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In Steyr stoßen die Pläne von Investor Siegfried Wolf auf breite Ablehnung.

MAN-Belegschaft zeigt Wolf die rote Karte

08.04.2021

Lieber arbeitslos als unter Siegfried Wolf arbeiten? Die Mitarbeiter-Abstimmung zum Übernahmeangebot des Ex-MAGNA-Chefs fiel jedenfalls eindeutig aus: 64 Prozent der rund 2.200 Beschäftigten des MAN-Werkes in Steyr haben sich  dagegen ausgesprochen. Jetzt nimmt MAN die Schließungspläne wieder auf. 

Eigentlich wollte Siegfried Wolf eine Zweidrittel-Mehrheit hinter sich wissen, tatsächlich stimmten nun aber fast zwei Drittel der Belegschaft des MAN-Werks in Steyr gegen seine Übernahmepläne.

Die Wahlbeteiligung war hoch: 2.356 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MAN-Steyr waren abstimmungsberechtigt, 2.188 gültige Stimmen wurden abgegeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 95 Prozent. Exakt 63,9 Prozent der Stimmen sprachen sich gegen den Übertritt des Werks in die WSA Beteiligungs GmbH von Ex-MAGNA-Chef Siegfried Wolf unter geänderten Rahmenbedingungen aus, 34,9 Prozent dafür (1,2 Prozent stimmten ungültig ab). Bei den Leasingkräften war die Ablehnung mit 71,4 Prozent angeblich sogar noch höher gewesen sein als bei der Stammbelegschaft.

Enttäuschung in München

„Mit Enttäuschung nimmt der Vorstand der MAN Truck & Bus diese Entwicklung zur Kenntnis“ ist in einer ersten Reaktion des Unternehmens auf das Abstimmungsergebnis zu lesen. Als Konsequenz nimmt MAN laut einer Aussendung die Pläne zur Schließung des Werks in Steyr bis 2023 jetzt wieder auf. Im nächsten Schritt wird der Sozialplan neu verhandelt werden müssen, da der derzeitige Stand an die Übernahme durch WSA geknüpft war. 

„Ich kann dieses Votum heute nur mit großem Bedauern zur Kenntnis nehmen“, sagte Siegfried Wolf laut einem Bericht von orf.at. „Mein Team und ich haben unglaublich viel Herzblut in dieses Projekt investiert, weil ich überzeugt davon bin, dass mit diesem Potenzial an Know-how in der Fahrzeugproduktion an diesem Standort unter der Marke Steyr etwas Neues, Großes entstehen hätte können.“ Leider sei es ihm nicht gelungen, genügend Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten, um Missinterpretationen entkräften zu können. Wolfs Plan sah vor, von der aktuell knapp 1.900 Personen zählenden Stammbelegschaft rund 1.250 Leute übernehmen, denen allerdings eine bis zu 15-prozentige Kürzung des Nettoeinkommens droht. Die Einschnitte wären zu gravierend gewesen, heißt es aus dem Betriebsrat des Werks in Steyr. 

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