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Die Diesel-Debatte

01.08.2017

GÜNTHER KERLE, über bedenkliche Entwicklungen für dieselbetriebene Pkw in Europa.

Günther Kerle

Die Debatte um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten reißt nicht ab. Stuttgart, München und Hamburg prüfen derzeit Fahrverbote – Umweltzonen gibt es schon viele. Es wird fieberhaft nach einem Weg gesucht, die hohen Stickoxid- Werte in den urbanen Gebieten zu reduzieren. Dass ein Diesel-Fahrverbot dafür der Weisheit letzter Schluss ist, bezweifeln viele Experten und zwar zu recht. Die alten Dieselautos auszusperren würde das Problem noch lange nicht lösen. Abgesehen davon ist noch offen, ob ein derartiges Verbot rechtlich überhaupt durchzubringen wäre. Ganz zu schweigen von den vielen Stimmen, die von einer beinharten Enteignung sprechen, da Fahrverbote zu einem massiven Werteverlust ihrer Pkw führen würden bzw. die gegenwärtige Diskussion bereits negativ ausschlägt. So hat der ADAC Ende Juni dazu geraten, den Kauf eines Dieselautos zu verschieben, zumindest bis zum Herbst, wenn Pkw mit dem neuen Abgasstandard 6D auf den Markt kommen.

In Deutschland sehen sich derzeit alle Seiten in der Pflicht, sich dem Thema anzunehmen. Am 2. August wird dazu ein „Nationales Forum Diesel“ tagen. Bund, Länder und Autobranche wollen die Option einer Diesel- Nachrüstung prüfen. Bei diesem „Diesel-Gipfel“ will man darüber diskutieren, welche Verbesserungen bei den Stickstoffoxiden technisch möglich sind und wer für die Nachrüstungen finanziell aufzukommen hat. Für eine softwarebasierte Nachbesserung hat sich auch Daimler-Chef Dieter Zetsche ausgesprochen. Ihm zufolge wäre eine nennenswerte Verbesserung bei Euro- 5-Fahrzeugen möglich. In Bayern hat die Landesregierung gemeinsam mit Audi, BMW und MAN unlängst ein Paket zur Luftreinhaltung vereinbart. Audi und BMW wollen mindestens die Hälfte ihrer Euro-5-Flotte nachrüsten, um die Stickoxid-Belastung in Städten zu senken.

„Der Dieselmotor hat seine Berechtigung, darum gilt es ihn zu verteidigen.“ GÜNTHER KERLE

Allerdings müssen es nicht gleich Fahrverbote sein, es könnten noch andere Benachteiligungen auf Diesel- Fahrer zukommen. So wird in London für bestimmte Teile der Stadt die Parkgebühr für Diesel- Fahrer erhöht. Für vor 2015 zugelassene Diesel-Pkw müssen Autofahrer mit 7,35 Pfund pro Stunde um 2,35 Pfund mehr berappen als für andere Autos, dafür soll eine sogenannte „D-Charge“ eingeführt werden. Derzeit läuft es also alles andere als gut für den Diesel, weshalb wir uns schon auch in der Pflicht sehen, diese Diffamierungskampagne, wie es viele nennen, zu relativieren und den Diesel durchaus zu verteidigen. Denn der Diesel-Motor hat seine Berechtigung, vor allem in Hinsicht auf seine Effizienz und niedrigen CO2-Emissionswerte.

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