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Automessen ab jetzt digital?

05.03.2020

Die Absage des Automobilsalons in Genf hat die Hersteller dazu gezwungen, ihre Neuvorstellungen digital zu präsentieren. Ist das die Zukunft? Ein Kommentar.

Der Corona-Virus hat die Schweizer Regierung genötigt, Großveranstaltungen mit über tausend Leuten abzusagen. Erstes Opfer: der Automobilsalon in Genf. So kurzfristig, dass alle Neuheiten da, die Messestände aufgebaut und das Personal bereitgestellt waren. Kurz: Ein finanzielles Desaster für die Messe und die Aussteller. Die Lösung für die Hersteller war jedoch schnell gefunden: Online-Streams.
Das lag auf der Hand, wurden bereits die letzten Jahre alle großen Neuvorstellungen auch via Livestream ins Web gesendet. Wie viele sich die Präsentationsstreams jetzt statt der Messe angesehen haben, weiß ich leider nicht. Fakt ist aber schon: Streamen ist massiv billiger als ein Messestand. Und gerade jetzt, wo die Automobilindustrie,ob der massiven Technologieinvestitionen stöhnt und die Verkaufszahlen nicht wie gewünscht aussehen, scheint die "Digitale Automesse" eine tolle Sparmaßnahme zu sein.
Verkaufen könnte man es mit "modern, digital, grenzenlos und individuell, da jeder dort zusehen kann, wo er gerade ist - und wann, sofern es kein Livestream ist.
Sind die Tage der Automessen dadurch gezählt? Ich glaube nicht. Denn noch ist das Auto für viele Privatpersonen die zweitteuerste Investition im Leben - neben dem Grund-, Haus- oder Wohnungserwerb - und dadurch äußerst wertvoll, im wahrsten Wortsinn. Am Ende des Tages glaube ich nicht, dass die Automobilindustrie das Endprodukt einer langen, teuren Entwicklung, nur digital zeigen möchte. Man muss den glänzenden Lack, das weiche Leder und das Gefühl im Auto schon live erleben, um es genießen zu können. Ich glaube, dass das die Endkunden noch immer wollen. Und auch die Industrie, selbst wenn es mehr kostet als ein Videoclip mit Interviews und Statements der Entwickler.

Ein Kommentar von Philipp Bednar, Redakteur KFZ Wirtschaft

Autor/in:
Philipp Bednar
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