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Das sind die fünf markenübergreifenden Top-Fehlermeldungen.

Diagnose-App zeigt, welche Autos in welchen Bereichen besonders anfällig sind

14.06.2021

Experten der Diagnose-App Carly haben eine Million Datensätze deutscher Autobauer ausgewertet. Je nach Modell können bis zu 150.000 unterschiedliche Fehlermeldungen im System eines Fahrzeugs auftreten, die häufigsten im Zusammenhang mit Motor und Getriebe. BMW ist Spitzenreiter bei den Fehlermeldungen. 

Carly gehört mit über einer Million Nutzern weltweit zu den beliebtesten Diagnose- und Konfigurations-Apps für Fahrzeuge. Per App greifen die Nutzer via OBD-Schnittstelle im Auto auf den Datenspeicher zu, informieren sich über den Fahrzeugzustand oder schalten versteckte Fahrzeugfunktionen frei. Dabei enthüllt der Blick in die Fahrzeugdaten auch, welche Marken und Fahrzeugbereiche besonders anfällig sind und wann die ersten relevanten Fehlercodes auftreten.

Für eine aktuelle Studie wurden rund 1.000.000 Datensätze von Fahrzeugen der in Deutschland besonders beliebten Marken BMW und Mercedes sowie der VW-Gruppe anonym ausgewertet, um mehr über die mal banalen und mal stark sicherheitsrelevanten Fehlermeldungen zu erfahren. Und derer gibt es viele: Je nach Modell können bis zu 150.000 unterschiedliche Fehlermeldungen im System eines Fahrzeugs auftreten. 

Sicherheitsrelevante Fehler ernst nehmen

„Wir beschäftigen uns seit 2014 sehr intensiv mit Fehlermeldungen und haben gelernt, dass diese immer beunruhigen, oft aber einen ganz einfachen Hintergrund haben, der keinen Grund zur Sorge bereitet. Tatsächlich haben wir im Rahmen unserer Studie festgestellt, dass bei den Marken BMW, Mercedes, VW, Audi, Skoda und Seat die häufigsten Fehlermeldungen im Zusammenhang mit Motor und Getriebe auftreten. Dicht gefolgt von Fahrzeugelektrik und elektrischer Anlage. Das bedeutet jedoch in der Folge nicht zwangsläufig eine hohe Werkstattrechnung. Viele Fehlermeldungen, vor allem die, die bereits nach wenigen Wochen auftreten, weisen lediglich auf leicht behebbare Mängel hin. So stellen zum Beispiel Fehlermeldungen im Zusammenhang mit Sensoren oder der Datenerhebung keinen ernsthaften Grund zur Beunruhigung dar.

Wenn man die hinter den Meldungen stehenden Fehlfunktionen einzuordnen weiß, kann man als Fahrzeugbesitzer valide entscheiden, was zu tun ist. Das kann im besten Fall das einfache Löschen der Fehlermeldung bedeuten, aber eben auch den Weg in die nächste Fachwerkstatt. Diagnoseadapter bzw. Apps erlauben diesen Blick in die Fahrzeugdaten und sparen bestenfalls viel Zeit und Geld“, sagt Avid Avini, Geschäftsführer von Carly, und empfiehlt: „Fehler, die Airbag, Fahrdynamiksysteme oder Bremsen betreffen, sollten besonders ernst genommen und in der Fachwerkstatt überprüft werden. Carly nutzt ein Ampelsystem, was dem Kunden direkt vermittelt, welche Fehler kritisch sind und direktes Handeln erfordern. Diese kommen allerdings weitaus seltener vor als Fehlermeldungen, die den Motor oder die Fahrzeugelektronik betreffen. Etwa 20 % der Fehlermeldungen bezeichnen wir als kritisch.“ 

„Fehlermeldungen sind kein Zeichen von mangelnder Qualität“

Wer nun annimmt, dass viele Fehlercodes ein Zeichen schlechter Qualität sind, der irrt, ist sich Avini sicher: „BMW ist Spitzenreiter bei Fehlermeldungen, noch vor Mercedes und der VW-Gruppe. Allerdings führt BMW als Topmarke auch deutlich mehr Fehlercodes im System als andere Automarken. Und wo mehr ausgelesen wird, wird eben auch mehr angezeigt. Das sehen wir also durchaus positiv, denn schnell erkannte und angezeigte Fehler schützen vor kostspieligen Folgefehlern. Das gilt insbesondere für Fehler im Motor- und Getriebebereich.“

Marko Landwehr, Mechaniker bei Carly und ehemals tätig in der Boxengasse der Formel 3, bestätigt das aus eigener Erfahrung: „Sechs Monate bis zwei Jahre nach Erstzulassung treten erste relevante Fehler auf, die auf Verschleißerscheinungen hindeuten und von einem Profi überprüft werden sollten. Nach zwei Jahren läuft die Gewährleistung ab. In dieser Zeit sollte unbedingt ein großer Fahrzeugcheck durchgeführt werden. Wird das Fahrzeug stark beansprucht – wie zum Beispiel Taxis, Fahrschulwagen oder Fahrzeuge von Fahranfängern –, sollte bereits früher geprüft werden. In den ersten sechs Monaten treten allerdings auch hier sehr selten relevante Fehler auf“.

Noch mehr Transparenz

Wichtig ist den Carly-Experten also, dass Fehler nicht nur erkannt, sondern auch bewertet werden können – und das nicht nur in der Werkstatt, sondern auch vom nicht geschulten Autobesitzer. Dabei hilft künftig das neue Feature „Carly Smart Mechanic“, das die App noch komfortabler macht: Die angezeigten Fehlercodes werden hier umfangreich beschrieben, mögliche Konsequenzen aufgezeigt und Tipps zur Behebung bereitgestellt. Das macht es selbst Laien leicht, zu entscheiden, ob zur Fehlerbehebung tatsächlich ein Werkstattbesuch vonnöten ist.

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