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Doppler Gruppe am Zenit

14.04.2019

Die DOPPLER GRUPPE – Eigentümer der Turmöl-Tankstellen – hat 2018 erstmals über eine Milliarde Liter Treibstoff verkauft. Aber: Der Gipfel scheint erreicht.

DATEN & FAKTEN

Die Doppler Gruppe
Ist als eigentümergeführtes Unternehmen der größte unabhängige und private Tankstellenbetreiber in Österreich. 1932 in Wels gegründet, betreibt die Gruppe heute mehr als 252 Tankanlagen österreichweit. Mit 206 Turmölstationen ist man die größte Tank-Diskontkette auf dem heimischen Markt.

Die Jahrespressekonferenzen der Doppler Gruppe stechen heraus. Nicht, weil das inhabergeführte Familienunternehmen mit Sitz in Wels von Jahr zu Jahr solide wächst, sondern weil es bei der Zahlenpräsentation ungewöhnlich amikal zugeht. Vor allem Bernd Zierhut, Geschäftsführer der Doppler Gruppe, ist immer für eine subjektive, launige Markteinschätzung gut. So räumt er ein: „Der österreichweite Mineralölmarkt hat 2018 vermutlich sein Allzeithoch erreicht.“ Das sei an zwei Faktoren zu erkennen: Einerseits würde der Absatz von Diesel- und Benzin kaum noch ansteigen, andererseits sei der Trend zur E-Mobilität zu offensichtlich. Wobei Zierhut keinen Hehl daraus macht, dass für ihn die aktuelle E-Mobilität so definitiv nicht massentauglich ist. „Es gibt viel zu wenige Tankstellen, um auch nur ansatzweise den prognostizierten Boom der E-Autos zu bedienen.“ Darum habe auch Turmöl bei seinen E-Tankstellen von einem Kilowatt- auf einen Minutentarif umgestellt. „Sonst lädt einer den ganzen Tag sein Auto und blockiert die Tankstelle für ein paar Euro Umsatz“, sagt Zierhut.

NEUE GESCHÄFTSFELDER FÜR WACHSTUM

Die Doppler Gruppe hat sich am Markt solide positioniert: Auf dem Mineröl-Gesamtmarkt liegt man zwischen neun (Diesel) und 10,3 Prozent (Vergaser). Im Tankstellengeschäft liegt man per Ende 2018 bei 8,1 (Diesel) und 8,3 Prozent (Vergaser). Sowohl der Diesel- als auch der Vergasertreibstoffabsatz konnte zwischen sechs und 6,6 Prozent gesteigert werden. „Die Gruppe hat 2018 erneut ein gutes Ergebnis erzielt. Das EGT betrug 10,1 Millionen Euro. Der operative Cashflow konnte auf 21,2 Millionen Euro gesteigert werden“, betont die Geschäftsführung. Um dem Mineralöl-Absatzpeak rechtzeitig entgegenzuwirken, stellt sich die Doppler Gruppe breiter auf. Neue Geschäftsfelder wie die Austrocard, eine österreichische Tankkarte für Privatpersonen und Unternehmer, oder der Einstieg in das Flugbenzingeschäft (Doppler Aviation) sowie die Gründung der Erdgasmarke „Turmgas“ sollen weiteres Wachstum ermöglichen.

„Der österreichische Mineralölmarkt hat 2018 vermutlich sein Allzeithoch erreicht.“ BERND ZIERHUT, GF DOPPLER GRUPPE

SHOPS MIT POTENZIAL

Die Doppler Gruppe möchte ihre Kernkompetenz – das Tankstellengeschäft – nicht schleifen lassen. Daher baut man die Shop-Konzepte mit den Partnern Spar und Nah & Frisch weiter aus. Im Gespräch sind beispielsweise Shops in Kooperation mit der ÖBB mit dem Arbeitstitel „Bahnhofsgreißler“. Zusätzlich wird ein Fokus auf das Waschgeschäft gelegt. „Gleich ob unsere Kunden mit Diesel, Erdgas oder elektrisch fahren, die Autos möchten geputzt werden. Hier sehen wir noch Potenzial“, sagt Franz Joseph Doppler. Hierfür wurde an fünf Standorten das neue Drivein- Konzept umgesetzt. Die Selbstbedienungswaschanlage mit Bezahlung direkt am Terminal hat bereits einen erfolgreichen Start gefeiert. Durchschnittlich wurden an den fünf Standorten pro Monat 908 Wäschen durchgeführt, bei den restlichen Stationen (ohne Waschstraße) nur 535 Wäschen. Die Doppler Gruppe plant daher bereits neue Standorte für das Drive-in-Konzept.

Autor/in:
Philipp Bednar
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