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Gebrauchtwagen – ein Problem-Bumerang?

18.01.2017

Die Abgasvorschriften werden immer strenger. Wenn Sie nicht aufpassen, kommt der Neu-oder Gebrauchtwagen, den Sie heute, morgen und in den nächsten Jahren verkaufen, als wertarmer und nur wenig begehrter Bumerang zu Ihnen zurück.von Peter pellkofer

D ie Hersteller/Importeure bereiten unter ­enormem Druck der Politik neue Produkte vor. Neue Produkte, die nicht in jedem Detail besser, aber insgesamt doch umweltfreundlicher sind. Vor allem sind diese „neuen“ Autos der Ersatz für die Autos, die wir alle bisher gekauft, verkauft und gefahren haben. Aber dafür können Sie sich nichts kaufen. Lassen Sie sich also nicht ablenken. Es geht um Ihre „Kohle“, also um Ihr Geld.

Wenn Sie nicht aufpassen, kommt der Neu- oder Gebrauchtwagen, den Sie heute, morgen und in den nächsten Jahren verkaufen, als wertarmer und nur wenig begehrter Bumerang zu Ihnen zurück. Ich spreche da von Leasingrückläufern und Finanzierungsautos, bei denen Sie sich als Händler verpflichtet haben, diese zu einem festgelegten Restwert in Ihren Bestand zu übernehmen und wieder zu verkaufen. Wollen Sie das?

Optimistische Restwerttabellen

Die Leasinggeber, Banken und andere Marktteilnehmer haben Restwerttabellen, die den Marktwert vieler Autos in drei bis fünf Jahren zu optimistisch einschätzen. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Wertschätzung und nicht um ein realistisches Rechenmodell. Aber es ist trotzdem verbindlich. 

Heute ist Österreich noch ein Dieselland – mehr als 58 Prozent aller Autos im Bestand werden von einem Diesel-Verbrennungsmotor angetrieben. Aber schon in der nahen Zukunft sollen Autos mit fremderregten Synchronmotoren angetrieben werden, also mit Elektromotoren.

Ich meine, dass sich dann jeder, der sich ein neues oder junges Auto anschafft, lieber für die modernste Technik entscheidet als für eine „veraltete Technologie“. Also wird die Nachfrage nach den heute noch so beliebten Selbstzündern sinken. Unsere Regierungen werden alle, die sich nicht von alter Technik lösen möchten oder können, mit hohen Kosten belegen. Keine Frage, dass auch das dazu beitragen wird, den Marktwert dieser Autos deutlich nach unten zu drücken.

Was ist zu tun? 

1. Vermeiden Sie Transaktionen, bei denen Sie das Restwertrisiko alleine tragen.

2. Sprechen Sie mit ihren Leasing- und Bankpartnern das Thema an und suchen Sie gemeinsam nach einer fairen Lösung.

3. Vermeiden Sie Transaktionen mit festen Rückkaufwerten – nur noch mit tagesaktuellen Sachverständigen-Gutachten (zum Zeitpunkt der Rücknahme).

4. Versuchen Sie eine Kompensation der Geschäfte, die Sie eventuell mit dieser Verkaufsstrategie verlieren könnten, mit Niedrigzinsangeboten.

5. Geben Sie Barzahlern einen Sondernachlass oder ein Hardware-Geschenk.

6. Bilden Sie mit ihrem Steuerberater Rückstellungen für zu erwartende Verluste.

Mit diesen Aktionen gehen Sie einen sichereren Weg in die mittelfristige Zukunft. Natürlich sprechen die aktuell guten Gebrauchtwagen-Verkäufe für ein gutes Geschäft. Auch 2017 wird sich wohl der gute Trend fortsetzen. Aber die Aktivitäten der Hersteller und die Umweltdiskussionen in Europa zeigen den Veränderungsprozess deutlich an. Der Endverbraucher ist sowieso der Verlierer in diesem Umweltspiel.

Den größten Wertverlust werden die Konsumenten tragen müssen. Sie als Händler haben aber einen gewissen Spielraum und den sollten Sie konsequent nützen. Die Uhr tickt, und es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Veränderung wirklich kommt. Wir erleben alle einen Wertewandel. Die Zeit der Verbrennungsmotoren neigt sich dem Ende zu. Vielleicht hält mich der eine oder andere für einen Schwarzseher, die Zeichen der Zeit kann ich aber nicht anders deuten.
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen einen mega-
guten Start ins Jahr 2017. 
 

Autor/in:
Peter Pellkofer
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