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Lackpflege: Profi- gegen Consumer-Produkte

19.05.2021

Der Schutz und die Konservierung der Autokarosserie ist unerlässlich, um den Fahrzeugwert langfristig zu erhalten. Aber worin unterscheiden sich eigentlich Endkonsumentenprodukte von Profi-Aufbereitungsmittel für das Auto? Und lässt sich der Unterschied überhaupt feststellen? Wir haben nachfragt und recherchiert. Mit teils überraschenden Antworten zur Lackpflege.

Jeder von uns kennt wohl die Werbungen auf den Teleshoppingkanälen, wo irgendwelche Lackschutz-Wundermittelchen einen Nanoeffekt auf das Blechkleid des Autos zaubern, der sogar einem Flammenwerfer, extreme Steinschläge und hartnäckigen Taubenbeschiss standhält. Die Realität sieht natürlich anders aus. Die Automobilhersteller verwenden immer dünnere Lackschichten bei den Neuwagen - man will Gewicht und Kosten sparen. Dabei ist ein solider Rostschutz und ein guter Lack ab Werk ein absolutes Qualitätskriterium. Vor allem für den Zweit- oder Drittbesitzer des Gebrauchtwagens. Umso wichtiger ist es den Lack des Traumwagens genauso zu pflegen wie unsere Zähne: regelmäßiges Putzen sollte Standard sein, ein- bis zweimal im Jahr schadet eine Mundhygiene, ergo ein Lackauffrischung samt Politur auch nicht. Immer mit dem Ziel: Den Bestand des Fahrzeugs (den Autolack) so gut und lange wie möglich zu erhalten. 

Preis: Ein Qualitätskriterium?

Lackpflegemittel gibt es wie Sand am Strand: Polituren, Wachs und Reinigungsmittel sind seit Jahrzehnten ein verlässlicher Ertragsbringer - nicht nur in der Werkstatt. Immer wieder testen Autozeitungen und Prüfinstitutionen die Autoaufbereitungsmittel auf ihre Wirksamkeit und nicht selten klaffen die Testergebnisse ähnlich weit auseinander wie die Preise: Gut ist nicht immer teuer und teuer ist nicht automatisch gut. Das Finish ist also keine Frage des Preises. Tipp: Man solche auch immer den Milliliter bzw. Literpreis vergleichen und nicht den Packungs- bzw. Gebindepreis.

Bei den Inhaltsstoffen der Pflegemittel und Polituren gibt es jedoch schon Unterschiede. Der Vergleich zum Schmierstoffmarkt ist zulässig: Grundsätzlich weiß man, was ein Motor braucht, um gut geschmiert zu werden. Genauso weiß man, welche Zutaten dem Lack guttun, welche Wachse für entsprechende Farbtiefe sorgen und welche Polituren ob ihrer Rezeptur die Farbe wieder richtig zum Glänzen bringt. Trotzdem muss sich jeder Pflegemittelhersteller am Markt positionieren, dafür gilt es den richtigen Mix aus Produkt- und Verarbeitungsqualität sowie dem Preis zu finden. Die Preisschraube lässt sich am einfachsten über die Qualität des Inhalts und den Marketingaktivitäten regulieren.

Profi vs. Konsument

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Fahrzeugpflege und Autoaufbereitung beschäftigt, wird bald feststellen, dass es grundsätzlich zwei Produktgattungen gibt: Endkonsumentenmittel und professionelle Autopflegemittel (siehe Experteninterview). Der Unterschied liegt überwiegend in der Verarbeitung. 

Profiprodukte setzen gewisse technische Hilfsmittel (Werkzeuge) und handwerkliches Geschick voraus, um den Lack richtig aufzufrischen. Die entsprechende Poliermaschine mag schnell angeschafft sein, aber der richtige Umgang damit, wann man mit welchem Schleifmittel (Pad), mit viel Druck und Umdrehungen an den Lack geht, ist Profiwissen. Natürlich kann das auch ein Laie erlernen. Und es gibt genug Autofans die hobbymäßig besser Polieren als so mancher Profi – aber es nicht die Norm. 

Wir waren selbst schon bei mehreren Schulungen dabei und selbst Teilnehmer, die nach eigenen Angaben bereits seit Jahren Autos aufbereiten konnte immer wieder etwas dazulernen. Neben dem Umgang mit dem richtigen Werkzeug ist es wichtig die Arbeitsschritte genau einzuhalten. Gewisse Profipolituren würden Kunststoff- und Gummiteile angreifen. Der Profi weiß das, arbeitet schnell und sauber, klebt eventuell angrenzende Kunststoffteile penibel ab und geht danach sogar noch mittels Kunststoffpflege oder Politurentferner über die Teile drüber. All diese kleinen Kniffe machen den Unterschied einer professionellen Autoaufbereitung aus. 

Außerdem weiß der Profi: Auf die richtige Reinigung kommt es an. Selbst kleinste Unreinheiten auf der Karosserie können beim polieren dramatische Folgen mit sich bringen - der Lack kann nachhaltig beschädigt werden, die Farbe wird stumpf, matt oder bekommt Hologramme. Daher Regel Nummer eins bei der Autopflege: Das Fahrzeug immer so gut wie möglich reinigen bevor die Autoaufbereitung beginnt. Übrigens: Gerade beim Verkauf  von Gebrauchtwagen kann sich eine intensive Autolackpflege bezahlt machen. Glänzt die Farbe wie aus dem Schauraum, können spürbar höhere Preise für den Gebrauchtwagen lukriert werden. Interessant: Das Waschen per Hand muss nicht zwangsläufig lackschonender sein als eine gut eingestellte Waschanlage mit weichen, lackfreundlichen Bürsten. Auch die Wahl der richtigen Reinigungschemie ist entscheidend für das Lackfinish.

Polieren geht über studieren

Fast jeder Fahrzeugaufbereiter hat seine gewissen Eigenheiten bei der Autopflege: Der eine arbeitet schneller, der andere langsamer. Einer mit mehr Druck, der andere mit weniger Krafteinsatz beim Polieren. Folglich können unterschiedliche Pflegemittel zum gleichen Ergebnis bei der Autoaufbereitung führen. Bei einer Schulung von Poliermaschinen in Österreich, wo wir anwesend waren, konnte eine Teilnehmerin einen von vier Polierschritten auslassen, weil sie anders gearbeitet hat. 

Der Schulungsleiter und Vollprofi konnte aber keinen Unterschied am Autolack feststellen. Heißt: Die Arbeit war gleich gut, der Weg zum Ziel jedoch anders. Am Ende war der Lack des Autos genauso so gut aufgearbeitet wie jener, wo ein Arbeitschritt mehr gemacht wurde.

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