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Gerhard Hametner, Hans Peter Lenz (ÖVK), Peter Gutzmer (Schaeffler), Rolf Bulander (Bosch), John Fuerst (Delphi), Masanori Sugiyama (Toyota) (v.l.).

Elektrifzierung unverzichtbar

12.05.2015

Zum 36. Internationalen Wiener Motorensymposium kamen 1000 Experten aus aller Welt und präsentierten in der Wiener Hofburg die neuesten Konzepte für verbrauchs- und abgasärmere Motoren. 

„Noch mindestens weitere zwanzig Jahre wird der Verbrennungsmotor die Basis für Fahrzeugantriebe bleiben, aber ohne Elektrifizierung geht in Zukunft nichts mehr“, sagte Hans Peter Lenz, Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK), in seiner Eröffnungsrede. Der Verbrennungsmotor wird die Grundlast für lange Strecken liefern, beim Beschleunigen und Bremsen wirken elektrische Komponenten mit. Auch die Nebenaggregate werden mehr und mehr elektrisch angetrieben, so Lenz.

Peter Gutzmer, Technologievorstand des deutschen Zulieferers Schaeffler AG, zeigte in seinem Vortrag drei Wege in die nächste Antriebszukunft auf: Die Optimierung des Verbrennungsmotors, die 48 V und die Hoch-Volt Hybridisierung. „48-Volt-Hybridfahrzeuge bieten bei deutlich geringeren Kosten die Möglichkeit, signifikante Verbrauchsverbesserungen zu erreichen“, so Gutzmer. Außerdem ermöglicht das elektrische Fahren den Einsatz von Getrieben mit geringerer Gangzahl, wodurch sich Kosten beim Antriebsstrang einsparen lassen.

Auch Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Mobility Solutions, zeigte in seinem Vortrag umfassende Systemansätze für die weitere Optimierung des Antriebsstranges. So setzt Bosch beispielsweise auf die Erhöhung der Drücke bei der Benzineinspritzung auf 350 bar, auf die Einspritzung eines Benzin-/Wassergemisches bei Ottomotoren, oder auf das eCS-System, einer elektronischen Kupplung beim Handschalter, die auf dem "Clutch by wire"-Prinzip basiert und eine mechanische Verbindung zwischen Kupplungspedal und Kupplung überflüssig macht.

John Fuerst, Vice President Engineering Powertrain Systems des Zulieferkonzerns Delphi, stellte in seinem Vortrag unter anderem den neuen Benzindirekteinspritzer mit Kompressionszündung GDCI vor, der Verbrauchsvorteile eines Dieselmotors und geringe NOx- und Ruß-Emissionen verspricht. Produktionsreif könne ein derartiges Aggregat in der nächsten Dekade werden, so Fuerst.

Masanori Sugiyama, der leitende Toyota-Motorenentwickler, stellte die vom Konzern selbst entwickelten Kerntechnologien für die Antriebsvielfalt der Zukunft vor. Dazu gehören Motoren und Getriebe ebenso wie elektronische Bauteile, Elektromotoren, Wechselrichter und Batterien für Hybrid-Elektrofahrzeuge. Zudem soll im Herbst 2015 der mit Wasserstoff betriebene Toyota Mirai auch in Europa und in den USA auf den Markt kommen.

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