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Es kommt nicht nur auf die Größe an - eine Weisheit, auf die man sich in der Münchner Zentrale der Knorr-Bremse besinnt.

Knorr steigt auf die Bremse

08.07.2021

Autozulieferer Knorr-Bremse verfolgt den Erwerb einer Beteiligung an Hella nicht weiter. Der Grund: Bei genauerem Hinschauen hat die Braut den Münchenern dann doch nicht gefallen. 

Das nennt man dann wohl eine Abfuhr: „Der Vorstand der Knorr-Bremse AG hat heute entschieden, den möglichen Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der HELLA GmbH & Co. KGaA nicht weiterzuverfolgen. Nach sorgfältiger Analyse bewertet der Vorstand die Möglichkeiten des Transfers von Schlüsseltechnologien und Produkten auf das eigene Produktportfolio als nicht ausreichend zur Realisierung der erwarteten Synergien.“ Mit diesen Worten ließ Knorr-Bremse die Öffentlichkeit nun wissen, dass man nicht mehr an einer Übernahme von Hella interessiert ist.

Dass es derartige Überlegungen und Gespräche gab, hatte die KFZwirtschaft vor kurzem berichtet. Im Auftrag der Gesellschafterfamilien Hueck und Röpke sucht die Investmentbank Rothschild nach einem Käufer für deren Mehrheitsbeteiligung an Hella. Zusammen mit einem stärkeren Partner werde die vor über 100 Jahren gegründete Hella den Branchenumbruch aus Sicht der Familien besser bewältigen können, heißt es in Branchenkreisen zur dahinter steckenden Motivlage. 

Kein neuer Branchenriese

Hätte Knorr-Bremse bei Hella zugeschlagen, wäre neben ein neues Schwergewicht der Zulieferindustrie entstanden, das mit einem Umsatz von rund 13 Milliarden Euro die Branche als deutsche Nummer vier hinter den Riesen Bosch, Continental und ZF aufgemischt hätte. Nun kommt es aber doch nicht so weit.

„Wir ziehen jederzeit Möglichkeiten wertsteigender Transaktionen mit international führenden Unternehmen in Betracht. Deshalb haben wir uns HELLA angeschaut. Allerdings haben sich für uns Chancen für einen möglichen Transfer von Kompetenzen speziell in den Nutzfahrzeugbereich nicht in ausreichendem Maße bestätigt. Eine Akquisition würde daher nicht hinreichend zusätzlichen Wert für unsere Aktionäre schaffen", sagt Jan Mrosik, der Vorstandsvorsitzende der Knorr-Bremse AG. Knorr-Bremse habe eine klare Strategie, die auf profitablem Wachstum und einem resilienten Geschäftsmodell aufbaue. „Wir werden unser nachhaltiges Wachstum und unseren erfolgreichen Weg als Systemzulieferer auch in Zukunft fortsetzen.“

Autor/in:
Hans-Jörg Bruckberger
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