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Die Zukunft der Ausbildung

15.04.2021

Experten sind sich einig: In der Ausbildung besteht Handlungsbedarf. Aus diesem Grund hat die Bundesinnung Fahrzeugtechnik einen Grundlagenbeschluss für eine neue Aus- und Weiterbildungsstrategie gefasst. Und sie feiert bereits einen Erfolg: Die Meisterprüfungen werden dem Bachelor-Studium geichgestellt. 

Historisch betrachtet existieren die vielfältigen Berufe rund um (Kraft-)Fahrzeuge bereits seit über hundert Jahren. Berufe wie Kfz-Mechaniker, Wagner (später Karosseriebauer), Fahrzeuglackierer oder Vulkaniseur konnten in der Vergangenheit ohne Probleme und auch ohne größeren Bedarf an spezialisierter Weiterbildung nebeneinander existieren. Die rasante technologische Entwicklung mit alternativen Antrieben und Assistenzsystemen stellt die Unternehmen der Branche nun allerdings vor vielfältige Herausforderungen: Die Servicierung und Reparatur von Fahrzeugen bedarf Mitarbeiter unterschiedlicher Fachbereiche, aber auch unterschiedlicher Qualifikationsniveaus. Dennoch gilt für alle Fachrichtungen ein gleiches technisches und handwerkliches Grundverständnis.

„Die bestehenden Kenntnisse sind um technologische Entwicklungen zu vertiefen bzw. um neue Kenntnisse zu ergänzen. So bedeutet heute ein Eingriff jedweder Art in ein modernes Fahrzeug auch einen Eingriff in die elektronische Systemsteuerung dieses Fahrzeuges“, erklärt Roman Keglovits-Ackerer, Innungsmeister-Stellvertreter und Bundesbildungsreferent der Bundesinnung Fahrzeugtechnik.

Lebenslanges Lernen 

Deshalb sei eine Aktualisierung der Ausbildungsordnung dringend notwendig. Die nun beschlossene Entwicklung einer gesamtheitlichen Aus- und Weiterbildungsstrategie begründet sich auf mehreren Zielsetzungen: Es soll die Abschlussmöglichkeit einer Ausbildung auf einer niedrigeren Qualifikation gegeben sein, später soll man sich für einen Fachbereich der Branche entscheiden können und die Option zu einer Abschlussmöglichkeit mit höherer Qualifikation haben. Durch solche Qualifikationsschritte soll lebenslanges Lernen gefördert werden. „Dafür sind auch für notwendige Weiterbildungen Qualifikationsstandards erforderlich“, sagt Keglovits-Ackerer. Wichtig sei zudem die EU-weite Anerkennung von Berufsqualifikationen, sodass Fachkräfte ggf. auch im Ausland ihren Beruf ausüben können.

Am Boden dessen gilt es ein mehrstufiges aufeinander aufbauendes System zu entwickeln, das die jeweiligen Bildungsziele und Qualifikationsstandards beschreibt. Der Nationale Qualifikationsrahmen (NQR) ist ein Instrument zur Einordnung von Qualifikationen des österreichischen Bildungssystems in acht NQR-Qualifikationsniveaus. Zielsetzung ist es schließlich, einen gemeinsamen Europäischen Qualifikationsrahmen EQR zu schaffen.  

Neue Meisterprüfung 

Die Meisterprüfungsordnungen wurden jetzt zeitgerecht im Rechtsinformationssystem des Bundes kundgemacht. Somit ist es gelungen die Meisterprüfungsordnungen, vor dem heutigen Inkrafttreten des Verhältnismäßigkeitsprüfungsgesetzes, zu verankern. Die Meisterprüfungsordnungen für Karosseriebautechnik und Karosserielackiertechnik, sowie für Kraftfahrzeugtechnik entsprechen nun dem NQR Level 6 und sind somit einem Bachelor-Studium gleichgestellt. 

„Mein Dank geht an alle Berufsgruppen, die an den Meisterprüfungsordnungen mitgearbeitet haben, speziell an die Karosseriebau- und Karosserielackiertechniker, Kraftfahrzeugtechnik und Metalltechnik für Land- und Baumaschinen. Somit erfolgte ein weiterer wichtiger Schritt, um moderne und technisch zeitgemäße Berufe zu entwickeln“, sagt Roman Keglovits-Ackerer. 

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