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Mahle forscht intensiv an der Effizienzsteigerung.

Mahle: Neue Produktstrategien

01.08.2017

Der AUTOMOBILZULIEFERER Mahle verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz in der Produktentwicklung. Die KFZ Wirtschaft war bei der Strategievorstellung in Stuttgart dabei.

Hybride Antriebskonzepte drängen auf den Markt. Ein klares Indiz dafür, dass der Verbrennungsmotor auch in den kommenden Dekaden, wenngleich kombiniert, Relevanz behalten wird. Nicht zuletzt setzen bestimmte Premiumhersteller auf intensive Forschungsarbeit, um dem Verbrennungsmotor zu noch größerer Effizienz zu verhelfen. Jedoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Mobilität zwangsläufig dem klimafreundlichen Pfad folgen muss, um den ökologischen Fußabdruck des Menschen nicht noch ruinöser werden zu lassen. Potenziale in Sachen Fahrzeugtechnik gibt es, wie das schwäbische Unternehmen Mahle bei der diesjährigen Technischen Pressekonferenz in Stuttgart mit einem interessanten Produktportfolio unter Beweis stellte. Die wesentlichen Akzeptanzfaktoren der E-Mobilität voranzutreiben sowie die Potenziale des Verbrennungsmotors auszuschöpfen bildet die Basis der Unternehmensstrategie.

„Wenn wir das 2-Grad-Ziel erreichen wollen, dann muss etwas beim Verbrennungsmotor passieren.“ WOLF-HENNING SCHEIDER, VORSITZENDER DER GF UND CEO MAHLE

MIT DOPPELSTRATEGIE ZUM ZIEL

Bekannter Hemmschuh einer lückenlosen E-Mobilität ist das unausgereifte Netz von Schnellladestationen sowie das Bereitstellungsproblem von ausreichenden Strommengen, um den modernen E-Verkehr überhaupt an Fahrt gewinnen zu lassen. „Wenn wir das 2-Grad-Ziel erreichen wollen, dann muss etwas beim Verbrennungsmotor passieren“, betont Wolf-Henning Scheider, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO. „Die Lösung der Klimaziele ist nicht allein über die E-Mobilität machbar.“ Für Mahle selbst ergibt sich daraus eine Doppelstrategie: „Beim Verbrennungsmotor bleiben wir auf dem Gas und investieren weiter in F&E, zeitgleich gehen wir mit Kraft in die E-Mobilität hinein“, verkündet Scheider. Laut dem Unternehmen wurden die Entwicklungskosten 2016 um 100 Millionen Euro (15 Prozent) erhöht. In Sachen Verbrennungsmotoren sieht Mahle auch weiterhin ein lukratives Geschäft, nur die Umsatzstruktur verändert sich kontinuierlich. „Heute liegt der Umsatzanteil für den Pkw-Verbrennungsmotor zugunsten anderer Bereiche wie Thermomanagement bei unter 50 Prozent“, verrät Scheider. Mit der Übernahme der spanischen Tochtergesellschaft Nagares, welche nun als Mahle Electronics firmiert, umfasst das Firmenportfolio verstärkt auch Leistungs- und Steuerungselektronik - einem forcierten Geschäftsfeld des Zulieferers.

KAMPF GEGEN CO₂-EMISSIONEN

Emissionseinsparungen lassen sich bereits durch feine Details wie die Verringerung von Reibflächen sowie die Vermeidung von Öleintrag in den Brennraum erreichen, erklärt Andreas Pfeifer, Leiter der Entwicklung von Motorenkomponenten. Auf ein Gesamtkonzept kommt es an: dies impliziert etwa die Beschaffenheit und Formung der Kolben oder die Möglichkeit der Verwendung von niedrigviskosem, dünnflüssigem Öl durch adaptierte Bauteile. Ziel ist es, den Ölkreislauf weitgehend zu entlasten. „Das Problem mit dünnflüssigen Ölen ist aber, dass sie schneller zerrieben werden und bei hohen Temperaturen leichter abdampfen“, erklärt der Ingenieur den schmalen Grat zwischen gesteigerter Effizienz und der Grenze des Machbaren. Aus diesem Grund sucht Mahle eine enge Zusammenarbeit mit Öl- und Additivherstellern, um den richtigen Kompromiss für einen „robusten Betrieb“ zu finden, wie es heißt. Seit Ende 2016 fertig Mahle auch Komponenten für CO₂-Klimaanlagen (R744) in Serie, erstmals für Daimler Benz. „Als Nebenprodukt der chemischen Industrie muss CO₂ als Kühlmittel nicht extra hergestellt werden“, betont Markus Wawzyniak, Leitender Ingenieur für den Bereich Klimaanlagen. Allerdings müssen ein paar Veränderungen vorgenommen werden, um die Anwendung sicher zu gestalten: etwa das Anbringen eines CO₂-Sensor in der Fahrerkabine. Mahle-Komponenten für R744 sollen noch in dieses Jahr beim Audi A8 zum Einsatz kommen.

Autor
Lukas Klamert

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