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Griffige Kombination: Semperit Speed-Grip 3 und Allradantrieb, zum Beispiel an einem Subaru WRX.

Nach dem Winter ist vor dem Winter

23.03.2017

Semperit stellte im verschneiten Schladming seinen Speed-Grip 3 vor. Die KFZ Wirtschaft testete den neuen Winterreifen an drei verschiedenen Straßenboliden mit Hinterrad-, Allrad- und Front­antrieb auf Herz und Nieren. 

Gefrorener Untergrund, darüber seichter Schneematsch, garniert mit ein paar frischen Flocken aus dem grauen Februarhimmel – die idealen Bedingungen für einen Winterreifentest. Das Semperit-Team steckt auf einer weitläufigen Wiese einen Slalom aus und stellt drei kräftige Straßenboliden an den Start, die mit drei grundverschiedenen Antriebssystemen aufwarten: Ein Ford Mustang mit V8-Maschine, 418 PS und Hinterradantrieb, ein Subaru WRX mit 300 PS und Allradantrieb sowie ein Golf GTI mit 220 PS und Vorderradantrieb. Für Fahrspaß ist also gesorgt, und es liegt eindeutig vor allem am Können der Testpiloten, wer mit welchem Fahrzeug die beste Rundenzeit herausfährt. Der Grip des neuen Speed-Grip 3 erweist sich jedenfalls als untadelig und macht an allen drei Boliden eine gute Figur. Auf dem anschließenden Road-Trip durch die Dörfer des steirischen Ennstals beweist er seine Meriten auch auf trockener und teilweise vereister Fahrbahn. „Schon der Vorgänger Speed-Grip 2 hat ausgezeichnete Werte auf allen Untergründen bewiesen, beim Speed-Grip 3 konnten wir vor allem die Performance auf Eis noch leicht verbessern“, erklärt Semperit-Geschäftsführer Kristjan Ambroz. 

80 Jahre Winterreifen

Seit rund 111 Jahren produziert die österreichische Traditionsmarke Semperit Reifen, seit rund 80 Jahren Winterreifen. Mit dem „Goliath“ ­stellte das österreichische Unternehmen 1936 den ersten Winterreifen der Welt und damit eine bis heute bahnbrechende Innovation vor. Werbeplakate aus dieser Epoche zeigen einen Autofahrer, der am Straßenrand mit seinen Schneeketten kämpft, während ein „Goliath“-bereifter Pkw mühelos die steile, verschneite Straße erklimmt. „Die alpine DACH-Region ist für Semperit noch heute der wichtigste Absatzmarkt“, sagt Ambroz. „Mit dem neuen Speed-Grip 3 werden wir uns ein noch größeres Stück vom Kuchen sichern.“ Für die Steigerung der Performance des neuen Semperit-Winterreifens haben die Ingenieure ein spezielles, laufrichtungsgebundenes Profildesign entwickelt und neue Profilelemente zugefügt. So erhöhten sie beispielsweise die Anzahl der Wischkanten der Blöcke und Lamellen in Querrichtung des Reifenprofils, damit der beim Bremsen auf Eis entstehende Wasserfilm schneller abgeleitet wird.

Außerdem gibt es nun an der Profilaußenseite feine, an eine Gebirgssilhouette erinnernde Einschnitte, die beim Anfahren in tiefem Schnee zusätzlichen Grip geben. Für effizienteres Bremsen wurde die Anzahl der Profilblöcke erhöht, für besseres Handling brachte man sogenannte „Schneehaken“ in die Schulternuten ein. Bei Fahrten auf nasser Fahrbahn leitet der Speed-Grip 3 das Wasser durch eine Vielzahl tiefer Profilrillen ab, und auch auf trockenem, kaltem Asphalt liefern die Profilblöcke guten Grip und sicheres Handling. Fazit: Vergleicht man den neuen Speed-Grip 3 mit seinem Vorgänger, legt er vor allem bei den Wintereigenschaften zu. So verkürzt er den Bremsweg auf Eis um vier Prozent, Schneetraktion und Schneehandling legen um jeweils einen Prozentpunkt zu. Auch beim Aquaplaning übertrifft er den Vorgänger leicht, während er beim Trockenhandling, beim Trocken- und Nassbremsen sowie bei Laufleistung und Rollwiderstand das hohe Niveau des Vorgängers beibehält.

Üppiges Lieferprogramm

Das Lieferprogramm des neuen Semperit-Winterreifens orientiert sich an den üblichen Pkw und SUV und schließt auch Supersportwagen wie den Audi R8 oder Oberklasse-SUV wie den Porsche ­Cayenne mit ein. Ebenfalls lieferbar ist die bisher recht exotische, sehr rollwiderstandsarme Größe 195/55 R 20, die speziell auf den neuen Renault Scenic zugeschnitten ist. Die Modelle für Pkw stehen für Felgengrößen zwischen 15 und 20 Zoll mit Querschnitten zwischen 55 und 35 Prozent und Freigaben bis zu 270 km/h bereit. Für SUV werden Reifen mit Durchmessern zwischen 17 und 20 Zoll mit Querschnitten zwischen 55 und 45 Prozent sowie mit Freigaben bis zu 240 km/h hergestellt. Insgesamt steht der neue Speed-Grip 3 für Pkw in 42 Dimensionen und für SUV in sechs Größen zur Verfügung. Die Marke deckt nun 95 Prozent des ­Dimensionsbedarfs auf dem Winterreifenmarkt ab. Um Autofahrer auf die besonderen Eigenschaften von Winterreifen und ihre Nutzung hinzuweisen, tragen die neuen Produkte von Semperit zwei Profilindikatoren.

Zum einen zeigen sie die „Vier-­Millimeter-Profilgrenze“ an, unterhalb der Winterreifen in Österreich nicht mehr bei Schnee oder Eis zugelassen sind. Der zweite Profiltiefenindikator weist auf die gesetzlich vorgegebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern hin. Fachleute empfehlen jedoch, dass Winterreifen unter vier Millimetern Restprofiltiefe nicht mehr bei winterlichen Bedingungen genutzt werden sollten, da sie unter dieser Grenze deutlich an Sicherheitsreserven verlieren. Auch für für Vans, Kleinbusse und Transporter hat Semperit einen neuen Winterreifen im Programm: Der Semperit Van-Grip 2 ist mit mehr Griffkanten für besseren Schneegriff auch unter erhöhten Lasten ausgestattet sowie verbreiterten Rillen für gutes Aquaplaningverhalten und einer optimierten Gummimischung zur Verringerung des Rollwiderstand und damit Senkung des Spritverbrauchs. Semperit liefert den Van-Grip 2 für Felgen von 14 bis 16 Zoll Durchmesser mit Querschnitten zwischen 80 und 60 Prozent sowie Geschwindigkeitsfreigaben bis 190 km/h.
 

Autor/in:
Peter Seipel
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