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Die virtuelle Probefahrt

07.12.2021

Ein Wiener Startup hat eine Methode entwickelt, mit der man neue Automodelle bereits im Showroom eines Autohauses Probe fahren kann.

NXRT heißt das 2019 gegründete Wiener Startup, das sich auf die Entwicklung von sogenannten Mixed-Reality Systemen spezialisiert hat. Dabei geht es um die Bedienung von echten Maschinen und Fahrzeugen in einer virtuellen Umgebung, die dem Anwender in einer VR Brille simuliert wird. Der Clou dabei: Die Hände am Lenkrad sowie die Bedienelemente im Fahrzeug bleiben während der Fahrt durch die computergenerierte Welt sichtbar. Das Zukunftspotenzial der Technologie brachte dem Gründer-Quartett Lukas Stranger, Alexis Kopciak, Martin Wagner und Patrick Kolar kürzlich Investorengelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro ein, sowie zwei Partnerschaften mit Big Playern der Industrie. Kein Geringerer als Porsche wählte die jungen Wiener als Kooperationspartner aus, um seinen Kaufinteressenten in Zukunft bereits im Schauraum ein zumindest realitätsnahes Fahrerlebnis bieten zu können. Die VR Brille, die der Kunde am Fahrersitz trägt, ist das neueste Modell aus dem Hause HP mit der Produktbezeichnung „Reverb G2 Omnicept Edition“. Dieses sogenannte „head mounted display“ ermöglicht hyper-realistische Fahrsimulationen dank hochauflösender Bildschirme und neuer Sensoren, die menschliches Verhalten in Echtzeit aufnehmen und verarbeiten.

Assistenten im Test

Mit Sensoren am Headset, die Augenbewegungen und Pupillen-Reaktionen tracken, den Herzschlag aufnehmen und Bewegungen im gesamten Gesicht digitalisieren, kann NXRT sogar den Stress-Level des Fahrers in bestimmten simulierten Verkehrssituationen messen. Hauptinteresse von Porsche ist es, seinen Kunden die Funktionsweise von Fahrassistenzsystemen und autonomen Fahrfunktionen vorzustellen, die als entscheidendes Kaufkriterium immer wichtiger werden. Bereits vor der Kooperation mit dem Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen konnte NXRT auch andere große Kunden aus Automobil-, Bahnindustrie und Luftfahrt gewinnen. Einer davon war das Bahntechnikunternehmen Rhomberg Sersa Rail Group, das schließlich sogar als Investor bei NXRT einstieg. Durch die vor kurzem beschlossene Zusammenarbeit mit HP kann NXRT nun seine Position international weiter festigen und die Skalierung seiner Produkte jenseits von Österreich beschleunigen.

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