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Jetzt wird Kasse gemacht

15.12.2015

Mit 1. Jänner 2016 tritt die Registrierkassen- und Belegerteilungsverpflichtung in Kraft. Was das bedeutet, haben wir für Sie zusammengefasst.

Text: Nicholas Wemer

▶ Was ist die Registrierkassenpflicht?
Für Unternehmer mit einem Jahresumsatz von über 15.000 Euro und Barumsätzen über 7.500 Euro besteht die Verpflichtung, alle Bareinnahmen mit einer elektronischen Registrierkasse, einem Kassensystem oder sonstigen elektronischen Aufzeichnungssystemen einzeln zu erfassen. 

▶ Was gilt als Barumsatz?
Alle Zahlungen mit Bargeld, Kredit- oder Bankomatkarte sowie anderen vergleichbaren Zahlungsformen. Weiters gilt auch die Bezahlung mit Barschecks sowie Gutscheinen, Bons, Geschenkmünzen und dergleichen als Barumsatz. Was nicht darunter fällt sind beispielsweise Zahlungen per Erlagschein oder E-Banking.

▶ Was ist die Belegerteilungspflicht?
Für alle Betriebe besteht unabhängig von den Umsatzgrenzen für die Registrierkassenpflicht ab 1. Jänner die Verpflichtung, bei Barzahlungen dem Käufer einen Beleg auszuhändigen. Dieser muss diesen entgegennehmen und bis außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten für Zwecke der Kontrolle durch die Finanzverwaltung mitführen.

▶ Ab wann gelten Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht und welche Übergangsfristen gibt es?
Prinzipiell gilt sowohl die Registrierkassen- als auch die Belegerteilungspflicht ab 1. Jänner 2016. Für das erste Halbjahr 2016 gibt es jedoch eine Übergangsregelung: Von 1. Jänner bis 31. März gibt es keine finanzstrafrechtlichen Konsequenzen, wenn der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht nicht nachgekommen wird. Von 1. April bis 30. Juni drohen dann keine Konsequenzen, wenn Gründe für die Nichterfüllung glaubhaft gemacht werden können, beispielsweise Lieferschwierigkeiten durch einen Kassenhersteller. Ab 1. Jänner 2017 muss zusätzlich noch eine spezielle, technische Sicherheitseinrichtung im Kassensystem vorhanden sein.

▶ Welche Sanktionen drohen, wenn keine Registrierkasse genutzt wird?
In diesem Fall bzw. wenn die Registrierkasse ab 1. Jänner 2017 nicht über die technische Sicherheitseinrichtung verfügt, ist dies als Finanz­ordnungswidrigkeit grundsätzlich strafbar und wird mit einem Strafrahmen von bis zu 5.000 Euro sanktioniert. Weiters führt dies zum Verlust der Vermutung der sachlichen Richtigkeit der geführten Bücher und Aufzeichnungen und kann daher zu einer Schätzung der Besteuerungsgrundlage durch die Abgabenbehörde führen. 

▶ Wie hoch sind die Kosten für eine neue Registrierkasse?
Die Kosten für die Anschaffung bzw. Umrüstung einer „einfachen“ Registrierkasse mit entsprechendem Sicherheitssystem werden voraussichtlich 400 bis 1.000 Euro betragen. Es ist auch möglich, auf vorhandenen Geräten wie Laptops oder PCs eine geeignete Kassensoftware zu installieren, um dann mithilfe eines Druckers den benötigten Beleg auszustellen. Für die Anschaffung/Umrüstung kann eine Prämie von 200 Euro mit der jährlichen Steuerklärung beantragt werden. Darüber hinaus besteht eine unbegrenzte Absetzbarkeit der Kosten im Jahr der Anschaffung.

▶ Wozu das Ganze?
Die Regierung erhofft sich durch die Bekämpfung von Schwarzumsätzen und Abgabenverkürzungen unter anderem Mehreinnahmen von 900 Millionen Euro sowie die Herstellung von Wettbewerbsgleichheit.

▶ Was ist zu tun, wenn Leistungen außerhalb des Betriebs erbracht werden?
Mobile Gruppen, also Unternehmer, die ihre Leistungen außerhalb der Betriebsstätte erbringen, müssen keine Registrierkasse mitführen, sondern können einen Beleg ausstellen und die Belegdurchschrift bei Rückkehr an die Betriebsstätte ohne unnötigen Aufschub zeitlich erfassen.

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