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„Ibiza-Gate darf nicht Auto-Gate werden“

05.06.2019

Ohne Steuerreform gehören Österreichs Autos bald zu den teuersten in ganz Europa. Wer derzeit über einen Autokauf nachdenkt, sollte also nicht lange zögern, rät Professor Burkhard Ernst, Obmann des Wiener Fahrzeughandels.

Die im April präsentierte Steuerreform würde bereits zu einer Erhöhung der NoVA um 20% führen, was Mehrkosten von ca. 300 Euro pro Pkw bedeutet, so Professor Burkhard Ernst vom Verein „Mein Auto“ und Obmann des Wiener Fahrzeughandels. Doch nun drohe ein noch viel teureres Szenario. „Wird die Steuerreform aufgrund der innenpolitischen Turbulenzen nicht beschlossen, wird aus dem Ibiza-Gate zunehmend ein Auto-Gate für Konsumenten und Fahrzeughändler“, betont Ernst.

 Autokäufer wegen langer Lieferzeiten ab sofort von Verteuerung betroffen

Die Folgen für die Österreicher sind dramatisch. „Wird keine Steuerreform beschlossen – wovon derzeit auszugehen ist – gibt es auch keine NoVA-Anpassungsregelung“, befürchtet Ernst. Das heißt, dass ab 1.1.2020 das neue WLTP-Verfahren zur Anwendung kommt, das um 25% höhere Emissionswerte ausweist als das bisherige Berechnungsverfahren. „Ab 2020 verdoppelt sich dadurch die NoVA schlagartig und führt zu einer Verteuerung eines Fahrzeuges um ca. 5%. Da wir bereits Auto-Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten haben, empfehlen wir also all jenen, die derzeit über einen Kauf nachdenken, nicht mehr lange zu zögern“, so Ernst.

Autos in Österreich zählen in Europa zu den teuersten

Dabei zählen Österreichs Autos bereits jetzt zu den teuersten in Europa. „Mit dieser weiteren Abgabenerhöhung rückt Österreich noch weiter nach vorne, wenn es um die kostenintensivsten Autos in Europa geht. Das wäre dann jedoch ein recht zweifelhafter Spitzenplatz, den sich Konsumenten sowie die gesamte Fahrzeugbranche wahrlich nicht verdient haben“, so Ernst. Nicht zuletzt wird damit auch der innereuropäische Handel mit Fahrzeugen empfindlich getroffen, insbesondere der österreichische Gebrauchtwagenmarkt würde zum Erliegen kommen. Ernst fordert daher die neue Regierung auf, die bereits am Tisch liegende Steuerreform umgehend zu beschließen sowie in einem weiteren Schritt das Versprechen einer aufkommensneutralen Berechnung der NoVA endlich umzusetzen.  

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