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„Für Sicherheit wird mehr bezahlt.“

11.06.2014
Von Philipp Bednar

In der Studie „Unser Auto von morgen", initiiert von AutoScout24, wurden rund 8.800 Europäer zum Thema Auto befragt. Mit teils hochinteressanten Ergebnissen.

Petra Hollendonner, GF Autoscout24

Kfz-Wirtschaft:  Was sind die jüngsten Studienerkenntnisse von AutoScout24, welche Trends sind erkennbar?

Petra Hollendonner: Spannend war heuer, dass die digitale Vernetzung nicht mehr wegzudenken ist. Die Hälfte der Europäer wünscht sich einen schnellen Internetzugang im Auto, und das ziemlich alters-
unabhängig, Internet ist also keine Spielwiese primär für die Jungen. Außerdem lässt sich ablesen, dass sich die Österreicher Mobilität etwas kosten lassen: Rund 14 Prozent ihres Konsumbudgets geben sie laut Statistischem Zentralamt dafür aus. An das Auto der Zukunft haben sie aber ganz klare Erwartungen: 88 Prozent der Österreicher wünschen sich von ihm bezahlbare Mobilität. Es gibt jedoch auch Aspekte beim Auto der Zukunft, für das man gerne tiefer in die Tasche greift. Das ist in erster Linie die Sicherheit: Für die Sicherheit der Fahrzeuginsassen akzeptieren 58 Prozent der Österreicher höhere Preise. 50 Prozent wären auch bereit, für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer mehr zu bezahlen. Das ist eine klare Ansage der Autofahrer: Das Auto soll nicht teurer werden, als es ohnehin schon ist. Mehrkosten werden aber am ehesten für Sicherheit und speziell in Österreich für höhere Umweltfreundlichkeit akzeptiert. Hier zeigen sich Chancen für die Hersteller.

Die Internetnutzung hat sich durch Smartphones und Tablets stark verändert. Welche Auswirkungen hat das auf die Gebrauchtwagenbörsen und -märkte?

Österreich ist ein starkes Smartphone-Land, 70 Prozent haben ein Smartphone, mehr als 20 Prozent ein Tablet. Das heißt, es ist wichtig, dass man für diese Geräte entsprechende Angebote schafft. Damit die Kunden auch darüber bequem und rasch auf die Angebote und Informationen zugreifen können. Wer hier clever agiert – und das ist kein so kostenintensives Thema – hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Da gibt es auch viele einfache Tricks, wie man online punkten kann, beispielsweise mit psychologischen Preisgrenzen, professionellen Fotos, raschen Reaktionszeiten, zusätzlichen Informationen wie Videos und vieles mehr. Heute beginnen rund 90 Prozent der Autokäufer ihre Informationssuche online. Bei AutoScout24 greifen schon mehr als die Hälfte der Nutzer mobil auf die Seite zu - Tendenz steigend. Mehr als eine halbe Million Mal ist unsere mobile App schon heruntergeladen worden. Das ist ein Faktum, an dem man nicht vorbeikommt. Wichtig ist aber auch zu sagen - die Letztentscheidung fällt dann immer noch beim Händler vor Ort. Das wird sicher auch noch lange so bleiben, da hinter einem Auto ein großes Investitionsvolumen steckt, da möchte ich einen direkten Zugang zum Produkt. Für uns als Börse heißt das ganz simpel: mobile first!

 

Facebook, Twitter und Co sind für viele Händler noch Fremdwörter. Ist das ein Nachteil?

Ich denke, hier muss man etwas die Sorge nehmen. Nicht jeder muss bei Facebook sein, um Erfolg zu habe. Die Frage ist: Was ist meine Business-Strategie, wer ist meine Kernzielgruppe? Wie schauen diese Kunden aus, welche Angebote nützen diese online? Was leite ich daraus für meine Online-Strategie ab? Wenn ich Autos für junge Zielgruppen verkaufen will, muss ich eher in diese Richtung denken, da spielt auch das Thema Empfehlungen von Freunden eine wesentliche Rolle. Was ich sehr wichtig finde, ist, dass man sich bemühen sollte, sein Kunden-Netzwerk zu erweitern und die Kunden an sich zu binden. Da gibt es verschiedenste gute Beispiele auch aus anderen Branchen. Von denen kann man sich durchaus etwas abschauen - man braucht das Rad nicht immer neu erfinden.

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