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Das endgültige Ende des Wachstums

14.07.2014

Der Preisdruck in der Automobilbranche bleibt europaweit in den nächsten Jahren bestehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von AlixPartner Global. Fazit: Die großen Wachstumssprünge wird‘s in Zukunft nicht mehr spielen.

Der Preisdruck in der Automobilbranche bleibt europaweit in den nächsten Jahren bestehen. „Um dem weiterhin großen Preisdruck entgegenzuwirken, ist eine Anpassung der Kapazitäten unvermeidlich“, sagt Jens Wiese, Senior Director und Automobilexperte bei AlixPartner. Dieser Schritt sei im Gegensatz zu den USA bisher ausgeblieben. Statt die Kapazitäten in Europa anzupassen, hoffen die Hersteller auf Wachstum. Das tatsächlich weit und breit nicht in Sicht ist. Nach Einschätzung von AlixPartner werde der europäische Neuwagenmarkt in den nächsten fünf Jahren in etwa auf dem aktuellen Niveau stagnieren.
Bis 2020 erwarten sie Neuzulassungen in einer Höhe zwischen 18 und 19 Millionen Einheiten. Als Gründe hierfür nennen die Berater in ihrer Studie noch immer ungelöste Probleme in der Euro-Zone sowie stagnierende Einkommen und eine hohe Arbeitslosigkeit. Außerdem: langfristige Entwicklungen wie die zunehmende Urbanisierung und die abnehmende Bedeutung des Automobils als Statussymbol und die Überalterung der Gesellschaft. Entsprechend blieben die Überkapazitäten bestehen. Sie liegen zurzeit laut Studie bei zirka 2,5 Millionen Fahrzeugen. Rund 57 Prozent aller Werke würden unterhalb ihrer Rentabilitätsgrenze arbeiten. Insgesamt liege die durchschnittliche Auslastung der Werke in Europa bei 70 Prozent. In den USA bei rund 92 Prozent.

Rückläufige Neuzulassungen

In Österreich geht die Talfahrt der Neuzulassungen weiter. Im Juni wurden 29.186 Pkw neuzugelassen. Das sind um 6,7 Prozent oder 2093 Einheiten weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Dies hat auch Auswirkungen auf die Halbjahresbilanz: 166.693 Pkw beträgt die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2014. Das ist ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres.

Umsatzrückgänge im Gewerbe

Im Reparaturgewerbe ist ein neuerlicher Umsatzrückgang zu konstatieren. Gemäß dem jüngsten Konjunkturberichtn der KMU Forschung Austria ist der Branchenumsatz der Kfz-Techniker im ersten Quartal 2014 um 3,1 Prozent gesunken. Der Rückgang fiel damit deutlich höher aus als im gesamten Bereich „Gewerbe und Handwerk“ (minus 1,6 Prozent). Für das zweite Quartal meldeten nur sieben Prozent der Unternehmen Zuwächse, während 64 Prozent von stagnierenden und 29 Prozent von rückläufigen Umsätzen berichten. Auch die Prognosen fallen schlechter aus als zuletzt: Im dritten Quartal erwarten nur 15 Prozent der Betriebe höhere Umsätze als 2013. 67 Prozent gehen von einem gleichbleibenden Geschäftsvolumen aus, 18 Prozent rechnen mit Rückgängen.

Suchen und finden von Nischen

Mit dem Verkauf von Neuwagen ist tendenziell immer weniger Geld zu lukrieren. Lediglich eine rentable Werkstätte hält das Autohaus heutzutage zumeist noch am Leben. Die Zeiten des Wachstums sind offenkundig in allen Bereichen endgültig vorbei. Für das Autohaus gilt es, sich darauf einzustellen - ohne unnötige Sentimentalitäten im Sinne von, wie wunderbar es früher war und dass das wieder kommen möge. Gefragt sind Kreativität bei der Kundenbindung, ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber dem Hersteller, ein Suchen und Finden von Nischen, eine vortreffliche, google-optimierte Website und die Erkenntnis, dass der Kunde dort abgeholt werden möge, wo er sich befindet. Und wenn das im Internet ist, dann eben dort.

 

Autor/in:
Wolfgang Bauer
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