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CO2-Limits als Frontalangriff

04.02.2019

Der EU-Beschluss, wonach die NEUWAGENFLOTTE eines Automobilherstellers 2030 um 37,5 Prozent weniger CO2 ausstoßen muss als im Jahr 2021, ist ein Frontalangriff auf die europäische Autoindustrie.

Im Jahr 2030 muss die Neuwagenflotte eines Automobilherstellers um 37,5 Prozent weniger CO2 ausstoßen als im Jahr 2021. Auf diese Grenzwerte einigten sich Mitte Dezember die EU-Staaten, das Europaparlament und die EU-Kommission. Österreichs Umweltministerin Elisabeth Köstinger (VP), unter deren Vorsitz das Europaparlament zu diesen „ambitionierten“ Grenzwerten kam, ist auch noch stolz auf diesen Irrsinn. Faktum ist, dass die Automobilhersteller diese Vorgaben nur mit einem äußerst hohen Anteil an emissionsfreien Fahrzeugen (reine Elektroautos bzw. Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb und Brennstoffzelle) werden erreichen können. Volkswagen-Chef Herbert Diess nannte diesbezüglich bereits eine konkrete Zahl: Elektroautos müssten in etwas mehr als elf Jahren 40 Prozent Anteil am Gesamtabsatz haben.

„AMBITIONIERTE“ ZIELE

Aus heutiger Sicht sei all das „unrealistisch“, wie der Verband der europäischen Autohersteller (ACEA) kritisierte, zumal es für Elektroautos viele Hürden gebe, die der Kundenakzeptanz im Weg stünden: Anschaffungspreis, Reichweite, Ladeinfrastruktur. Die „ambitionierten“ Ziele würden viele der zurzeit 13 Millionen Jobs kosten, die in Europa an der Automobilindustrie hingen. Gerechnet wird damit, dass 15 Prozent der Arbeitsplätze verloren gingen. Aktuell machen alternative Antriebe (Elektro, Hybrid, sonstige) nicht einmal acht Prozent der neu zugelassenen Autos aus. Was noch dazu kommt: Angesichts des unverantwortlichen und irrationalen Diesel-Bashings geht die Schere zwischen verkauften Diesel- und Benzin-Modellen aktuell kräftig auseinander (58 Prozent Benziner, 35 Prozent Diesel). Sprich: Wegen drohender Fahrverbote werden wieder deutlich mehr Benziner als Diesel verkauft, was ökologisch eher weniger zuträglich ist, weil Benziner mehr Sprit verbrauchen und mehr CO2 ausstoßen. Darüber hinaus werden bei E-Autos weniger Komponenten benötigt, was zu schlechten Aussichten für die österreichische Zulieferindustrie führt. Als Elektromobilitätsvorbild wird fortwährend China genannt. Dort wird der erhöhte Strombedarf für eine E-Offensive von immer mehr Kohlekraftwerken gedeckt, was klimapolitisch nichts anderes als eine ziemliche Chimäre ist.

AM PRANGER

Der Anteil der EUweiten Pkw-Emissionen am globalen CO2-Ausstoß liegt bei nicht einmal zwei Prozent. Dieses Faktum steht in keinem Verhältnis zu der Tatsache, wie die Autoindustrie permanent an den Pranger gestellt wird. Wir sind wieder einmal päpstlicher als der Papst.

„Der Anteil der EU-weiten Pkw- Emissionen am globalen CO2- Ausstoß liegt bei nicht einmal zwei Prozent.“ WOLFGANG BAUER, CHEFREDAKTEUR

Autor/in:
Wolfgang Bauer
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