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E-Fuels: Tanken für den Klimaschutz

05.05.2021

Da E-Fuels CO2-neutral sind und auch in der Bestandsflotte klimaschützend wirken, fordern Wissenschafter und der ÖAMTC eine offene Diskussion über einen breiten Einsatz.

Bernhard Wiesinger, ÖAMTC

Um mindestens 55 Prozent sollen die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 reduziert werden. Ein ehrgeiziges Ziel, zu dem auch der Verkehrssektor seinen Beitrag leisten muss – das steht auch für den ÖAMTC außer Frage. Die Pläne der österreichischen Bundesregierung, alleine auf Elektromobilität zu setzen und für Autos mit Verbrennungsmotoren massiv Steuern zu erhöhen, seien weder zielführend noch sozial gerecht, meint der Mobilitätsclub. Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, erklärt: „Es wäre deutlich zielführender, die bestehende Flotte mit E-Fuels klimafreundlicher zu machen, denn diese nachhaltigen Kraftstoffe ermöglichen den deutlich CO2-ärmeren oder sogar CO2-neutralen Betrieb eines Verbrennungsmotors.“ Um dieses Potenzial nutzen zu können, darf es allerdings nicht – wie von einzelnen Umweltministern vorgeschlagen – zum generellen Verbot von Verbrennungsmotoren kommen.

Starke E-Fuels Lobby

In einem vom ÖAMTC veranstalteten Symposium diskutierten internationale Experten das Thema E-Fuels. Helmut Eichlseder von der TU Graz meinte, dass der großflächige Bedarf an "sauberer" Elektrizität in Europa nicht zu decken sein. Mit E-Fuels könnten die bestehende Tankstelleninfrastruktur sowie die aktuelle Flotte genutzt werden. Jürgen Rechberger von AVL List erklärte, wie Verbrennungsmotoren CO2-neutral zu betreiben sind, und dass nicht die Motoren das Problem sind, sondern die Verbrennung fossiler Kraftstoffe in ihrem Inneren: Der Knackpunkt: Die Herstellung der E-Fuels benötigt hohe Energiemengen – diese müssen aus erneuerbaren Quellen kommen.

2 Euro pro Liter

Wenn E-Fuels in Europa hergestellt werden, rechnet Rechberger mit Produktionskosten von rund 2 Euro pro Liter. Werden sie aus begünstigten Regionen importiert, rechnet er mit rund einem Euro pro Liter, weil dort die Erzeugung von erneuerbarem Strom günstiger ist. Damit, so Rechberger, liegen die Kosten ungefähr im Bereich jener, die für die Produktion fossiler Kraftstoffe anfallen. Wie viel synthetische Kraftstoffe an der Zapfsäule kosten werden, wird hingegen großteils von der Besteuerung abhängen – etwa ob für sie auch Mineralölsteuer zu entrichten sein wird. Karl Dums von Porsche stellte das Pilotprojekt Haru-Oni ("starker Wind") vor:

In Chile soll die weltweit erste integrierte kommerzielle Anlage zur Herstellung klimaneutralen Kraftstoffs entstehen, da dort erneuerbare Energie im Überfluss vorhanden ist. Gerfried Jungmeier von Joanneum Research forderte, das Ganze zu betrachten: Fundierte Aussagen zu Umweltauswirkungen verschiedener Technologien können nur im Rahmen einer Lebenszyklus-Analyse (LCA, Life Cycle Assessment) getroffen werden. Das bedeutet, dass Herstellung, Betrieb und Verwertung bzw. Entsorgung berücksichtigt werden müssen. Aktuell, so Jungmeier, verursache die Pkw-Flotte in Österreich in einer ganzheitlichen Betrachtung jährlich Treibhausgas-Emissionen von rund 17 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Die Ergebnisse der LCA-basierten Szenarien zeigen, dass mit E-Fuels und batterieelektrischen Fahrzeugen Klimaneutralität bis 2040 möglich ist. Die größte Herausforderung: der schnelle Aufbau von E-Fuel-Erzeugungsanlagen.

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