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Herwig Schneider (Studienautor und Leiter des IWI), Dietmar Schäfer (Vorsitzender ARGE Automotive) (v.l.).

Heimische Zulieferer unter Druck

15.09.2015

Eine aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Institutes (IWI) zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Zulieferindustrie zeichnet ein düsteres Zukunftsszenario.

„Wenn nicht bald etwas geschieht, muss man sich um die Automotive Zulieferindustrie am Standort Österreich Sorgen machen“, sagte Dietmar Schäfer, Vorsitzender der ARGE Automotive, anlässlich der Präsentation der Studie. Diese basiert auf dem Global Competitiveness Report (GCR), der zur Messung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit von 144 Ländern herangezogen wird. Demnach hat Österreich vor fünf Jahren noch 463 Punkte verbucht und war damit ähnlich gut aufgestellt wie Deutschland mit 471 Punkten und deutlich besser als Großbritannien mit 450 Punkten. Seit damals ist Österreich jedoch um 59 Punkte zurückgefallen, während Großbritannien sich um 72 Punkte verbesserte, und Deutschland sowie die Schweiz ihre guten Positionen halten konnten. „Wir vermissen eine zukunfts- und wachstumsorientierte Technologiepolitik“, so Schäfer. Seiner Ansicht nach sollte die Neugier der jungen Leute an technischen Berufen verstärkt gefördert werden. „Außerdem hakt es bei der autofeindlichen Politik sowie bei der Innovationsfeindlichkeit am Beispiel der Streichung der steuerlichen Begünstigung von Dienstnehmererfindungen“, so Schäfer. Der Branchensprecher sieht Österreich auf einem gefährlichen Weg: Von 2008 bis 2014 sind die Lohnstückkosten in Österreich mit Stand Juli 2015 um 15,8 Prozent gestiegen, die industriellen Arbeitskosten sogar um 23 Prozent.

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