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Eurotax: Fahrassistenzsysteme brauchen noch

06.06.2019

Eine Analyse von Eurotax Österreich zeigt, dass Fahrassistenzsysteme noch einen langen Weg vor sich haben, bis sie zum Standard in Serienausstattungen werden.

Robert Madas, Valuation Insights Manager AT & CH Eurotax

Fahrassistenzsysteme sollen das Fahren sicherer machen und den Fahrer in schwierigen Situationen unterstützen. Ab 2024 müssen laut aktueller EU-Verordnung alle neu zugelassenen Pkw mit diversen Fahrassistenten ausgestattet sein. Eurotax Österreich hat analysiert, wie weit verbreitet fünf dieser Hightech Systeme in Österreich in der Serienausstattung bereits jetzt sind. Es zeigt sich: Mit Ausnahme von Rückfahrassistenten finden die elektronischen Helfer bisher nur vereinzelt den Weg in die Serie.

Eurotax hat folgende fünf Systeme in Bezug auf serienmäßige Ausstattung analysiert: Rückfahrassistenten, intelligente Geschwindigkeitszeichenerkennung, Notbremsassistent, aktiver Spurhalteassistent, sowie den Assistenten zur Müdigkeitsüberwachung. Rückfahrassistenten, also Systeme wie z.B. Rückfahrkameras oder andere (optische oder akustische) Parkassistenten, sind bereits jetzt weit verbreitet: 47% aller Pkw-Neuzulassungen im ersten Quartal 2019 waren damit serienmäßig ausgestattet. An zweiter Stelle der analysierten Systeme folgt mit einigem Abstand mit 16% die intelligente Geschwindigkeitszeichenerkennung bzw. Verkehrszeichenerkennung. Das NotbremsAssistenzsystem (z.B. "Bremsassistent", "Fußgänger Notbremsassistent", "Kollisionswarnung") liegt fast gleichauf bei 15%. Kaum in der Serie verbreitet waren im ersten Quartal 2019 hingegen der aktive Spurhalteassistent (5%) sowie Assistenten zur Müdigkeitsüberwachung (3%).

47% aller Neuzulassungen im ersten Quartal 2019 hatten keines dieser fünf Systeme serienmäßig mit an Bord. Bei Kleinwagen liegt dieser Anteil sogar bei 65%. Demgegenüber waren in der Mittelklasse 39% mit keinem dieser Systeme ausgestattet, in der Oberklasse waren es nur 21%. Neben den neu zugelassenen Fahrzeugen hat Eurotax auch das derzeit am Markt erhältliche Angebot analysiert: Dazu wurden die aktuell erhältlichen Pkw (auf Basis Nationaler Codes) in Bezug auf serienmäßig angebotene Fahrassistenten untersucht. Es zeigt sich, dass 67% der auf dem österreichischen Markt derzeit erhältlichen PKW Rückfahrassistenten serienmäßig anbieten – also ein deutlich höherer Anteil als bei den Neuzulassungen im ersten Quartal. 25% verfügen über intelligente Geschwindigkeitszeichenerkennung, 18% über einen Notbremsassistenten. Der aktive Spurhalteassistent ist derzeit bei 3% aller Pkw-Typen erhältlich, der Assistent zur Müdigkeitsüberwachung bei 2%. „Das Angebot an Fahrassistenzsystemen wird zwar immer breiter, in die Serie schaffen es bisher allerdings nur wenige elektronische Helfer,“ fasst Robert Madas, Valuation Insights Manager für Österreich und Schweiz, zusammen. „Bis zur verpflichtenden Einführung dieser Systeme ist aber noch ein paar Jahre Zeit.“ „Grundsätzlich gilt, dass in höher-preisigen Segmenten der Anteil meist deutlich größer ist als z.B. bei kleinen Fahrzeugen,“ so Robert Madas. In der Oberklasse haben z.B. 24% der im ersten Quartal zugelassenen Fahrzeuge einen aktiven Spurhalteassistenten serienmäßig mit an Bord, gegenüber 5% im Durchschnitt aller Fahrzeuge. Auch beim Rückfahrassistenten ist die Oberklasse mit einem Anteil von 79% deutlich besser ausgestattet als der Durchschnitt (47%). Im Vergleich mit den Zulassungen im Jahr 2018 zeigt sich im Q1 2019 bei einzelnen Fahrassistenzsystemen bereits ein steigender Trend. „Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren der Anteil jener Fahrzeuge, die mit elektronischen Helfern in Serie ausgestattet sind, weiter steigen wird – natürlich auch getrieben durch die künftigen gesetzlichen Vorgaben“, so Robert Madas. „Dadurch entstehen zusätzliche Kosten für die Hersteller. Die Frage ist, wer diese Kosten unter dem Strich tragen wird.“ „Im Hinblick auf WLTP muss berücksichtigt werden, dass Fahrassistenzsysteme durch zusätzliches Gewicht auch einen Einfluss auf Verbrauch und CO2-Einstufung haben werden,“ gibt Robert Madas weiter zu bedenken. „Das wird unter dem Strich zu einem weiteren Preisanstieg bei Neuwagen führen.“

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