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Die Retro-Welle rollt

09.11.2011

Was im Pkw-Bereich nicht immer gut ankommt, funktioniert im Segment der Motorräder oftmals ausgesprochen gut.

Der durchschnittliche Motorradfahrer wird immer älter, derzeit ist er bereits jenseits der fünfzig Lenze. Entsprechend sind auch die Wünsche der Biker nach „ihrem" Motorrad gelagert. Viele hatten in den Siebzigern ein Motorrad oder träumten von einem bestimmten Modell. Kein Wunder, wenn nun der Wunsch nach dem Traummotorrad übermächtig wird. Doch es ist nicht jedermanns Sache, einen Oldtimer zu hegen und zu pflegen, auch im Alltagsbetrieb sind diese Bikes heute nicht immer einfach zu bewegen. Die Motorradindustrie hat diese Kunden schon längst ausgemacht und versorgt sie mit sogenannten Retro-Modellen.

Motorräder, die so aussehen wie früher, aber wie moderne Bikes funktionieren, üben offensichtlich durchaus ihren Reiz aus. Vor allem die europäischen Traditionsfirmen profitieren von dieser Welle. Moto Guzzi etwa ist mit drei V7 Modellen am Markt, und der Zuspruch ist beachtlich. Ganz neu ist die V7 „Racer2 im typischen Cafe Racer Look der frühen Siebziger. Auch Triumph hat eine komplette Zweizylinder Baureihe schon seit Jahren im Angebot. Obwohl sich der Eigner John Bloor angeblich gegen die Wiederauflage der „alten Ölschleudern" zur Wehr setzte, machen sie mittlerweile einen erklecklichen Teil des Verkaufs aus. Der große Gewinner vor allem in Österreich ist Vespa. Obwohl technisch mit Viertaktmotoren und Automatik modernisiert, sind die Roller ein absoluter Verkaufshit, eine Zweitakt Version mit 125 und 150 cm³ ganz im Stil der frühen Achtziger war ebenfalls schnell ausverkauft.

Interessant ist der Zugang der großen japanischen Firmen zu der Vergangenheit. Bis auf ein paar halbherzige Versuche kam nur wenig. Einzig Kawasaki, als Jüngste der großen Vier aus dem Land der aufgehenden Sonne, zeigt immer wieder Flagge. Das aktuelle Bike ist die W 800, die mit einem Königswellenmotor zwar nicht geschichtlich korrekt, aber sehr stilsicher auf die Modelle der Sechziger hinweist. Immerhin fünfzig Stück wurden heuer schon von dem sehr sauber gemachten Motorrad verkauft. Weniger Glück mit den Retro Bikes hatte Ducati. Obwohl optisch sehr schön gemacht, waren die Modelle von der technischen Auslegung zu modern und auch unbequem, der Zuspruch war nur gering. Mittlerweile haben die Bologneser die Baureihe komplett eingestellt. Zur Perfektion gebracht hat aber Harley Davidson die Retros.

Außer bei den von Porsche konstruierten V Road Modellen ist eigentlich jede Harley angehaucht von der glorreichen Vergangenheit der Marke. Man trägt in Milwaukee dem auch Rechnung, indem man auf jedes Detail achtet. So wird zum Beispiel jede technische Neuerung, wie etwa ABS Sensoren, sorgfältig versteckt. Der Erfolg gibt dem Amerikanern recht. Aber sie könnten Konkurrenz bekommen. Die im Besitz des Motorschlitten- und Quadherstellers Polaris befindliche Firma Victory produziert ebenfalls typische amerikanische Bikes und hat zudem den Traditionsnamen Indian gekauft. Indian war bis in die fünfziger Jahre der härteste Konkurrent von Harley.  Die Fans warten schon sehnsüchtig auf tiefrote Bikes mit dem Indianerkopf am vorderen Kotflügel.

Autor/in:
Redaktion KFZ Wirtschaft
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