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Je heißer es wird, desto öfter sollte die Autobatterie auf dessen Spannung kontrolliert werden.

Hitze oder Kälte - Was ist für Autobatterien schlechter?

03.12.2020

Die Starterbatterie in einem Auto sorgt für das zuverlässige Anspringen im Winter wie im Sommer. Doch was setzt einer Autobatterie mehr zu: heiße Sommertage oder frostige Kälte? 

In den ersten Wintertagen sieht man gefühlt am meisten Pannendienstfahrzeuge. Der Grund: Viele Autos starten nicht, die Batterien sind entladen. Heißt das, dass es die niedrigen Temperaturen sind, die die Starterbatterien im Auto schnell entladen? Nein. Tatsächlich ist sommerliche Hitze viel schlechter für den Akku und dessen Leistung als der Winter. 

Selbstentladung

Der Grund ist einfach: Extreme Temperaturen sind für Autobatterien besonders schädlich, da bei hohen Temperaturen die elektrochemischen Reaktionen im Inneren der Batterie schneller ablaufen und das Phänomen der Selbstentladung beschleunigt wird. Der Ladezustand (die Kapazität) der Batterie nimmt dadurch kontinuierlich ab. Und schneller als bei niedrigeren Temperaturen. Der Akku kann einen langfristigen Schaden nehmen. Aus diesem Grund wird bei der Fahrzeugentwicklung die Position der Starterbatterie auch danach gewählt, wo sie am besten vor Hitze bzw. extremen Temperaturen geschützt ist. Eine Autobatterie neben einem Abgaskrümmer würde keinen Sinn machen und die Lebensdauer des Akkus stark beeinträchtigen. Als Faustformel gilt: pro 10 Grad Celsius Temperaturanstieg kommt es zu einer Verdoppelung der Selbstentladungsrate. Deswegen empfehlen Experten: Ist eine Batterie einer Temperatur von mehr als 20 Grad Celsius ausgesetzt, sollte sie regelmäßig nachgeladen werden. Im schlimmsten Fall droht eine so genannte Gitterkorrosion. Dabei verringert sich das leitfähige Material in der Batterie, der Innenwiderstand steigt, die Startleistung verringert sich. Bis die Batterie das Auto nicht mehr anstarten kann. Wurde die Akkukapazität einmal durch Hitze bzw. extrem hohe Temperaturen zur Tiefentladung gebracht, lässt sich diese nicht mehr gänzlich herstellen. Die Autobatterie ist danach dauerhaft beschädigt, der Schaden ist irreparabel.

Vorsorge gegen leere Starterbatterien

Im Winter brauchen die Autos zum Starten mehr Energie von den Batterien. Da diese über den Sommer - und die heißen Tage - kontinuierlich ihre Kapazität abgebaut haben, muss der Pannendienst ausrücken. Die Starterbatterie hat nicht mehr genug Energie, um das Fahrzeug zu starten. Um dem entgegen zu wirken, gibt es ein paar nützliche Tipps vom Profi: 

  • Autos im Sommer oder an heißen Tagen nicht unmittelbar in der prallen Sonne parken. Das schont nicht nur den Lack und Kunststoffteile, sondern vor allem die Starterbatterie.
  • Regelmäßiges Fahren des Autos sorgt dafür, dass die Batterie wieder aufgeladen wird. Aber bitte keine Kurzstrecken (Stadtverkehr). Um den Stromverbrauch beim Starten wieder in die Batterie laden zu können, sollten mindestens 10-12 Kilometer zurückgelegt werden.
  • Bei Autos mit Start-Stopp-Automatik kann es hilfreich sein, die Funktion - sofern möglich - auf den ersten 10-12 Kilometer bzw. bei Kurzstreckenfahrten zu deaktivieren, damit die Batterie durchgängig geladen werden kann.
  • Bei Servicearbeiten am Fahrzeug sollte das Auto immer an einer externen Stromversorgung hängen, um die Ladekapazitäten zu schonen bzw. die Batterie während der Arbeiten sogar zu laden.
  • Bei Zweitfahrzeugen oder im Saisonbetrieb sollte die Starterbatterie mit entsprechenden Batterie-Ladegeräten alle zwei Monate geladen werden. Auch eine Tiefentladung durch zu lange Standzeiten kann die Batterie nachhaltig schädigen. Expertentipp: Bei längerer Nichtbenutzung des Fahrzeugs (z.B. Cabrios im Winter) die Batterie abklemmen oder mit einem speziellen Schalter das Fahrzeug stromlos schalten.
  • Batterie sauber halten und bei Bleibatterien mit Zellzugang den Elekrolytstand in jeder Zelle kontrollieren. Ist der Elektrolytstand zu gering (Verdunstung), einfach mit destilliertem Wasser wieder auffüllen. 
  • Sollte die Spannung der Batterie sehr rasch fallen - obwohl der Akku erst kürzlich geladen wurde - kann entweder die Autobatterie bereits defekt sein oder im Fahrzeug fließt Strom. Dann empfiehlt sich ein rascher Besuch beim Profi, der Kriechstrom oder eine defekte Starterbatterie mit den passenden Geräten schnell ausmachen kann.

Auf die Spannung kommt es an

Autobatterien sollten eine Spannung von 12,7 Volt und mehr haben, wenn die Zündung aus und gfvdas Fahrzeug nicht in Betrieb ist. Liegt deren Spannung unter 12,5 Volt, hat der Akku bereits begonnen sich selbst zu entladen. Eine Erhaltungsladung ist dringend empfohlen - am besten mit einem Batterieladegerät. Oder einfach mal wieder eine längere Strecke fahren. Die Spannung lässt sich einfach mit einem Spannungsmessgerät messen oder mit einem professionellen Batterie-Prüfwerkzeug. 

Autor/in:
Philipp Bednar
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