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Eifrig am Werk

12.02.2020

Die Landesinnung Wien der Fahrzeugtechnik lädt zum Vorbereitungskurs für angehende KAROSSERIEBAUTECHNIK- MEISTER. Fazit: Der Berufszweig ist vielleicht zu komplex für die kurze Lehrzeit.

Ein chemischer Geruch liegt in der Luft, es ist stickig und laut. So geht es zu beim Vorbereitungskurs der Karosseriebautechniker für die Meisterprüfung. Gewerkt wird im Axalta Refinish Training Center in Oeynhausen – einem der modernsten Lack- und Karosseriebauwerkstätten in Ostösterreich. Elf Meisteranwärter arbeiten unter Hochdruck daran, ihrem Können im wahrsten Wortsinn einen Feinschliff zu verpassen. Für Nachfragen stehen Funktionäre parat. Das heißteste Thema ist aber die Gleichstellung des Meistertitels mit dem Hochschulabschluss Bachelor (Bakk.).

Arthur Clark und Günter Blümel werden nicht müde dem Meisternachwuchs mitzuteilen, wie wertvoll ihre Arbeit ist. „Wir brauchen euch, um unseren Berufsstand abzusichern“, sagt Blümel. Die Stimmung ist locker, kollegial und amikal. „Ich bin froh, dass ich heute keine Meisterprüfung mehr machen muss“, scherzt Arthur Clark. Auf Nachfrage wird klar warum: „Der Beruf ist heute so viel komplexer geworden. Ein Meister muss sowohl praktisch wie theoretisch überzeugen und muss ein breites Fachwissen mitbringen.“ Es geht schon lange nicht mehr nur ums handwerkliche Geschick: Diagnose, Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit, Kalkulation von Schadensabwicklung sind nur ein paar Bereiche, in denen die Aspiranten firm sein müssen.

„Ein Meister muss sowohl praktisch wie theoretisch überzeugen und ein breites Fachwissen mitbringen.“ ARTHUR CLARK, BUNDESINNUNGSMEISTER I.R.

Motiviert werken die baldigen Meister, während wir mit Manfred Kubik (Ausschussmitglied Landesinnung Wien der Fahrzeugtechnik und Betriebsinhaber) über die Lehrlingsausbildung sprechen. Konfrontiert mit der Frage, ob es nicht Anpassungen in der Lehrzeit brauchen würde, da der Stoff immer mehr würde, die Lehrzeit aber gleich bleibt, ist Kubik off en: „Die Komplexität und Vielschichtigkeit des Berufs des Karosseriebautechnikers, Lackierers und Wagner ist unfassbar. All das Wissen in 3,5 Jahren aufzunehmen erscheint mir als Herkulesaufgabe. Ich könnte mir durchaus vorstellen, die Lehrzeit auszuweiten und an die modernen, umfangreichen Aufgabengebiete anzupassen.“ Eine Meinung, die man zuletzt immer wieder aus verschiedenen Innungskreisen gehört hat.

Das duale Ausbildungssystem sei nach wie vor ein Erfolgsrezept, daran brauche man nicht zu rütt eln. Während Motorhauben abgeklebt, überlackiert und poliert werden, wird eifrig über den Berufszweig diskutiert. Wo geht die Reise hin? Ausgerechnet Peter Kalina, Axalta Chef, gibt den angehenden Meistern einen wichtigen Tipp mit auf den Weg: „Unsere Arbeitsprozesse werden immer digitaler. Das Handwerk ist wichtig, aber bitt e vergessen Sie nicht darauf, sich auch auf die bevorstehende Digitalisierung einzulassen. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten der Effi zienz- und Ertragssteigerung.“

Autor/in:
Philipp Bednar
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