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EY skizziert Autojahr 2020

11.08.2020

Das internationale Prüf- und Beratungsunternehmen EY schätzt das EU-weite Autojahr ein - mit gemischten Perspektiven.

Gerhard Schwartz, Leiter des Bereichs Industrial Products bei EY Österreich

Die Situation auf dem EU-Neuwagenmarkt hat sich im Juni weiter leicht entspannt, wobei große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern zu beobachten sind. Insgesamt schrumpfte der Neuwagenabsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 22 Prozent – im Mai hatte das Minus noch bei 52 Prozent gelegen. Während allerdings in Frankreich die Neuzulassungen dank einer staatlichen Abwrackprämie sogar stiegen (um ein Prozent), wies beispielsweise Portugal einen Rückgang um 56 Prozent auf. Die meisten größeren Märkte schrumpften um 20 bis 30 Prozent. Österreich verzeichnete einen Rückgang um 18 Prozent.
Bemerkenswert sei im Juni vor allem die gute Entwicklung in Frankreich gewesen, sagt Gerhard Schwartz, Leiter des Bereichs Industrial Products bei EY Österreich: „Wir sehen derzeit am Beispiel Frankreichs, dass gezielte staatliche Unterstützungsmaßnahmen durchaus eine starke Wirkung entfalten können.“ 
Für den weiteren Jahresverlauf ist Schwartz vorsichtig optimistisch: „In den meisten Ländern Europas hat sich das öffentliche Leben im Juni weiter normalisiert, die Wirtschaft kommt langsam wieder in Gang. Je nachdem, wie groß der Absatzeinbruch in den Monaten des Lockdowns war, gibt es einen mehr oder weniger großen Stau an Neuwagenkäufen, der sich jetzt langsam auflöst.“

Ausblick

Im bisherigen Jahresverlauf liegt der österreichische Neuwagenmarkt um 36 Prozent unter dem Vorjahresniveau, EU-weit ist bislang ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38 Prozent zu verzeichnen.
Sollte es weiterhin gelingen, die Ausbreitung des Virus erfolgreich einzudämmen und die gefürchtete große zweite Welle zu verhindern, rechnet Schwartz für Österreich im Gesamtjahr mit einem Rückgang der Neuzulassungen um bestenfalls 20 Prozent. EU-weit sei ein Rückgang um ein Viertel realistisch. Schwartz betont aber: „Alle Prognosen sind derzeit mit großer Unsicherheit behaftet. Entscheidend wird – neben der Virusausbreitung und der konjunkturellen Lage – sein, ob es in weiteren Ländern staatliche Unterstützungen für Neuwagenkäufer geben wird.“
Schwartz warnt vor zu großem Optimismus in Bezug auf die Lage der Autobranche: „In jedem Fall haben wir derzeit in Europa erhebliche Überkapazitäten. Viele Hersteller werden nicht umhinkommen, schmerzhafte Einschnitte vorzunehmen, denn die aktuellen Überkapazitäten drücken massiv auf die Marge. Und auch im kommenden Jahr wird die europäische Wirtschaft noch mit den konjunkturellen Nachwehen dieser Krise kämpfen – selbst wenn die Pandemie dann vorüber sein sollte. Eine hohe Arbeitslosigkeit, Insolvenzen und sinkende Unternehmensgewinne werden sich noch lange auf den Neuwagenmarkt auswirken. Die Krise ist also noch lange nicht vorbei – auch nicht für die Automobilbranche.“

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