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Das EuroDFT-Paket besteht aus PassThru-Universaladapter, komplett eingerichtetem Laptop und Software.

Die digitale Werkstatt

19.04.2017

Ein brisantes Thema behandelte die Österreichische Bundesinnung der Fahrzeugtechnik an ihrem Funktionärsbranchentag. Über die Chancen und Risiken der DIGITALISIERUNG des Werkstattalltags sprachen Bundesinnungsmeister Friedrich Nagl und Sicherheitsexperte Neofitos Arathymos.

Das Smartphone im Auto wird in den nächsten Jahren Ihr Unternehmen verändern“, verspricht Neofitos Arathymos, Geschäftsführer für Technik, Sicherheit und Umwelt beim Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe, kurz ZDK. Denn an den persönlichen Fahrerdaten, die alles über die Nutzungsdauer, die Servicefrequenz, aber auch über den Fahrstil des einzelnen Kunden verraten, haben nicht nur Automobilhersteller und Versicherungen allergrößtes Interesse. Auch die Werkstätten, die sich angesichts des sinkenden Reparatur- und Wartungsaufwandes verstärkt um jeden einzelnen Kunden bemühen müssen, sollten die Chancen der Digitalisierung nutzen. „Vor zehn Jahren haben wir auf EU-Ebene durchgesetzt, dass die Automobilhersteller ihre Reparatur- und Wartungsinfos allen Marktteilnehmern, also auch allen freien Werkstätten zur Verfügung stellen müssen“, erklärt Andreas Westermeyer, Referent der Bundesinnung für Fahrzeugtechnik. Bundesinnungsmeister Friedrich Nagl ergänzt: „Unter uns gesagt ist der Weg von der theoretischen Rechtsgrundlage bis hin zur praktischen Umsetzung oft sehr lange.“ Das Problem, das sich für die Werkstätten daraus ergibt: Da die Hersteller ihre Reparaturangaben laufend adaptieren, kann eine Werkstatt, die nach einer bereits überholten Anleitung vorgeht, für einen eventuell daraus resultierenden Schaden belangt werden. „Wir haben daher eine praxisorientierte Lösung entwickelt, die den Werkstätten einen direkten Zugang zu den aktuellen Reparaturdaten ermöglicht“, so Westermeyer.

ZUGANG ZUM ALLERHEILIGSTEN

„Klassische Diagnosegeräte liefern zwar gute Daten, aber halt nicht tagesaktuell“, erklärt Referent Westermeyer. Außerdem stoßen sie bei der Codierung von Steuergeräten an ihre Grenzen und informieren den Anwender nicht über aktuelle Rückrufaktionen. „Wir haben nun gemeinsam mit dem auf Prüf- und Diagnoselösungen für mechatronische Systeme spezialisierten Unternehmen Adis Technology und den Messtechnikexperten der Grazer AVL Ditest ein Universalwerkzeug entwickelt, mit dem die Werkstätten direkt auf die Herstellerdatenbanken zugreifen können“, so Westermeyer. EuroDFT heißt das Paket aus PassThru-Universaladapter, komplett eingerichtetem Laptop und Software, das nicht nur das Abrufen der tagesaktuellen Reparatur- und Wartungsinformationen direkt vom Hersteller ermöglicht, sondern auch Diagnose, Codierung und Programmierung mit der Original- Software. „Da jeder Hersteller ein eigenes Datenbanksystem hat, ist die Implementierung des Zugangs eine echte Herausforderung“, so Westermeyer. Derzeit sind bereits elf große europäische Marken angeschlossen, konkret VW, BMW, Opel, Vauxhall, Škoda, Mercedes, Seat, Audi, Ford, Mini und smart. Demnächst folgen Toyota, Lexus, Kia und Hyundai. „Das System EuroDFT wird derzeit besonders von Karosseriebetrieben nachgefragt“, so Westermeyer. Der Grund: Für den Scheibenwechsel oder Stoßfängertausch bei aktuellen Fahrzeugmodellen ist ein Zugang zur Bordelektronik zwingend erforderlich. Näher Infos über das EuroDFT-Paket gibt es auf der Webseite www.eurodft.com.

Autor/in:
Peter Seipel
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