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Bosch-Schulungsleiter Werner Ebner stellt im Rahmen des Stahlgruber-Schulungsprogramms verschiedene Tools zur Kalibrierung von Assistenzsystemen vor.

Das Geschäft mit den Assistenten

17.06.2019

Eine spannende SCHULUNG über Brems- und Fahrsicherheitssysteme in der Stahlgruber Filiale in Wien-Strebersdorf zeigt, dass teilautonome Autos schon heute der Werkstatt zusätzliche Umsätze bringen können.

Mit dem Kalibrieren von Sensoren und Kameras können Werkstätten Zusatzerträge erwirtschaften.

Werner Ebner trägt den stolzen Titel „Chief Theoretical Knowledge Instructor“ und tourt im Auftrag des Technikkonzerns und Automobilzulieferers Bosch durchs Land. Seine Mission ist es, die Werkstätten auf kommende technologische Innovationen vorzubereiten. Diesmal steht er in der Stahlgruber-Filiale in Wien Strebersdorf am Rednerpult und nimmt sich des Themas „Brems- und Fahrsicherheitssysteme“ an. Rund 30 Kfz-Techniker sind gekommen, um sich die technischen Eigenarten und Besonderheiten der neuen Assistenzsysteme erklären zu lassen und dabei auch mögliche Geschäftspotenziale für ihre Werkstatt kennen zu lernen.

VIELFALT DER SENSOREN

„Kameras, Radar, Ultraschall, Lidar – die Anzahl der Sensoren im Fahrzeug wird laufend erweitert“, sagt Werner Ebner. Während die modernsten Systeme naturgemäß in Premiumlimousinen verbaut sind, haben beispielsweise Spurhalteassistent oder adaptiver Tempomat längst auch in der Mittelklasse Einzug gehalten. Laut Statistik war schon 2017 jeder zweite Neuwagen mit einem Fahrerassistenzsystem ausgestattet, bis 2020 soll die Ausstattungsrate noch deutlich anwachsen. „Der neueste Clou in Premiumlimousinen von Mercedes und BMW sind Wärmebildkameras, die Lebewesen erkennen und von statischen Hindernissen unterscheiden können“, erklärt der Bosch-Schulungsleiter. Auf die Werkstatt kommen mit der Vielzahl von Sensoren jedenfalls neue Aufgaben und Umsatzperspektiven zu. So müssen beispielsweise beim Tausch einer Windschutzscheibe die Kameras und bei der Reparatur einer Stoßstange die Radar- Ultraschall- und Lidarsensoren neu kalibriert werden. „Auch wenn Fahrwerkskomponenten ausgetauscht werden oder das Auto tiefergelegt wird, müssen die Sensoren neu kalibriert werden“, so Ebner. Denn das Zusammenspiel der elektronischen Sinnesorgane eines Fahrzeugs funktioniert nur dann, wenn die Hersteller-Vorgaben zur Kalibrierung exakt eingehalten werden. Besonders für freie Werkstätten ergibt sich daraus eine große Herausforderung, da jeder Hersteller ein anderes Kalibriersystem vorschreibt. Bei den meisten Fahrzeugen kommen spezielle Einstelltafeln zur Anwendung, die in einem bestimmten Abstand vor dem Auto aufgestellt werden und in drei verschiedene Winkel geneigt werden, um das Nicken des Fahrzeugs beim Beschleunigen und beim Bremsen zu simulieren. „Vor allem für kleinere Werkstätten mit engen Platzverhältnissen kann das schwierig werden, weil die Tafeln dabei fünf Meter vor dem Auto stehen müssen“, erklärt Ebner. BMW- und Volvo-Modelle werden dagegen auf dynamischen Einstellfahrten kalibriert, wofür allerdings mehrere Kilometer Fahrbahn mit klar erkennbaren weißen Begrenzungslinien benötigt werden. „Bei starkem Schneefall im Winter ist so eine Einstellfahrt oft nicht möglich, da muss man den Kunden bis zur nächsten Schneeschmelze vertrösten“, schildert der Vortragende das Worst Case Szenario.

„Für Unfälle aufgrund schlecht oder gar nicht justierter Assistenten haftet die Werkstatt.“ WERNER EBNER, SCHULUNGSLEITER

INVESTITIONEN UNVERMEIDLICH

Mit dem Kalibrieren der Sensoren und Kameras können Kfz-Werkstätten zwar zusätzliche Umsatzchancen erwirtschaften, doch zuerst einmal muss in die erforderliche Werkstattausrüstung investiert werden. Die Einstell- Tools bestehen aus unterschiedlichen Kalibriertafeln und der entsprechenden Software, die für europäische, japanische und koreanische Modelle verwendet werden können. Die Kalibriertafeln werden dazu an einem Justagebalken befestigt, der eine hochpräzise Einstellung ermöglicht und das Kalibrierset zum universell einsetzbaren Mehrmarken- Werkzeug macht. Um die geometrische Fahrachse exakt ermitteln zu können, kann das Kalibrierset auch zusammen mit einem 3D-Achsmesssystem eingesetzt werden. Die Software führt den Anwender anschließend Schritt für Schritt durch die Positionierung der Messvorrichtung. Müssen lediglich Kamera-Kalibrierungen durchgeführt werden, beispielsweise nach einem Windschutzscheibentausch, ist zusätzlich ein Lasermodul hilfreich, das die Ausrichtung an der Fahrzeug-Längsmittelachse ermöglicht. „Die Kalibrierung muss auf jeden Fall sorgfältig durchgeführt werden“, betont Werner Ebner, „denn für eventuelle Unfälle, die aufgrund eines nachweislich schlecht justierten Fahrassistenten passieren, haftet letztlich die Werkstatt.“

Autor/in:
Peter Seipel
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