen. 

 

Autor/in:
Philipp Bednar
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