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Das Comeback der grauen Panther

23.05.2016

Mit Günther Kerle – zuletzt Geschäftsführer von Mazda Österreich – wurde einmal mehr ein Branchenprofi aus der Pension geholt und zum neuen Sprecher der Automobilimporteure gewählt. Das ist uneingeschränkt gut 

Bereits Felix Clary, Kerles Vorgänger, war Pensionist gewesen, ehe man an ihn herangetreten ist und ihn sodann zum Sprecher der Automobilimporteure gemacht hat. Clary hat den Job als Interessenvertreter im Grunde hervorragend gemacht. Respektiert und anerkannt innerhalb und auch außerhalb der automotiven Szene hat er wie ein Löwe für die Belange der Autobranche gekämpft. Clarys Engagement war vor allem auch auf Grund einer Tatsache möglich: Der Mann hatte die Zeit dafür. Weil er Pensionist war. Er war davor Geschäftsführer von BMW Österreich gewesen und darauf Chef der 
Vertriebsregion „Nordic“, Clarys Nachfolger Günther Kerle war zuletzt Geschäftsführer von Mazda Österreich.

Beste voraussetzungen

Das Anforderungsprofil für einen engagierten Interessenvertreter ist offenkundig: verdienstvolle Biographie + Zeit. Und das ist auch logisch und nachvollziehbar. Die Agenden eines Interessenvertreters sind mittlerweile breit gefächert und überaus aufwendig. Nebenbei geht gar nichts. Man kann nicht einen tagesfüllenden Job als Geschäftsführer innehaben und wenn dann noch Zeit bleibt, Interessen vertreten. Das geht heute nicht mehr. Dafür sind die Anforderungen zu hoch. Felix Clary hat seine Aufgabe als Importeurssprecher vortrefflich erfüllt. Günther Kerle hat dafür ebenfalls die besten Voraussetzungen. Die automotive Branche hat Kerle in seiner Zeit als Geschäftsführer von Mazda Österreich als Mann der klaren Worte kennengelernt. 

Mann der klaren Worte

Als einen Manager, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und der sagt, was Sache ist. Nach dem Motto: Was es wiegt, das hat’s. Vor allem für Journalisten war Kerle als Mazda-Chef immer ein ergiebiger und toller Interviewpartner, zumal er zu seinen Aussagen auch im Zuge der Autorisierung der Interviews gestanden ist und nichts mehr rausreklamiert hat. Keine Selbstverständlichkeit, wie wohl jeder Journalist bestätigen kann. Interessant wird nun, inwieweit Kerle als Interessenvertreter diese seine Direktheit und Klarheit beibehalten kann. Es wäre der automotiven Branche und ihren Interessen dezidiert zu wünschen, dass er es tut.

Autor/in:
Wolfgang Bauer
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