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David Kaiser, Schmierstoff-Entwicklungsleiter Liqui Moly

Liqui Moly bleibt Betamotos treu

11.04.2019

Liqui Moly verlängert seine Zweiradkooperation mit Betamotos. Und wir fragen beim Entwicklungsleiter nach, worauf es bei OLDTIMER-ÖLEN zu achten gilt.

NEUES GESCHÄFTSFELD: BARTÖLE

Liqui Moly nimmt drei neue Bartöle in sein Portfolio auf. „Analog zu unseren Fahrzeugölen bieten wir nicht eines für alles an, sondern das passende Produkt zum jeweiligen Barttyp“, erläutert Marketingleiter Peter Baumann. Für Vollbärte und kräftigen Haarwuchs ist die Lumberjack-Variante. Das Styling aufwendiger Schnurrbärte unterstützt das Moustache-Öl. Und weil aller Anfang schwer ist, wurde für feines Haar das Produkt ‚Zarter Flaum‘ kreiert. „Die Kosmetikprodukte vergrößern unser Geschäftsfeld. Sie sind Bestandteil unserer Zukunftsstrategie“, sagt Baumann.

Wie bekommt einem Klassiker ein Schluck modernes Motoröl?
Das dürfte zu einer deftigen Magenverstimmung führen. Moderne Synthetiköle sind für Fahrzeuge älteren Datums generell ungeeignet, da sie nicht zu der damals verwendeten Motorentechnologie passen.

Aber schmiert ein modernes Öl den Motor nicht besser?
Es stimmt, dass modernes Motoröl extrem leistungsfähig ist. Aber die Leistungsfähigkeit dieser Schmierstoffe entspricht nicht dem Anforderungsprofil für klassische Fahrzeuge. Hier ist eine völlig andere Additivierung notwendig, weil moderne, aschefreie Öle einen Verschleißschutz haben, der auf andere Motormaterialien abgestimmt ist. Die in diesen Additivpaketen enthaltenen Detergenzien verhindern Schlammbildung, und das ist bei alten, filterlosen Motoren eine Katastrophe.

Inwieweit spielt die Motorenfertigung eine Rolle?
Die Motoren von Oldtimern und auch älterer Youngtimer bestehen aus anderen Werkstoffen, haben andere Fertigungstoleranzen und Ölwechselintervalle als moderne Pkw. Deshalb haben wir Motoröle für Klassiker im Programm, die auf speziell entwickelten Rezepturen basieren.

Was ist an den neuen Rezepturen für Klassiker anders als an den früheren?
Betagte Antriebssysteme, speziell jene mit hoher Laufleistung und anderen Materialien wie Weißmetallen, Buntmetalllegierungen sowie Dichtungselementen, benötigen andere Öle. Ein großer Unterschied der heutigen Schmierstoffe für Klassiker gegenüber den damaligen besteht in ihrem Leistungsspektrum. Sie werden den besonderen Anforderungen klassischer Motoren gerecht und besitzen zugleich modernste Verschleißschutzeigenschaften. Daher sind die modernen Oldtimeröle den früheren deutlich überlegen.

Muss ein Klassik-Öl das Gleiche leisten wie ein Schmierstoff für moderne Autos?
Damals wie heute sind Schmierstoffe wichtige Elemente der Motorkonstruktion. Schmieren ist nur eine von vielen Aufgaben. Das Öl muss den Motor thermisch entlasten, abdichten, gegen Verschleißund Korrosionserscheinungen schützen und die Motorleistung sichern. Mit den Konzeptionen und Belastungen heutiger Aggregate sind die früheren nicht vergleichbar. So sind die Temperaturen und Drücke in modernen Motoren viel höher als bei alten Antrieben. Außerdem spielten früher die Themen Abgasreduzierung und Kraftstoffeinsparung keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Gerade deshalb sind maßgeschneiderte Öle so wichtig, um keinen Motorschaden zu riskieren. Das galt früher und das gilt heute. Welches das richtige Öl ist, steht im Handbuch des Fahrzeugs. Wer darüber nicht mehr verfügt oder sich unsicher ist, dem kann unserer Ölwegweiser unter www.liqui-moly.de weiterhelfen.

Autor/in:
Philipp Bednar
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