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Auf der Jahreskonferenz der BMW Group wurde der in den Startblöcken stehende BMW i4 erstmals ohne Tarnung gezeigt.

BMW fährt nicht mehr mehrgleisig und verpasst sich einen grünen Anstrich

17.03.2021

Der BMW-Konzern verabschiedet sich von der Technologieoffenheit zwischen Verbrennern, Hybriden und Elektroautos. Stattdessen richtet sich nun auch der Premiumhersteller voll auf die E-Mobilität aus. 

Die deutschen Autobauer sind deutlich besser durch die Coronakrise gekommen als erwartet. Nun setzen sie voll auf Elektrofahrzeuge – und nehmen den Kampf gegen Tesla auf. Wie VW hat auch BMW selbst im Corona-Jahr 2020 noch einen Milliardengewinn eingefahren und blickt nun zuversichtlich in die Zukunft. „2021 steht für uns im Zeichen des Wachstums“, so Finanzchef Nicolas Peter, der nun ein Plus bei den Auslieferungen von fünf bis zehn Prozent voraussagt. Das Konzernergebnis vor Steuern soll nach einem im Vorjahr erfolgten Rückgang um etwa ein Viertel nun wieder „deutlich“ zulegen. Prompt schnellte auch die Aktie deutlich in die Höhe. Die Wertpapiere des Münchner Premiumherstellers haben die rund um die Coronakrise Anfang 2020 erlitten Kursverlusten im Übrigen längst wettgemacht.

Unterdessen eifert jetzt auch BMW der Konkurrenz nach und forciert die Elektro-Mobilität. Ab 2025 will das Unternehmen mit der „Neuen Klasse“ eine komplett neue Produktfamilie auf den Markt bringen. Die neue Generation soll eine vollständig neue Software sowie komplett neue Antriebe und Batterien erhalten. Zudem verspricht BMW ein „radikal neues Niveau von Nachhaltigkeit“ über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge.

Ab 2030 jeder zweite BMW vollelektrisch

Mit der Neuausrichtung der Modellpolitik setzt BMW auch die Ziele für den Absatz von Stromautos hoch. Bereits 2023 sollen etwa 90 Prozent der Marktsegmente auch mit vollelektrischen Modellen abgedeckt werden. Ende 2025 wollen die Münchner etwa zwei Millionen Elektro-BMW an ihre Kunden ausgeliefert haben. Das entspricht einer Verzehnfachung im Vergleich zum Jahr 2020. Und ab 2030 soll gar jeder zweite weltweit verkaufte BMW vollelektrisch sein. Autos mit Verbrennungsmotoren werden zunehmend zum Nischenprodukt.

Damit gibt BMW der Elektromobilität nun endgültig den Vorzug. Bislang setzte der Konzern auf Technologieoffenheit zwischen Verbrennern, Hybriden und Elektroautos. Die Stromlimousine i4 soll nun drei Monate früher als bislang geplant auf den Markt kommen. In den kommenden Jahren sollen dann vollelektrische Versionen der volumenstarken Modelle 5er und X1 folgen. Angekündigt wurde auch ein neues Bediensystem, das mehr in Richtung Interaktivität weiterentwickelt wurde.

Mini als Vorreiter

Eine Vorreiterrolle kommt in Sachen E-Mobilität dem Mini zu: 2025 wird BMW zum letzten Mal ein neues Modell mit Verbrenner-Variante auf den Markt bringen - danach folgen nur noch vollelektrische Mini-Modelle.

BMW-Vorstandschef Oliver Zipse will den CO2-Ausstoß aber nicht nur auf der Straße, sondern über die gesamte Kette von den Rohstoffen über die Fabrik bis zum Recycling in den kommenden zehn Jahren um ein Drittel senken. Sein Konzern wolle „die grünsten Fahrzeuge“ bauen.

Autor/in:
Hans-Jörg Bruckberger
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