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Öl nach Maß

11.09.2018

LIQUI MOLY erklärt, warum es heute nicht nur ein Öl für alle Autos richten kann und warum es so viele verschiedene Ölsorten gibt.

Oliver Kuhn, stellvertretender Leiter des Öllabors Liqui Moly

Früher war es fast egal, welches Öl man in den Motor füllte: Es gab kaum unterschiedliche Ölsorten und das Auto vertrug beinahe alles. Später kamen mehr Ölsorten hinzu, aber da boten die unterschiedlichen Viskositäten wie 10W-40 oder 15W-40 immerhin noch Orientierung. Damit wird bezeichnet, wie dick- oder dünnflüssig das Öl in kaltem und heißem Zustand ist. Aber heute sei die Viskosität nur noch eine von vielen wichtigen Eigenschaften und helfe bei der Suche nach dem richtigen Öl kaum weiter, so Oliver Kuhn, stellvertretender Leiter des Öllabors von Liqui Moly. Entscheidend sind heute Industrienormen fürs Motoröl wie zum Beispiel vom europäischen Autoherstellerverband ACEA oder vom American Petroleum Institute (API). Darüber hinaus haben vor allem europäische Autohersteller eigene Ölspezifikationen entwickelt. „Insgesamt gibt es derzeit mehr als 50 Spezifikationen für Motoröl“, erklärt Kuhn.

DIVERSIFIKATION

Wie kam es zum Ölsortenwucher? In ihrem Bemühen, den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen zu verringern, haben Autohersteller das Motoröl als eine von vielen Stellschrauben entdeckt. Wenn sie einen neuen Motor entwickeln, werden die Eigenschaften, die das Öl haben soll, frühzeitig festgelegt. Es liegt dann an den Ölherstellern, ein solches Öl zu entwickeln. Weil jeder Autohersteller andere technologische Ansätze verfolgt, weichen die geforderten Öl-Eigenschaften voneinander ab. Manchmal lassen sich mehrere Eigenschaften in einem einzigen Öl kombinieren, manchmal aber auch nicht. Damit ist aus dem allgemeinen Schmiermittel früherer Jahrzehnte eine hochspezialisierte Flüssigkeit geworden. Und deshalb kann es heute kein Universalöl geben, das für alle Fahrzeuge passt. „Wer etwas anderes behauptet, hat entweder keine Ahnung oder will die Leute über den Tisch ziehen“, sagt Kuhn. Die Frage nach dem besten Öl kann somit nicht pauschal beantwortet werden. Stattdessen geht es darum, für jedes Auto das jeweils richtige Öl zu verwenden. Heute ist Motoröl wie ein flüssiges Ersatzteil. Das falsche Öl einzufüllen ist wie ein Ersatzteil einzubauen, das nicht passt. Hier drohen Gefahren, die über etwas Ölschlamm weit hinausgehen. Tatsächlich gibt es Öl-Motor-Kombinationen, bei denen der Motor nach wenigen hundert Kilometern zerstört würde. Welches das richtige Öl für ein Fahrzeug ist, sagt das Handbuch oder der Ölwegweiser unter www.liqui-moly.de. Einfach Marke, Modell und Motorisierung eingeben und man erhält eine Liste mit passenden Ölen.

KEINE TRENDWENDE

Eine Trendwende zu weniger Ölsorten ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: In Zukunft wird die Ölvielfalt noch weiter wachsen und sich der Trend zu immer spezielleren Ölen fortsetzen. „Das macht das Leben für Autofahrer wie für Mechaniker noch komplizierter“, so Oliver Kuhn. „Auch für uns als Hersteller wären weniger Ölsorten natürlich einfacher. Aber diese Entwicklung geben die Autohersteller vor, nicht wir.“

Autor/in:
Philipp Bednar
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