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Happy End: Alexander Schmidecker konnte mit Raiffeisen Leasing 2020 sogar noch Zuwächse erzielen.

„Hätte bei Wette auf die Marktentwicklung viel verloren“

05.05.2021

Raiffeisen Leasing-Chef Alexander Schmidecker berichtet über ein vermeintliches Katastrophenjahr  2020, das schlussendlich sogar positiv verlaufen ist.

Das nennt man dann wohl ein Happy End. Im Frühjahr 2020 hielt die Welt den Atem an und stand mit der Eskalation der Coronakrise praktisch still. Auch bei Raiffeisen Leasing erlebte man ein noch nie dagewesenes Krisen-Szenario: „Wir hatten von Mitte März bis Ende April 4000 Stundungsanfragen“, sagt CEO Alexander Schmidecker. Nachsatz: „Normalerweise sind es etwa 100 im ganzen Jahr.“

Ende gut, alles gut

Prompt waren praktisch alle Mitarbeiter mit Forderungsmanagement beschäftigt. Schmidecker: „Ich dachte, 2020 wird nichts mehr. Hätte ich auf die Marktentwicklung wetten müssen, hätte ich viel verloren.“ Denn letztendlich war 2020 doch glatt noch ein gutes Jahr für die Leasing-Tochter der Raiffeisen-Bankengruppe. „Es ist fast noch ein Rekordjahr geworden“, berichtet  Schmidecker.

Raiffeisen-Leasing konnte das Neugeschäftsvolumen um 2,6 Prozent auf € 904 Millionen steigern. Und das während das Neugeschäftsvolumen des heimischen Leasingmarkts insgesamt einen Rückgang von 7,6 Prozent verzeichnete und damit bei insgesamt € 7,9 Milliarden lag. Folgerichtig konnten die Giebelkreuzler ihren Marktanteil im Pandemiejahr um 1,1 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent ausbauen. Damit sind sie weiterhin der drittgrößte Leasinganbieter Österreichs. Schmidecker sieht das Erfolgsgeheimnis darin, dass seine Gesellschaft breit aufgestellt ist: „Wir sind die einzige Universalleasinggesellschaft am heimischen Markt und können unseren Kunden eine sehr breite Produktpalette anbieten.“

Besonders stark wuchsen bei Raiffeisen-Leasing die beiden Segmente Mobilien-Leasing (+29,1 Prozent) und Immobilien-Leasing (+82,4 Prozent). Im Kfz-Geschäft gab es sehr wohl Rückgänge. Durch den starken Rückgang bei den KFZ-Neuzulassungen (-23,5 Prozent) kam es bei den Stückzahlen erwartungsgemäß zu einem Rückgang in diesem Segment (-16,3 Prozent), heißt es vonseiten der Raiffeisen Leasing. Der Gesamtmarkt entwickelte sich ähnlich, sogar etwas besser.

7 von 10 Firmenkunden leasen

Die Leasingquote konnte somit – und das sind die Good News – im Jahr 2020 österreichweit gesteigert werden. Knapp die Hälfte der privaten Kunden, sowie sieben von zehn Firmenkunden entscheiden sich für eine Leasingvariante bei der Finanzierung ihrer Mobilität. Damit nimmt Österreich laut Schmidecker sogar europaweit eine Spitzenposition ein.

Ein Wachstumstreiber im Kfz-Bereich ist wenig überraschend der Bereich E-Mobilität. „Dieser Bereich hat wirklich Fahrt aufgenommen, angetrieben von Förderungen und steuerlichen Anreizen“, so der Leasing-Experte. Im Fuhrparkmanagement – hier ist sein Haus die Nummer zwei am Markt – zählt der Raiffeisen Leasing-CEO im Neugeschäft schon mehr als 33 Prozent E-Fahrzeuge. Er geht davon aus, dass dieser Trend anhält. Parallel dazu würde auch der E-Gebrauchtwagenmarkt Fahrt aufnehmen sowie Abo-Modelle. Spannend werde im Gebrauchtwagenmarkt die NoVA-Erhöhung bzw. -Einführung für leichte Nutzfahrzeuge. Wenn ein Mercedes Sprinter beispielsweise 10.000 Euro mehr kostet – wie viel davon geben wir dann in den Restwert? Generell schaut die Welt derzeit übrigens wieder viel besser aus: Aktuell seinen laut Schmidecker gerade einmal 60 Kunden im „Stundungsmodus“. 

Autor/in:
Hans-Jörg Bruckberger
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