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BMW-Werk Steyr

E-Motoren aus Steyr

21.04.2021

Mit der Erweiterung seiner Entwicklungs-Kompetenzen auf das Gebiet der Elektromobilität will das bisher auf Dieseltriebwerke spezialisierte BMW-Werk Steyr seine Zukunft absichern.

Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Elektro-Antrieben setzt das BMW Group Werk Steyr ab sofort konsequent auf Transformation. Mit dem Zukunftsplan „Programm 25“ werden bis zum Jahr 2025 wichtige Maßnahmen gesetzt, um den Standort und die Beschäftigung langfristig abzusichern. Wesentlich dabei: Parallel zur anhaltend hohen Auslastung bei den klassischen Verbrennungsmotoren, werden auch neue Projekte im Bereich der Elektromobilität am Standort umgesetzt. So erfolgen noch in diesem Jahr die inhaltliche Neuausrichtung des Entwicklungszentrums und die Erweiterung der Produktion von E-Antriebsgehäusen. Gleichzeitig werden aber auch die Kernkompetenzen im Bereich der klassischen Antriebe weiter gestärkt. „Trotz der veränderten Rahmenbedingungen haben wir das klare Ziel im Werk Steyr auch in Zukunft der führende Antriebs-Standort der BMW Group zu bleiben“, sagt Alexander Susanek, Geschäftsführer der BMW Motoren GmbH.

Zusätzliche Aufträge

Ein Hauptaugenmerkt des „Programm 25“ liegt darauf, zusätzliche Aufträge der BMW Group nach Steyr zu holen. Im Bereich der Diesel- und Benzin-Motoren wird künftig auch die bereits Ende 2020 angekündigte Verlegung der Produktion von München nach Steyr für eine hohe Auslastung sorgen. „Zusätzlich dazu wollen wir in Zukunft verstärkt Produktions- und Entwicklungssaufträge im Bereich der Elektromobilität übernehmen“, erklärt Susanek. Für den verstärkten Fokus auf die Elektrifizierung wird das Entwicklungszentrum neu ausgerichtet und vom „Dieselmotoren-Entwicklungszentrum“ zum „Entwicklungsstandort Steyr“ umbenannt. Mit Ende letzten Jahres waren rund 700 Mitarbeiter im Entwicklungszentrum tätig, davon etwa 15 % für Elektromobilität. Dieser Anteil wird in den kommenden Jahren deutlich steigen. Die BMW Group forscht an verschiedenen elektrischen Antriebseinheiten für unterschiedliche Fahrzeug-Baureihen. Der Fokus liegt aktuell auf den Elektro-Antrieben für volumenstarke, kleinere Fahrzeug-Baureihen. Damit wird Entwicklungsarbeit aus Steyr in eine besonders hohe Stückzahl an Fahrzeugen einfließen. Die Tätigkeiten werden in diesem Bereich heuer sukzessive ausgebaut und umfassen unter anderem Elektromotor, Getriebe und Gehäuse.

Laden und Kühlen

In Sachen Kühlung für vollelektrische Fahrzeuge ist der Entwicklungsstandort Steyr bereits länger aktiv: „Alle vollelektrischen Fahrzeuge der BMW Group, die ab jetzt auf den Markt kommen, sind mit einer Gesamtfahrzeugkühlung ausgestattet, die in Steyr entwickelt worden ist“, so Fritz Steinparzer, Leiter des Entwicklungsstandorts Steyr. Zusätzlich entwickeln die Mitarbeiter in Steyr seit Sommer letzten Jahres das Wechselstrom-Ladeequipment für alle vollelektrischen und Plug-In-Hybrid Fahrzeuge der BMW Group. Seit Mitte letzten Jahres stellt das BMW-Werk in Steyr zudem Gehäuse für Elektro-Antriebe her. Derzeit werden an der bestehenden Linie 119.000 Gehäusen pro Jahr gefertigt. Diese Fertigungslinie wird nun weiter ausgebaut, um die geplante Kapazität von 460.000 Einheiten pro Jahr bis 2023 zu erreichen. Die dafür heuer geplanten Investitionen belaufen sich auf 37 Millionen Euro.

Kernkompetenz Verbrennungsmotor

Verbrennungsmotoren werden in den kommenden Jahren weiterhin eine wichtige Rolle im Werk Steyr spielen. „Anfang April startete der Betrieb der modernisierten Kurbellwellenfertigung. Für den Umbau der Linie haben wir in Summe über 53 Millionen Euro investiert“, führt Alexander Susanek aus. Auf rund 6.000 m² wurden 77 Anlagen – teils neu, teils generalüberholt – installiert. Ein wichtiger Schritt dabei ist die Umstellung des Härteverfahrens, wodurch eine deutliche Energieeinsparung erreicht wird. „Für die bevorstehende Transformation setzen wir im BMW Group Werk Steyr einen starken Fokus auf die Aus- und Weiterbildung bestehender Mitarbeiter und Lehrlinge, sowie auf das Schaffen eines modernen Arbeitsumfelds“, so der Werksleiter. Darum wurden im Rahmen des Programm 25 rund 5 Mio. Euro in ein neues Trainingszentrum investiert. Seit kurzem werden Mitarbeiter hier zu relevanten Zukunftsthemen qualifiziert. Susanek: „Im Fokus stehen Elektromobilität und Digitalisierung.“

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