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Früher war nicht alles schlecht

11.09.2018
Philipp Bednar, Redakteur

Der Vertrieb von Schmierstoffen ist für Hersteller, Händler und Autohäuser ein gutes - ach was - ein hervorragendes Geschäft. Aufschläge um den Faktor zehn sind keine Seltenheit. Aber wie wir bei unseren Reportagen immer wieder feststellen: Das Ölgeschäft ist zum Großteil Vertrauenssache. Ich gewinne vermehrt den Eindruck, dass man nicht die Ölmarke kauft, sondern den Betreuer. Wenn man mehrere Tausend Liter Öl im Jahr bestellt, möchte man sich eben auch gut betreut und umsorgt fühlen. Ein bisschen eitel sind wir doch alle. In letzter Zeit vernehmen wir vermehrt von Betrieben, dass man den Ölparnter nach langjähriger Treue gewechselt hat (oder sich nach Alternativen umsieht), weil die Betreuung schwächer wurde. Wie ich erst neulich hörte: „Früher, wenn es einen Event im Autohaus gab, habe ich bei meinem Ölpartner angerufen, meine Wünsche und Vorstellungen geäußert und nach kürzester Zeit hat alles funktioniert. Plötzlich habe ich niemanden mehr erreicht, Rückrufe wurde immer seltener.“ Der Partnerwechsel ist oft die Folge. Derzeit haben wir in Österreich zwei grundlegende Vertriebswege: den Direktvertrieb vom Schmierstoffproduzenten und den indirekten Vertrieb der Schmierstoffe über Distributoren. Ich habe zuletzt den Eindruck gewonnen, dass Betriebe durchaus den Direktvertrieb zu schätzen wissen. Natürlich ist das mit höheren Kosten für den Hersteller verbunden. Aber wenn sich die Kunden besser umsorgt und betreut fühlen, daher länger und vielleicht auch mehr kaufen, kann sich der Mehraufwand auch wirtschaftlich lohnen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass das Zurückfahren des Direktvertriebs nicht überall gut ankommt. Und manchen Betrieben sogar etwas sauer aufstößt.

Autor/in:
Philipp Bednar
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